Die Talstraße in Reichenbach ist kurvig und stellenweise steil - gefährlich beim Überholen Foto: Kern

Mit den Resultaten der Verkehrsschau zeigten sich die Anwohner alles andere als einverstanden.

Die Anlieger der Talstraße im Ortsteil Reichenbach wehren sich gegen das Ergebnis der im Juli durchgeführten Verkehrsschau. Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung am Mittwoch, den im Oktober erneut gestellten Antrag der Reichenbacher zu unterstützen.

 

Zusammen mit Unterschriftenlisten und dem Widerspruch zu den Ergebnissen der im Sommer durchgeführten Verkehrsschau werden die neu formulierten Anträge an das Landratsamt Ortenaukreis als zuständige Straßenverkehrsbehörde weitergeleitet.

Für die Talstraße als eine Kreisstraße sei die Stadt nicht zuständig, stellte Bürgermeister Marc Winzer klar. Die Anliegen der Reichenbacher können jedoch an die zuständige Behörde weitergeleitet werden: „Wenn wir es nicht probieren, kann auch nichts passieren.“

Intensive Diskussionen im Rat

Reichenbachs Ortsvorsteher Hermann Lehmann (CDU) berichtete aus der Sitzung des Ortschaftsrats, in der intensiv diskutiert wurde. Ein großes Problem sei der wachsende Schwerlastverkehr, der die gebührenfreie Strecke als Abkürzung nutze. „Unsere Hoffnung ist, die Straße für LKW´s unattraktiv zu machen und die Bürger setzen sich stark dafür ein,“ so Lehmann.

Die Anwohner haben ihren Frust über die Ablehnung ihres Antrags bereits im September formuliert. Beantragt worden war die Ausweisung eines Überholverbots und eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer für den Streckenabschnitt von Abzweig Schembach bis Spedition Lehmann. Nun legen die Bürger mit einem erneuten Antrag nach und ergänzten die Eingabe um weitere zehn Punkte. Unter anderem werden eine Verkehrszählung über mehrere Tage, Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt sowie ein Fußgängerüberweg in Höhe der Einfahrt Schwickersbach angeführt.

Gebührenpflicht für Lastwagen unrealistisch

Mehrere Räte regten an, die beantragten Punkte zu priorisieren und den Fokus auf die kritischen Themen zu legen. Fritz Wöhrle (FW) schloss sich der Meinung an und ergänzte, dass das vorliegende Gesamtpaket der Anträge auf ihn wie ein Ordnungskatalog wirke, der nach hinten losgehen könne. „Daraus eventuell folgende verkehrsrechtliche Anordnungen haben wir umzusetzen,“ gab er zu bedenken.

Die Anträge stellen eher ein Angebot zum Gespräch am Runden Tisch dar zwischen Landratsamt, Stadt und Anwohner, meinte hingegen Hauptamtsleiter Oswald Flaig. Es sei gesammelt worden, was den Bürgern auf dem Herzen liegt und die Probleme vor Ort sollen deutlich gemacht werden.

Kaum realistisch sei etwa die Prüfung einer Gebührenpflicht für Lkws auf der L 108 sowie auf der K 5362 in Abstimmung mit den Landratsämtern Rottweil und Schwarzwald-Baar-Kreis. Mobile Geschwindigkeits-Anzeigetafeln an wechselnden Standorten indes liegen in der Zuständigkeit der Stadt.

Für den kommenden Haushalt sind die Mittel für die Anschaffung einer solchen Anzeigetafel angemeldet. Mit vier Enthaltungen und einer Gegenstimme entschied das Gremium, sowohl den erweiterten Antrag als auch den Widerspruch der Reichenbacher zu unterstützen und an die zuständige Behörde weiterzuleiten.

Das wollen die Reichenbacher Bürger

Mit einer Unterschriftenliste verleihen die Bürger ihrem Wunsch nach Entschärfung der Verkehrssituation in der Talstraße Nachdruck. Beantragt werden erneut: Überholverbot und Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Streckenabschnitt Abzweig Schembach bis Spedition Lehmann. Ergänzend beantragt werden unter anderem: Installation von stationären Blitzer, Verbot für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen auf der gesamten Strecke (Anlieger ausgenommen).