Das Strasser-Areal in Balingen. Das Projekt bleibt am Leben. Foto: Eyckeler

Es kommt Bewegung ins Projekt Strasser-Areal. Der Gemeinderat will mehrheitlich die Bebauung weiterverfolgen. Nun muss die Baugenossenschaft ihre Hausaufgaben machen.

Das Strasser-Areal in Balingen: ein historisch bedeutender Ort in Balingen, Hotspot während der Gartenschau im Jahr 2023 und mittlerweile ein höchst polarisierendes Streitthema im Gemeinderat. Im Gremium wurde nun über die weitere Vorgehensweise abgestimmt. Fest steht: Der Siegerentwurf der Balinger Wohnbaugenossenschaft wird weiterverfolgt.

 

Über sieben Punkte wurde in der Beschlussfassung abgestimmt – nach wiederholt langer und intensiver Debatte. In dieser machten einige Gemeinderäte noch mal ihre Position klar – Positionen, die bereits in zahlreichen Sitzungen geäußert wurden.

In den Beschlusspunkten heißt es unter anderem, dass die von der Wohnbaugenossenschaft Balingen ausgearbeitete städtebauliche Konzeption sowie die darin enthaltene Nutzungskonzeption weiterverfolgt werden soll.

Von der Wohnbaugenossenschaft wird nun erwartet, dass das geplante Nutzungskonzept für die beabsichtigten gewerblichen Nutzungen in der Erdgeschosszone weitergehend konkretisiert und deren Umsetzbarkeit verlässlich nachgewiesen wird.

Die vorliegende Nutzungskonzeption verzeichnet aktuell ein Flächenverhältnis zwischen Gewerbe und Wohnen von 24 zu 76 Prozent. Für das Erdgeschoss liegt bei bereits eine konkrete Interessensbekundung für einen B2 Biomarkt mit einem angeschlossenen Bäckerei-Café vor.

Wagner: Gespräche mit Akteuren aus dem Gesundheitsbereich laufen

Zudem laufen, so informierte Baudezernent Michael Wagner im Ausschuss bereits, erste Gespräche mit Akteuren aus dem Gesundheitsbereich. Demnach meldeten ein Ärztezentrum mit drei Arztpraxen und ein Gesundheitszentrum für Prävention und Therapie Interesse an.

Dietmar Foth (FDP) wiederholte am Dienstagabend im Gemeinderat seine Kritik am Entwurf. „Der Gebäudekomplex ist viel zu massiv und mächtig, ein belastbares und Mehrwert schaffendes Nutzungskonzept fehlt. Letzteres war wichtiger Teil des Wettbewerbs.“ Ebenfalls ablehnend und kritisch äußert sich die SPD.

Unterstützung erfährt die Verwaltung vonseiten der CDU, den Freien Wählern, den Grünen und der AfD. „Wir müssen hier jetzt vorankommen. Jahrelang machen wir am Strasser-Areal rum. Wenn wir jetzt wieder zögern, nimmt uns bald kein Investor mehr ernst“, betonte Wolfgang Hallabrin (Freie Wähler). Frank Grimm (AfD): „Wir sehen das genau so, der Entwurf ist unserer Meinung nach gelungen, und wir werden dem Beschluss zustimmen.“

Grundstück kostet 1,6 Millionen Euro

Die Wohnbaugenossenschaft hat nun Zeit bis Jahresende, dem Gremium weitere Ergebnisse und Konkretisierungen zu liefern. Bis dahin wird dem Investor die Option zum Erwerb der Baufläche an der Eyach offengehalten. Kostenpunkt 1,6 Millionen Euro. „Eine Summe, die wir für den Haushalt und weitere Planungen gut gebrauchen könnten“, betonte OB Dirk Abel erneut im Gremium.

Sofern von der Wohnbaugenossenschaft bis Ende 2025 ein „insgesamt tragfähiges, nachvollziehbares und plausibles Nutzungskonzept“ vorgestellt wird, soll ein entsprechender Verkaufsbeschluss gefasst werden. Über diesen muss dann erneut abgestimmt werden.

18 Ja-Stimmen und 13 Nein-Stimmen

Denn so viel ist klar: Das Gremium hat sich am Dienstag mit 18 Ja-Stimmen und 13 Nein-Stimmen zwar für die Weiterverfolgung des Projekts ausgesprochen. Das heißt aber nicht, dass damit zum Jahresende die Bagger automatisch anrollen werden.

Die Stadtverwaltung wird auch weiterhin Überzeugungsarbeit leisten müssen. Aktuell jedenfalls steht die Mehrheit des Gremiums hinter einer Bebauung.