Narrengilde und Stadt haben gemeinsam eine Lösung erarbeitet. Foto: Kristoff Meller

Die Stadt Lörrach und die Narrengilde haben sich geeinigt: Die Gilde erhält einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro jährlich für die Jahre 2026, 2027 und 2028.

Oberbürgermeister Jörg Lutz und Obergildenmeister Michael Lindemer haben am Dienstagabend eine Vereinbarung zur Veranstaltung der Straßenfasnacht unterzeichnet. „Damit wurde das Ziel erreicht, die Durchführung der fasnächtlichen Großveranstaltungen in der Lörracher Innenstadt langfristig zu sichern und dadurch als beliebte Veranstaltung für die vielen Freunde der Fasnacht zu erhalten“, schreibt die Stadt in einer Mitteilung an die Medien.

 

Die Zusagen von Stadt und Gilde

Die Vereinbarung umfasst einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro jährlich für die Jahre 2026, 2027 und 2028. Darüber hinaus bleiben die bisherigen Unterstützungsleistungen der Kommune bestehen, einschließlich der hälftigen Kostenübernahme für den Stromverbrauch.

Die Narrengilde verpflichtet sich, die gewährten Mittel ausschließlich für die Veranstaltungen in der Lörracher Innenstadt zu verwenden, insbesondere für die Guggeexplosion auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone sowie für die Fasnachtsumzüge.

Zur besseren Planbarkeit und zur Reduzierung des zuletzt sehr hohen Abstimmungsaufwands wurde vereinbart, dass die Konzeption der Fasnacht für die Jahre 2026 bis 2028 in ihren Grundzügen der Fasnacht 2025 entspricht. Die Narrengilde erklärte, dass keine gänzlich neuen Elemente beantragt werden.

Das sagt der Oberbürgermeister

„Für uns steht das gemeinsame Ziel im Vordergrund, die Lörracher Fasnacht als lebendiges Stück Brauchtum insbesondere für die zahlreichen Cliquen und Guggemusiken in unserer Innenstadt zu bewahren. Dabei ist es wichtig, die unterschiedlichen Interessen und Wünsche in einem ausgewogenen Verhältnis zu berücksichtigen und stets das Wohl der Stadt im Blick zu behalten. Mit dem vereinbarten Zuschuss sind wir als Stadt bei einer sehr schwierigen Haushaltslage der Narrengilde Lörrach weit entgegengekommen. Jetzt schauen wir optimistisch nach vorne und freuen uns auf eine reibungslose Zusammenarbeit und eine unbeschwerte Fasnacht 2026“, bekräftigt Oberbürgermeister Jörg Lutz.

Das sagt der Obergildenmeister

Gegenüber unserer Zeitung machte Michael Lindemer seine Erleichterung deutlich. Der Obergildenmeister sprach von einem konstruktiven Austausch und viel Arbeit, die nun vor der Gilde liege.

Auf dieser Grundlage könne das Vertrauensverhältnis zwischen Narrengilde und Stadt neu wachsen. Er freute sich darüber, dass sowohl die Verwaltung als auch der Gemeinderat mehrheitlich hinter der Gilde stünden.

Gemeinderat signalisiert Zustimmung

Denn: „Eine große Mehrheit des Gemeinderats hat ihre Zustimmung zu dem vereinbarten Zuschuss bei der noch erforderlichen Abstimmung signalisiert“, bestätigt die Stadt in ihrer Mitteilung.

Das sagen die Vertreter der Fraktionen

Fritz Böhler (Grüne) erklärte, aus seiner Sicht sei nicht transparent gemacht worden, wofür die Narrengilde die 20 000 Euro im Einzelnen benötige. Gleichwohl würden die Grünen bei einer mehrheitlichen Unterstützung der vorliegenden Zuschuss-Variante diese mittragen.

Ulrike Krämer (CDU) bezeichnete die gefundene Lösung als „Unterstützung der traditionellen Lörracher Fasnacht“, die Ruhe und Planungssicherheit ins Geschehen bringe. Auf die Frage, wie sie als Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten dazu stehe, sagte sie: „Ich werde mich diesem Kompromiss nicht entgegen stellen.“

Günter Schlecht (SPD) warb dafür, den Blick nach vorn zu richten. Er begrüßte, dass nun Klarheit herrscht. Schlecht versicherte, er werde in der Fraktions für diese Variante plädieren.

Matthias Lindemer (Freie Wähler) machte sich schon in der AG Fasnacht für die nun vorliegende Lösung stark. Er sei „sehr glücklich“ mit diesem Vorschlag. Dieser bringe der Lörracher Narrengilde das Minimum dessen, was sie benötige und fordere von der Stadt das Maximum dessen, was an an finanziellen Zuschüssen möglich sei. Jetzt müssten alle Beteiligten die Zeit nutzen, um ein besseres Verhältnis aufzubauen.

Wolfgang Koch, Fraktionsvorsitzender der AfD, war von unserer Zeitung am Mittwochnachmittag nicht zu erreichen. Sein Stellvertreter Eugen Neumann verwies uns in einem Telefonat kurz angebunden an die Stadt.