Ende Januar absolvierte die Hesse-Bahn ihre Jungfernfahrt von Calw nach Weil der Stadt, nun steht bereits die erste Streckensperrung bevor. Doch damit war zu rechnen.
Die Hesse-Bahn fährt. Ein Umstand, an den viele noch vor wenigen Monaten kaum zu glauben wagten. Heute ist er Realität.
Seit dem 1. Februar befördert die Bahn Fahrgäste zwischen Calw und Weil der Stadt. Bislang noch nicht in vollem Umfang. Doch Stück für Stück – oder eher Zug um Zug – wächst das Angebot.
Ab 14. Juni soll der Zug nach Renningen fahren
So gilt ab Sonntag, 12. April, ein neuer Fahrplan. Die erste Bahn startet dann bereits um 5.06 Uhr (ab Weil der Stadt) statt 5.32 Uhr. Und die letzte Fahrt (ab Calw) erfolgt um 0.34 Uhr statt wie bisher um 18.19 Uhr.
Eine gestufte Inbetriebnahme – „das ist bei Eisenbahnprojekten nicht unüblich“, hatte Frank von Meißner, Geschäftsführer des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn, im Dezember 2025 erklärt.
Und auch der nächste Meilenstein steht bereits fest: Ab 14. Juni soll der Zug noch eine Station weiter fahren. Nach Renningen, nicht mehr nur bis Weil der Stadt.
Um das zu ermöglichen, wird es jedoch zuerst zu einer Vollbremsung kommen. Vom 6. bis einschließlich 13. Juni ist eine Vollsperrung der Strecke zwischen Renningen und Weil der Stadt geplant. Damit einher geht auch eine Vollsperrung zwischen Weil der Stadt und Calw. Heißt: Die Hesse-Bahn fährt acht Tage lang nicht.
Hintergrund sind Arbeiten an der Signaltechnik. Das neue digitale Stellwerk der Hesse-Bahn muss an das ältere Stellwerk der Deutschen Bahn angeschlossen werden, um einen reibungslosen Bahnbetrieb zwischen Renningen und Calw zu gewährleisten.
Ein „komplexer organisatorischer Prozess“, für den sowohl der Bahnhof Renningen als auch der Bahnhof Weil der Stadt gesperrt werden müsse, erklärte die Albtalverkehrsgesellschaft im vergangenen Herbst gegenüber dem SWR.
Ein Prozess, der bei der Deutschen Bahn mit viel Vorlaufzeit anzumelden sei.
Und ein Umstand, der bei einer Sitzung des Zweckverbands der Hesse-Bahn im Herbst 2025 den Unmut von Calws Landrat Helmut Riegger hervorgerufen hatte. „Wir kriegen es im 21. Jahrhundert nicht innerhalb von eineinhalb Jahren hin, dass zwei Stellwerke miteinander kommunizieren“, hatte er damals einigermaßen fassungslos erklärt.
Dass dies nicht funktioniert habe, sei aber nicht die Schuld des Zweckverbands gewesen.
Bereits in vorangegangenen Sitzungen hatte die Verknüpfung der Stellwerke immer wieder am Rande eine Rolle gespielt. Die Streckensperrung, die für jene Verknüpfung nötig ist, hätte demnach eigentlich bereits 2025 erfolgen sollen. Die Bahn, so hieß es seinerzeit im Zweckverband, habe diese dann aber auf 2026 verschoben.
Vom 6. bis einschließlich 13. Juni verkehren anstelle der Züge Buslinien; sowohl zwischen Calw und Weil der Stadt als auch zwischen Weil der Stadt und Renningen. Im Bus gelten die gleichen Tickets wie im Zug.