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Straubenhardt 25.000-Euro-Anstrich für den Karlsruher SC

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Ganz fertig ist die Fassade der Hofmeisters noch nicht – das Logo des KSC und ein Lorbeerkranz fehlen noch. Foto: Jänsch

Straubenhardt-Feldrennach - Familie Hofmeister aus Feldrennach frönt ihrer brennenden Leidenschaft für den Karlsruher SC mit einem auffallend blauen Fassadenanstrich. Das fällt auf im Ort – doch mit dem großen medialen Interesse hätte man trotzdem nicht gerechnet.

Da bröckelt nichts. Nicht an der Hausfassade und auch nicht an Sylvia Hofmeisters Liebe zum Karlsruher Sport-Club (KSC). Bei ihrer eigenen Einstellung hat die 36-Jährige jedenfalls keine Sorge, bei der Hausfassade hat man sich lieber abgesichert. "Das ist eingefärbter Putz", berichtet Sylvia Hofmeisters Mann Stefan. "Das ist witterungsbeständiger. Und wenn doch mal etwas bröckelt, dann ist es darunter ja auch wieder blau."

Das schrille Eigenheim am Ortseingang Feldrennachs fällt auf. Und der große, verschnörkelte "Karlsruher SC"-Schriftzug verrät, dass die Farbe nicht zufällig gewählt wurde. Doch lange nachgedacht haben die Hofmeisters darüber nicht. "Gut überlegt ist relativ", lacht der 44-jährige IT-Techniker, "wir mussten das Haus optisch und altersbedingt neu putzen und meine Frau wusste schnell, dass sie eine blau-weiße Fassade möchte." Länger hätte da schon die Überlegung gedauert, wie man den KSC auf der Hauswand verewigt. "Zur Auswahl standen das badische Wappen, ein Schriftzug oder das Originallogo des KSC", erklärt Sylvia Hofmeister. Doch beim Logo sei man sich aufgrund der Rechte unsicher gewesen. Also habe man sich für den Schriftzug entschieden, den ihnen ein Freund gemalert habe. Kostenpunkt insgesamt: 25.200 Euro. Ein teures Vergnügen – doch neu verputzt werden hätte das Haus ohnehin, sagt Stefan Hofmeister. Mitte letzten Jahres ist der Anstrich nun fertig geworden. Und prompt ist auch das Radio aufmerksam geworden.

Das große mediale Interesse ist hilfreich

"Die Neue Welle war schon da", erzählt Sylvia Hofmeister vom Hörfunk-Besuch. Direkt im Anschluss an die Ausstrahlung des produzierten Beitrags habe sich der Marketingchef des KSC gemeldet. "Er hat uns daraufhin zum nächsten Heimspiel eingeladen und mir auf dem Rasen ein Trikot mit allen Spieler-Unterschriften überreicht", freut sich die 36-Jährige. Mit dem medialen Interesse hätten die beiden zwar nicht gerechnet, aber letzten Endes war es hilfreich. "Der Marketingchef des KSC hat uns mündlich zugesagt, dass wir auch das KSC-Logo aufmalen dürfen", berichtet Sylvia Hofmeister. Ganz fertig ist das Haus also doch nicht – denn die 36-Jährige möchte nun noch das KSC-Wappen auf dem Garagentor und einen Lorbeerkranz unter dem Schriftzug.

"Zu Beginn haben die Autos noch gehupt", erinnert sich Stefan Hofmeister. "Das machen sie auch jetzt noch, wenn der KSC gewinnt", ergänzt seine Frau. Und als der Krämermarkt in Feldrennach war, hätten die Gäste vom Parkplatz zum Markt alle am Haus vorbeilaufen müssen. "Das war wirklich interessant", berichtet der IT-Techniker, "alle haben kurz gestoppt und sich das Haus angesehen." Am Anfang habe man jedoch ein wenig Bedenken gehabt, weil es im Nachbarort einen VfB Stuttgart Fanklub gibt, den man nicht provozieren wollte. Bisher hat Familie Hofmeister aber keine schlechten Erfahrungen gemacht.

KSC-Tattoos schmücken beide Unterarme

Inzwischen gibt es kaum noch einen Fanartikel, den die KSC-Anhängerin nicht hat. Von Socken über Bettwäsche und Kleidung, der Handyhülle bis hin zu Tassen. Doch die beiden verrücktesten Fan-Beweise trägt sie an ihren Unterarmen: Rechts hat sie das KSC-Logo in einer Taschenuhr tätowiert, links einen KSC-Schriftzug. Ihre Leidenschaft zum KSC habe die 36-Jährige durch ihre Schwester entdeckt. "Sie war großer Sean Dundee-Fan", berichtet die gebürtige Rheinstettenerin. Daher sei sie häufig zum Training der Karlsruher gefahren, wo Sylvia Hofmeister sie begleitet hätte. Nur habe bei ihrer Schwester irgendwann die Begeisterung nachgelassen, während sie bei Sylvia Hofmeister erst richtig entfacht sei.

Ihr Mann Stefan ist da gemäßigter. Der gebürtige Karlsruher hat den KSC zwar auch schon immer gerne spielen sehen, doch seine Leidenschaft sind eher die Motorräder. Trotzdem schauen die beiden die Spiele stets gemeinsam. Praktisch: Stefan Hofmeisters Arbeitgeber ist Sponsor beim Karlsruher SC. "Die haben eine eigene VIP-Tribüne, wo wir auch schon waren", berichtet der 44-Jährige, "das war toll."

Auch auf die beiden Kinder habe die Leidenschaft schon ein wenig abgefärbt, freut sich Sylvia Hofmeister: "Unser neunjähriger Sohn kann das KSC-Lied auswendig." Zwar sei die 13-jährige Tochter nicht ganz so fußballbegeistert, doch auch sie wolle nach den Spielen wissen, ob der KSC gewonnen habe.

Aktuell steht der Karlsruher Sport-Club auf Rang zwei der dritten Fußball-Liga und kann den direkten Aufstieg schaffen. Ob die mentale Unterstützung aus Feldrennach hilft, bleibt bis zum Saisonende abzuwarten. Egal wie es ausgeht – der Anstrich bleibt, weiß Sylvia Hofmeister. "Wir wollten einfach nur das schönste Haus am Ortseingang", erklärt sie schmunzelnd, " so strahlt unser Haus auch bei schlechtem Wetter." Zwar liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters. Aber das auffälligste Haus am Ort ist den Hofmeisters gewiss.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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