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Straubenhardt Zweckverband zeigt Graffiti an

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Seit gut zwei Monaten ist dieser Hochwasserschutzbehälter an einem Schwanner Feldweg mit Graffiti beschmiert. Foto: Kugel/Archiv

Straubenhardt-Schwann - Der Zweckverband Mannenbach Wasserversorgung zeigt Graffiti-Schmierereien konsequent an. So auch im jüngsten Fall. Bislang konnte jedoch kein Täter ermittelt werden. Wenn doch, könnte dieser seine "Tags" selbst ­entfernen.

Ein Hochwasserschutzbehälter, der unweit der Dennacher Straße an einem Feldweg liegt, ist seit gut zwei Monaten mit unschönen Graffiti beschmiert. "Künstler" haben sich darauf mit Blättern der Cannabis-Pflanze und verschiedenen Schriftzügen verewigt. Der Behälter gehört zum Zweckverband der Wasserversorgung Mannenbach, die 45 000 Einwohner aus sechs Städten und Gemeinden aus den Landkreisen Calw und Karlsruhe sowie dem Enzkreis mit Trinkwasser ­versorgt.

Mehrere Qualitätskontrollen im Laufe jedes Jahres bescheinigten dem Trinkwasser des Wasserversorgers aus dem Eyachtal, den Mannenbachquellen sowie aus dem Eschenbrunnen bei Neuhausen laut Verbandsangaben seit 70 Jahren "höchste Qualität und Reinheit". Daran dürfte auch die "Graffiti-Kunst" am Hochwasserschutzbehälter auf der Schwanner Warte nichts ändern. Schön ist es trotzdem nicht.

"Es kommt leider immer wieder vor", berichtet der Verbandsvorsitzende Martin Steiner, "dass auch die Hochbehälter der Wasserversorgung Mannenbach mit Graffiti besprüht werden." Häufig trete das Phänomen der Schmierereien in Serien auf, erklärt dieser weiter: "Meistens ist dann jemand unterwegs, der kurz hintereinander mehrere Gebäude besprüht." Laut Steiner bringt der Verband diese Sachbeschädigungen grundsätzlich und konsequent bei der Polizei zur Anzeige. Im aktuellen Fall habe der Vorsitzende von den Ermittlern jedoch noch nicht gehört, dass ein Tatverdächtiger überführt werden konnte.

Sprayer müssen Schmierereien entfernen

Steiner, der zudem Bürgermeister in Birkenfeld ist, habe in seiner Gemeinde jedoch schon erlebt, dass jemand erwischt wurde. "Wir lassen die Sprayer ihre Schmierereien gerne selbst entfernen." Das funktioniere über einen Täter-Opfer-Ausgleich in Zusammenarbeit mit dem Haus des Jugendrechts und deren Anti-Graffiti-Mobil. Weil die Polizei bislang aber niemanden überführen konnte, warte man im Fall des beschmierten Hochwasserschutzbehälters mit der Beseitigung des ­Schadens.

Rückfallquote wird als gering eingeschätzt

"Es ergibt für uns auch keinen Sinn, die Graffiti mit Geldern des Verbandes beseitigen zu lassen, um kurze Zeit später wieder einen beschmierten Hochwasserbehälter zu haben. Wir wollen schließlich kein Hase- und Igel-Spiel beginnen." Steiner hat Vertrauen in die polizeiliche Ermittlungsarbeit und hofft, dass der Verband nicht auf eigene Kosten aktiv werden muss. Erst mit zeitlichem Verzug würde man bei Ergebnislosigkeit tätig.

Ralf Minet, Pressesprecher der Polizei Karlsruhe, bekennt jedoch, dass die Aufklärungsquote bei Graffiti-Delikten relativ gering sei: "Das ist immer schwierig zu ermitteln." Im vergangenen Jahr aber habe man einen Jugendlichen mittels Handyauswertung dingfest machen können, dessen Sprayer-Signatur, auch "Tag" genannt, man zurückverfolgt hatte. "So etwas führt dann zu einem sprunghaften Anstieg der Aufklärungsquote, weil solchen Tätern häufig mehrere Vergehen zugeordnet werden können", so der Polizeisprecher. In Straubenhardt sei das bislang nicht der Fall. Mit dem Anti-Graffiti-Mobil habe die Polizei gute Erfahrungen gemacht: "In vielen Fällen führt das zu einer Läuterung. Die Rückfallquote ist nach unserer Erfahrung sehr gering."

Für die Beseitigung der Graffitis gibt es laut Internet verschiedene, häufig maschinelle Reinigungsverfahren, die oft chemische Lösungsmittel benötigen. Die Kosten dafür variieren je nach Untergrund, Größe des Schadens, Rüstzeit und eingesetztem Material zwischen 30 und 70 Euro je Quadratmeter. Die Alternative dazu ist das Überstreichen, das beim Anti-Graffiti-Mobil umgesetzt wird. Die Kosten dafür schätzt Minet pro "Tag" auf einen dreistelligen Euro-Bereich.

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