Die Betreuung rund um Geburt und Schwangerschaft ist in der Frauenklinik auch während des Streiks gewährleistet. Foto: Marie-Luise Koschowsky

Ein erneuter Warnstreik, der in der kommenden Woche vier Tage dauern soll, steht der Uniklinik in Tübingen bevor. Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten und Terminverschiebungen einstellen.

Tübingen - Am 1. Dezember werden sich die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Verhandlungskommission des Arbeitgeberverbands der baden-württembergischen Universitätsklinika (AGU) im Rahmen der aktuellen Lohn- und Gehaltstarifrunde zu einer dritten Verhandlungsrunde in Stuttgart treffen. Ver.di hat die Mitarbeitenden des Uniklinikums Tübingen zu einem viertägigen Warnstreik ab Montag, 28. November, aufgerufen.

Vier Streiktage

"Insgesamt 26 Tage Streik an den vier Uniklinika sind für uns unverständlich und

unverhältnismäßig", sagt Gabriele Sonntag, Kaufmännische Direktorin des Tübinger Uniklinikums und AGU-Vorstand. In Tübingen müssen Patienten an allen vier Streiktagen auf längere Wartezeiten einstellen. Eventuell müssen aufschiebbare Behandlungen und Operationen kurzfristig verlegt werden. Sichergestellt sei die Behandlung aller Akutfälle. Auch die Versorgung Schwangerer sowie werdender Mütter sei sichergestellt.

Beeinträchtigungen für Patienten

"Streiks gehen immer auch zu Lasten unserer Patientinnen und Patienten und sind zum aktuellen Verhandlungsstand völlig unverhältnismäßig", sagt Michael

Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Tübingen. "Als Haus der

Maximalversorgung, in dem wir für unsere Patientinnen und Patienten an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag bereit stehen, setzen wir auch an Streiktagen alles daran, die bestmögliche Versorgung für schwerkranke Kinder und Erwachsene zu gewährleisten", versichert Bamberg.

Versorgung Schwangerer und werdender Mütter

Notfallversorgung

Die Notfallversorgung in der Universitäts-Frauenklinik ist gesichert. Die Betreuung

rund um Geburt und Schwangerschaft ist gewährleistet. Bei Fragen erreichen

Schwangere und werdende Mütter die Pforte der Frauenklinik unter Telefon 07071/29-82211 und den Kreißsaal unter Telefon 07071/29-83111.

Bislang kein Ergebnis

Gestreikt wird in Tübingen von Montagmorgen, 28. November, bis Donnerstagabend, 1. Dezember. Die ersten beiden Verhandlungsrunden brachten aufgrund der Zurückweisungen der Arbeitgeber-Angebote durch ver.di kein Ergebnis. Am 1. Dezember kommen die Verhandlungspartner in einer dritten Verhandlungsrunde zusammen, um über das von den Arbeitgebern am 2. November vorgelegte Angebot weiter zu verhandeln.

Angespannt Lage

Die Uniklinika in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm kämpfen aktuell mit einer sehr angespannten wirtschaftlichen Lage: Die vier Häuser werden 2022 mit einem negativen Jahresergebnis in dreistelliger Millionenhöhe abschließen. Alleine in Tübingen beläuft sich das Minus laut aktueller Hochrechnung auf über 23 Millionen Euro.

Das Angebot der Arbeitgeber umfasst eine steuerfreie, das heißt Netto-Einmalzahlung in Höhe von 4200 Euro in drei Tranchen. Zusätzlich am 1. Juli 2024 eine Erhöhung der Entgelttabellenwerte um 150 Euro plus eine zusätzliche

zweiprozentige Steigerung des Tabellenentgelts. Die Laufzeit soll bis 31. Juli 2024 betragen.