Technische Zeichnungen auf dem Bildschirm Foto: Israela Freidl/Stadt Lörrach

Wo steht Lörrach in puncto Digitalisierung? Einen Überblick über Status quo und Ziele gab es von der Stadt.

Im März 2023 hat die Stadt Lörrach ihre Digitalisierungsstrategie vorgelegt, mit klarem Fokus auf das, was lokal machbar und wirksam ist. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern soll ein Mehrwert für die Lörracher sein“, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz vor der Presse. Er bilanziert: „Wir nehmen Fahrt auf.“

 

Im Zentrum stehe der Ausbau einer zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur und die Modernisierung städtischer Abläufe. Ziel sei es, durch Digitalisierung für alle Beteiligten greifbare Vorteile zu schaffen. Barrieren sollen abgebaut, Teilhabe erleichtert und Prozesse effizienter gestaltet werden.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der internen Verwaltung: Mit dem städtischen Fachbereich „IT & Digitalisierung“ als treibender Instanz in Kooperation mit den städtischen Fachbereichen und Eigenbetrieben werden digitalisierbare Verwaltungsprozesse zusammengeführt und optimiert. Abläufe sollen sollen so optimiert, Doppelstrukturen vermieden werden, lautet das Ziel.

Die Aktendigitalisierung

Dazu gehört beispielsweise die Aktendigitalisierung. „Wir wollen nicht mehr kilometerweise Akten, Pläne oder alte Schriften“, bekräftigt der OB. Zur Unterstützung einer modernen, effizienten Verwaltung werden vorhandene Papierakten sukzessive digitalisiert. So soll eine einheitliche Datenbasis geschaffen werden.

Für die Digitalisierung durch externe Scandienstleister ist ein Gesamtbudget von rund 600 000 Euro vorgesehen, verteilt über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Im Zuge der Digitalisierungsstrategie wurde zudem die zentrale IT-Infrastruktur in das Rechenzentrum des Zweckverbands Baden-IT nach Weil am Rhein verlagert. Der Betrieb der Server erfolge dort unter deutlich höheren Anforderungen an Sicherheit und Nachhaltigkeit als bisher im Rathaus. Gleichzeitig stelle diese Maßnahme eine wichtige Voraussetzung für die anstehende Rathaussanierung dar, da während der Bauphase ein stabiler IT-Betrieb im Gebäude nicht gewährleistet werden könne.

Natürlich gehören auch die Schulen mit ins Boot. So sollen in allen Schulen der Stadt leistungsfähige WLAN-Verbindungen sowie eine Grundausstattung mit Tablets bereitgestellt werden.

Die Strategie versteht Digitalisierung als Querschnittsthema: Neben Verwaltung und Bildung sind auch Kultur, Unternehmen, Mobilität, Umwelt und Bürgerservice mitgedacht — das ganze städtische Leben soll Schritt für Schritt digitaler und serviceorientierter werden. So will die Stadt ihre digitalen Services schrittweise ausbauen, um Bürgern mehr Servicequalität, Flexibilität und Transparenz zu ermöglichen. „Die Bürger sollen sich vielfach den Weg ins Rathaus sparen können“, formuliert es Jörg Lutz.

Mehr Service für Bürger

Zum Bürgerservice gehört schon jetzt die Online-Terminbuchung ohne Wartezeiten. So wurden im letzten Halbjahr 2025 monatlich rund 2000 Termine bei der InSel gebucht, 60 Prozent davon online. Digitale Lichtbilder können zudem vor Ort gemacht werden.

Auch die Online-Antragsverfahren werden immer stärker nachgefragt. Als Pilotkommune wird Lörrach ab Ende Januar KI-gestützte Online-Anträge im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) testen. Die KI-Unterstützung soll Antragstellende gezielt durch die Formulare führen und Fehler bereits bei der Eingabe reduzieren. Die KI-Funktion betrifft ausschließlich die Online-Anträge der Ausländerbehörde. Die hochgeladenen Unterlagen werden automatisiert überprüft und mit den im Antrag gemachten Angaben abgeglichen. Antragstellenende werden so auf mögliche fehlerhafte Unterlagen hingewiesen und haben die Möglichkeit, ihren Antrag oder die Unterlagen vor der endgültigen Einreichung zu korrigieren. Die Stadt geht mit dieser Funktion Ende Januar online und zählt damit zu sieben Pilotkommunen deutschlandweit, war zu erfahren.

Mehr Effizienz

Die fortschreitende interne Digitalisierung ermögliche generell erhebliche Effizienzsteigerungen. Aktuell sind bereits über 100 interne Prozesse erfasst in den Bereichen Bürgerservices, Zentrale Services und dem Fachbereich IT und Digitalisierung. Grundlage hierfür ist das IT Service Portal.

Weitere neue Angebote sind laut OB Lutz in Vorbereitung: Diese sollen dieses Jahr zum Tragen kommen. Dazu gehörten das virtuelle Amt, mit Video-Terminen beispielsweise bei Meldeangelegenheiten oder Formularen. Statt veralteter Telefonanlagen kommen neue Technologien: VoIP wurde in vier Schulen eingeführt, was zu Einsparungen (100 000 Euro) führe und die Erreichbarkeit stärke.

Ein digitaler Zugang sorge generell für mehr Barrierefreiheit, hieß es weiter. Unterstützt werden sollen Menschen bei Bedarf auch in einfacher Sprache oder durch Mehrsprachigkeit. Doch auch Bürger ohne digitale Ausstattung sollen Hilfe finden.

Mit Blick auf den Haushalt

Abschließend sagt der Oberbürgermeister: „Wir wollen eine digitale Stadt, die Teilhabe ermöglicht, Abläufe vereinfacht und den kommenden Generationen eine starke, zukunftsfähige Infrastruktur bietet. Dieser Weg ist langfristig, aber wir gehen ihn entschlossen – Schritt für Schritt und immer mit Blick auf eine verantwortungsvolle Haushaltsführung.“