Im Verwaltungsausschuss von Efringen-Kirchen tritt ein Konflikt der Bürgermeisterin mit dem Bürgerbus-Team zutage.
Seit gut zehn Jahren gibt es den Bürgerbus in Efringen-Kirchen. Dieser fährt Personen von einem Ort zum anderen, in Form eines Sammeltaxis. Vorher hatte die SWEG noch einen Linienbus eingesetzt, der die Runde über alle Ortsteile drehte. Das soll damals 125.000 Euro im Jahr gekostet haben. Das Bestreben des Bürgerbus: Wir können es besser und günstiger.
Eine Regelung, die damals schon getroffen wurde: Das Trinkgeld bekommt die Gemeindekasse, um dieses zu verwalten. Die Bürgerbusgruppe reicht ihre Rechnungen für Schulungen, beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse, Fahrtraining und Motivationstreffen, bei denen es halbe belegte Brötchen zum Meeting gibt, Jahresessen, Jahresausflug und Ausstattung, etwa Team-Polo-Shirts, ein. Christiane Breuer, Sprecherin der ehrenamtlichen Gruppe, berichtet jetzt, dass Rechnungen neuerdings immer wieder strittig seien.
Eingereichte Rechnungen werden beanstandet
Dies bestätigt Gemeinderat Karl-Friedrich Hess, der sich ebenfalls beim Bürgerbus engagiert. Bürgermeisterin Carolin Holzmüller beanstande Rechnungen, die zu hoch ausfallen würden. Hess erklärt zudem, dass die Gruppe keinen Einblick mehr über den Stand des Trinkgelds erhalte. Dies sei ebenso in der jüngsten Besprechung mit der Bürgermeisterin Thema gewesen. Da hätte Holzmüller zudem angeführt, dass das Geld auch für den defekten Außenspiegel, Reparaturen am Neun-Sitzer und die gestiegenen Spritkosten verwendet werden solle.
Trinkgelder sollen beim Team bleiben
Keiner beim Bürgerbus wolle dies. „Am Ende habe ich die Bürgermeisterin noch gefragt, ob die Trinkgeldregelung beibehalten werde“, sagt Hess. Dies habe sie bestätigt, und er hätte es entsprechend im Protokoll festgehalten. Diesem habe Holzmüller nie widersprochen.
Andere Darstellung im Verwaltungsausschuss
Im Verwaltungsausschuss kam dieses Thema ebenso auf. Hier soll es Holzmüller so dargestellt haben, als sei die Gruppe mit der Verwendung des Trinkgelds für Sprit und Reparaturen einverstanden.
Fahrer des Bürgerbus könnten Verein bilden
„Wir müssen da eine neuen Weg für das Trinkgeld finden“, sagt Hess. Die Fahrer bekämen es, weil die Tasche mit den Einkäufen hoch getragen werde oder für entgegenkommendes und freundliches Verhalten. „Wenn es sein muss, dann ist die Überlegung, einen Verein zu gründen“, sagt Hess zum möglichen weiteren vorgehen.