In Burladingen waren es nur wenig Beschäftigte, die am Streik teilnahmen. Foto: Will

Die Gewerkschaft ver.di ruft erstmals in Burladingen zu einem Warnstreik im öffentlichen Dienst auf. Nur eine Hand voll Männer nehmen teil.

110 Streikende wie morgens in Albstadt waren es in Burladingen nicht, die an der ver.di- Kundgebung auf dem Marktplatz teilgenommen haben. Aber gut eine Hand voll Männer – allesamt Beschäftigte der technischen Dienste der Stadt – waren doch anwesend.

 

Sie ließen sich von Doreen Bormann, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di und Benjamin Stein, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Fils-Neckar-Alb über den aktuellen Stand der begonnenen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst und die Tarifforderungen der Gewerkschaft informieren.

Zu übersehen waren die Streikenden in ihren leuchtend gelben Westen nicht. Erstmals waren auch in Burladingen die Beschäftigten der Stadtverwaltung zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Das Anliegen der Gewerkschaft ist, so Benjamin Stein, mit den gewerkschaftlichen Aktionen auch in die Fläche zu gehen und den öffentlichen Dienst dort sichtbar zu machen, wo er arbeitet: „Öffentlicher Dienst ist überall.“

Nur einer hatte Streikerfahrung

Im Dialog mit den Anwesenden, nach eigenem Bekunden sind alle Gewerkschaftsmitglieder, erläuterte und begründete Doreen Bormann die einzelnen Tarifforderungen. Sie wies darauf hin, dass in Burladingen erstmals gestreikt werde, tatsächlich war unter den Streikteilnehmern auch nur einer mit Streikerfahrung.

Der „öffentliche Dienst muss attraktiver werden“

Die diesjährige Tarifrunde bezeichnete sie als „hochpolitisch“: der öffentliche Dienst müsse attraktiver werden, es fehle Personal, und damit sei die Daseinsvorsorge, vor allem bei Pflege und Erziehungsdienst, gefährdet. Die Forderungen von ver.di zielten demnach auch in Richtung Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Dienstes: „Mehr für uns ist besser für alle“, so Bormann.

Mit der Ausweitung der Aktionen in die Fläche will ver.di auch erreichen, dass sich mehr Beschäftigte aktiv in die Wahrnehmung ihrer Interessen einbringen. Auch dafür sollen die Streikteilnehmer bei den Kollegen werben: „Je höher der gewerkschaftliche Organisationsgrad, umso höher die Chancen auf Durchsetzung der Forderungen“, schloss Bormann ihre Ansprache.

Stein bedauerte abschließend, dass nicht mehr Beschäftigte gekommen waren. Bis zum Ende der Kundgebung blieb es bei der Hand voll. Die aber, so Stein, seien Multiplikatoren. Auch die Einwohnerschaft nahm kaum Anteil an der Kundgebung, obwohl neben den bereits erwähnten gelben Westen die leuchtend roten Boxen mit dem Gewerkschaftslogo ebenfalls nicht zu übersehen waren.