Bierzeltatmosphäre herrschte am Wochenende auf dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz – aber das kulinarische Angebot ging weit über Gerstensaft hinaus. Foto: Kistner

So manche Albstädter Küche blieb am Wochenende kalt – warum selber am Herd stehen, wenn das Essen – buchstäblich – auf der Straße zu finden ist?

Albstadt-Ebingen - Gleich 15 Stände mit "Street-Food", warmem Essen, das aus der Hand gegessen wird, waren am Samstag und Sonntag in der Ebinger Bahnhofstraße und auf dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz aufgebaut; und die Zahl der Albstädter, die angesichts dieses Angebots beschlossen, es statt mit Schnitzel oder Zwiebelrostbraten einmal mit Quesadillas, Crêpes oder Djuvec zu versuchen, ging in die Tausende.

 

Gulasch heißt in Eritrea Zebhi

Das kulinarische Angebot, das die beiden Veranstalter, Semere Yebio aus Albstadt und Tobias Flohr aus Sigmaringen, in der Fußgängerzone versammelt hatten, war international, mehr noch: global; es reichte von nahöstlichem Falafel und Halloumi über mexikanische Burritos und ungarischen Langos und Kurtöskalasz – hinter dem Zungenbrecher verbirgt sich ein schmackhafter Baumkuchen – bis zum Zebhi aus "Mama Merafs Eritrean Kitchen" – Gulasch, wie man es in Ostafrika zubereitet. Aber auch die einheimische Küche war vor Ort vertreten, beispielsweise mit Röstkartoffeln und Chips aus der "Kartoffelhütte" und mit Bratwurst im Teigmantel. Wer danach noch freie Kapazitäten für ein Dessert in der Magengrube hatte, der konnte zwischen Baumstriezel oder den Kreationen der ortsansässigen Eisdiele wählen, die nur einen Steinwurf entfernt in der Unteren Vorstadt liegt.

"Vieni!" – wer kann da "Nein" sagen?

Zu trinken gab es natürlich auch, und zwar nicht nur Gerstensaft – ohne den natürlich gar nichts geht auf einem "Street-Food-Festival" – , sondern auch Alkoholfreies aus der Saftpresse oder der Espressomaschine. Der Kaffeeliebhaber wurde dort vom italienischen Schriftzug "Vieni", auf Deutsch "Komm!" begrüßt, und zu so einer freundlichen Aufforderung kann man ja gar nicht "Nein" sagen.

Endlich wieder ganz normal

Das Fazit, das Semere Yebio am Ende zweier erfolg- und arbeitsreicher Tage zieht: Der Publikumsandrang war groß, vor allem am Samstagabend – und insgesamt lässt sich die diesjährige Neuauflage mit der letztjährigen Premiere im Mazmann überhaupt nicht vergleichen. Der naheliegende Grund: Keine Corona-Auflagen mehr – es war ein ganz normales "Street-Food"-Fest. Ein rundum gelungenes.