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Straubenhardt "Für die jetzige Zeit ist es eine gute Lösung"

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Pressewart Torsten König fehlen die Partien im Vereinsheim. Foto: Jänsch Foto: Schwarzwälder Bote

"Doktor vor Doktor vor Doktor", lautete kürzlich die Überschrift der Ergebnisse eines Online-Schachturniers der Schachfreunde Conweiler. Doch nicht nur Hochgebildete haben den Denksport gerne, Schach erlebt ganz generell gerade rosige Zeiten.

Straubenhardt-Conweiler. Es gibt Sportarten, die sind und waren vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie unmöglich auszuüben. Und auf der anderen Seite gibt es Schach. Dieser Sport erlebt seit dem Ausbruch der Pandemie einem enormen Zulauf, hieß es jüngst in einer ZDF-Sport-Reportage. Warum? Weil man es auch bequem am Rechner spielen kann. So handhaben es derzeit auch die Schachfreunde Conweiler, berichtet deren Pressewart Torsten König.

"Die Idee zu einem Onlineturnier hatte ich schon länger", erzählt der 30-Jährige, "weil wir auch Mitglieder haben, die weit entfernt wohnen" – beispielsweise in München oder Paderborn. Durch die Corona-Einschränkung von dem einen auf den anderen Tag war klar, dass es so schnell keinen physischen Schachabend mehr in der Turn- und Festhalle geben wird – also musste eine Alternative her. Und die hat König auf einer Online-Plattform gefunden.

Online-System erklärt

Doch einige Mitglieder wurden durch die Online-Alternative etwas abgehängt, berichtet der Schachfreund. Obwohl er insbesondere für die älteren Vereinsmitglieder eine Anleitung für das Online-System geschrieben habe, trauten sich manche nicht so ganz heran. Daher spielten nun jeden Freitagabend "die üblichen Verdächtigen".

"Vielleicht ist das Hindernis auch so ein wenig die Bedenkzeit", schätzt König. Denn anders als beim Duell im Vereinsheim, wo man sich Angesicht zu Angesicht gegenüber sitze, sei es vor dem eigenen Bildschirm schon mitunter ermüdend, wenn man minutenlang auf den gegnerischen Zug warten müsse. Daher sei man dazu übergegangen, Blitzschach-Partien zu spielen. In diesem Fall heißt das grob drei Minuten Bedenkzeit pro Person – allerdings für die ganze Partie.

Und obwohl die Onlineturniere auch einige Annehmlichkeiten mit sich bringen – man kann von Zuhause aus spielen, man kann Züge vorbereiten, es gibt unterschiedliche fertige Turniermodi – fehlen dem Pressewart der Schachfreunde doch die Partien im Vereinsheim. "Im realen tickt halt die Uhr, man sieht seinen Gegenüber, die Hektik und die Emotionen."

Diese Stimmung gehe im Netz einfach verloren. Laut ZDF-Sport-Reportage bestünde im Netz zudem die Gefahr des Tricksens und der Manipulation.

"Ich würde es so zusammenfassen", sagt der 30-Jährige. "Für die jetzige Zeit ist es eine sehr gute Lösung, um so ein bisschen Vereinskontakt zu halten." Er könnte sich durchaus vorstellen, diese Form des Spielens auch künftig beizubehalten – aber eben als Zusatzangebot.

Doch noch wollen die Schachfreunde noch nicht zurück ins Vereinsheim. Zwar dürften die Partien mit entsprechendem Hygienekonzept auch schon wieder physisch ausgetragen werden, aber das lehnen die Mitglieder derzeit noch ab. Erst Mitte September wollen sie mit dem Jugendtraining wieder anfangen – vorausgesetzt die Corona-Infektionen schrauben sich nicht drastisch in die Höhe.

Und bis es so weit ist, wird König vielleicht noch ein paar Mal versuchen, den amtierenden Schachweltmeister Magnus Carlsen herauszufordern. Denn der ist derzeit auch hauptsächlich online aktiv. Bisher hat es zwar noch nicht geklappt, "aber das wäre natürlich schon mal cool, gegen den Weltmeister zu spielen. In welchen anderen Sportarten hat man das schon?"

Von dem Schachboom, der scheinbar im Netz ausgebrochen ist, hat der Verein übrigens noch nicht viel mitbekommen.

Die Mitgliederzahlen seien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht angestiegen. Aber wer weiß, vielleicht platzt ja das Vereinsheim bald aus allen Nähten, wenn die ganzen Onlinespieler aus der Region den Schachsport auch ganz real erleben möchten.

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