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Straubenhardt "Café im alten Pfarrhaus" nimmt Gestalt an

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Pia Pfrommer sitzt in der gemütlichen Leseecke. Foto: Schwarzwälder Bote

Eigentlich hätte noch im Advent die Generalprobe in Form einer kurzzeitigen Öffnung stattfinden sollen. Nun muss das "Café im alten Pfarrhaus" coronabedingt noch warten.

Straubenhardt-Ottenhausen. Was viele fleißige Hände, viele kreative Ideen, großherzige Spenden, erfreuliche Zuschüsse und immer wieder unerwartete Ermutigungen im zurückliegenden Jahr zuwege gebracht haben, ist beeindruckend.

"Ein Café und dazu noch ein christliches, eines, in dem viele Ehrenamtliche ihre Begabungen einbringen können, in dem Gäste wertschätzend willkommen geheißen werden, Menschen aus Ottenhausen und anderswo einen Ort der Begegnung finden – sowas war schon lange ein Traum von mir", sagt Pia Pfrommer. Mit dem Leerstand der Pfarrerswohnung im Ottenhäuser Pfarrhaus seit Sommer 2019 gab es plötzlich Realität für diesen Ort. Schnell fanden sich Gleichgesinnte. Vorangebracht durch eine kleine Steuerungsgruppe und vielfältig unterstützt durch mehr als 30 weitere Helfer aus unterschiedlichen Orten und Kirchengemeinden, wurde die Idee im Laufe der Monate Wirklichkeit.

Zustimmung des Kirchengemeinderates, Unterstützung vom erfahrenen Bauingenieur, grünes Licht von bürgerlicher Gemeinde und Landratsamt für die Umnutzung in ein Café, Gespräche mit dem Verbraucherschutz des Landratsamts und mit einem Steuerberater – Schritt für Schritt arbeitete sich das motivierte Team in die komplexe Materie ein.

"Eine Schnapsidee, habe ich zuerst gedacht", gesteht Pfarrer Thomas Held, "aber jetzt, wo alles Gestalt annimmt, sehe ich die Chancen. Nicht nur für die Kirchengemeinde."

Immer wieder gibt es Mut machende Erlebnisse, berichtet auch Heidemarie Gorgus: "Pfarrer Johannes Reinmüller vom Projekt ›Neue Aufbrüche in der Landeskirche‹ hat uns einen größeren Zuschuss zugesagt, unser Café persönlich besucht und Mut gemacht, dran zu bleiben."

"Im Januar haben wir uns auf einer Messe für Dekoartikel inspirieren lassen", schwärmt Pfrommer, und die Einrichtung des Cafés zeugt von viel Liebe und Geschmack gleichermaßen für Deko und Atmosphäre. Besonders beigetragen hat hierzu Beate Stamm, sind sich alle einig, mit ihrem Händchen beim Nähen von Vorhängen, Kissenbezügen, Tischdecken – alles stimmig und passgenau.

Möbel aus Nachlass

Im Februar wurden Zimmer gestrichen, weitere Spenden an Geschirr und Möbeln trafen ein. "Es gab so tolle Begegnungen", sagt Ingrid Schäfer und erzählt von dem Ehepaar, das sie zufällig beim Kaffeetrinken in Altensteig getroffen hat und welches spontan schöne alte Möbel aus einem Nachlass zur Verfügung stellte.

Im März, haarscharf vor dem Corona-Lockdown, gab es beim Bücherflohmarkt eine Probeöffnung des Cafés. Auch Menschen, die vorher skeptisch waren, genossen anerkennend die Atmosphäre des bis dahin Geschaffenen. Eine gut erhaltene gebrauchte Küche, gespendet aus Schwann, wartet nur noch auf die notwendige Spülmaschine, im großen Gastraum soll eine Theke entstehen. Ansonsten freuen sich ansprechende Tischgruppen, fast durchweg gespendet oder günstig erworben, ergänzt durch eine gemütliche Leseecke auf Gäste.

"Während des Lockdowns hat mir das Abschleifen von Tischen und Stühlen, ganz allein für mich, Freude gemacht und neue Zuversicht geschenkt", verrät Ingrid Schäfer, "und als im Sommer dann Schulkinder aus dem Ort mit Hingabe und Ausdauer dabei mitgeholfen haben, war es nochmal so schön." "Ein Neu-Ottenhäuser, der berufliche Erfahrung mit Kaffeemaschinen hat, hat uns spontan zu einer Kaffee-Verkostung eingeladen und uns den passenden Vollautomaten zum günstigen Preis besorgt", freut sich Jutta Zink, dass das Café bereits heute Kontakte knüpft und Menschen zusammenbringt. Eine zweite Maschine kam übrigens als Spende von der Ellmendinger Christlichen Gemeinschaft – Unterstützung über Gemeindegrenzen hinweg. Selbst Kuchenbackangebote stehen schon.

Im Frühjahr 2021 soll die Eröffnung Wirklichkeit werden. Ehrenamtlich, versteht sich. An zunächst eineinhalb Tagen, nämlich Donnerstagnachmittag sowie Freitagvor- und -nachmittag. Eine größere Herausforderung ist bis dahin noch zu bewältigen: Im "Kinderzimmer", von Elena Naß liebevoll kinder- und müttergerecht für künftige Krabbelgruppentreffen eingerichtet, muss aus Feuerschutzgründen noch eine Fluchttür mit Feuerschutztreppe installiert werden. Absprache mit dem Denkmalamt und ein entsprechender Durchbruch sind erforderlich.

Viele weitere Pläne

Aber wo bisher so viel geschafft wurde, bleiben die ehrenamtlichen Gestalter auch an dieser Stelle zuversichtlich. Und machen schon Pläne über die erste Erprobungs- und Einarbeitungsphase hinaus: Verkauf von selbstgefertigten Erzeugnissen im kleinen Rahmen im Café, Einladungen zu der ein oder anderen Lesung. Aber auch Angebote zu Glaubens- oder seelsorgerlichen Gesprächen. Im Sommer soll möglichst der großzügige Pfarrgarten miteinbezogen werden. Auch das möchten sie noch auf den Weg bringen, alle miteinander, mit Gottes Hilfe.

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