Die Straßenmeisterei in Nagold wurde im Jahr 1969 erbaut. Foto: Bernklau

Eigentlich wollte der Landkreis in Calw und in Nagold zwei neue Straßenmeistereien bauen. In Nagold muss man sich inzwischen mit Schönheitsreparaturen abfinden.

Sie gehörten einst zu den umfangreichsten und teuersten Neubauten, die der Landkreis Calw in der Schublade hatte: neue Straßenmeistereien in Calw und Nagold. Im Raum Calw sollte eine neue Straßenmeisterei entstehen, die die in die Jahre gekommene Niederlassung im Calwer Teilort Wimberg ablösen sollte. Als Standort fand man nach längerer Suche eine Fläche im neuen Gewerbegebiet am Würzbacher Kreuz zwischen Calw-Altburg und Oberreichenbach. Die Pläne reiften.

 

Schließlich gab es grünes Licht für den 18,6 Millionen Euro teuren Neubau, der aktuell voll im Zeit- und auch im Kostenplan liegt. Anfang 2027 soll die neue Straßenmeisterei in Calw bezogen werden, so Andreas Knörle, Infrastrukturdezernent beim Landkreis Calw.

Die Nagolder Straßenmeisterei hat ihre besten Tage gesehen. Foto: Repple/Landkreis Calw

Während sich die Meisterei Calw auf der Zielgeraden befindet, herrscht in Nagold seit langer Zeit Stillstand. Dort machten die Planer im Landratsamt ursprünglich eine Fläche an der ehemaligen Bundesstraße 28 gegenüber dem großen Autohaus Wackenhut als idealen Standort aus. Doch diese Standortwahl stieß in Nagold auf wenig Gegenliebe.

Argumente der Gegner: Eine Straßenmeisterei an dieser Stelle zerstöre nicht nur die Schönheit des Ortseingangs aus Richtung Altensteig/Rohrdorf, sondern auch wertvolle Streuobstwiesen. Die Positionen blieben über Monate verhärtet.

Die Salzhalle hat auch schon bessere Tage gesehen. Foto: Repple/Landkreis Calw

Während der Landkreis den Ort weiter für den bestmöglichen hält, ebbte auch der Widerstand gegen das Vorhaben an dieser Stelle nicht wirklich ab. Schließlich beerdigte der Nagolder Gemeinderat die Pläne. Die Suche nach einem anderen möglichen Standort verlief im Sande.

Straßenmeisterei in Nagold: Neubau liegt auf Eis

Unterdessen ist man im Calwer Landratsamt umgeschwenkt. Einen Neubau und die Suche nach einem neuen Standort in Nagold hat man auf Eis gelegt und verfolgt nun eine alternative Lösung. Der Landkreis hat inzwischen dem Land die alte Straßenmeisterei abgekauft und will jetzt nun Schritt für Schritt die Umstände vor Ort verbessern.

In den Hallen der Straßenmeisterei in Nagold sieht es wenig beschaulich aus. Foto: Repple/Landkreis

Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn das Land hat sich in den vergangenen Jahren nicht wirklich um den Standort gekümmert. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die moderneren Fahrzeuge nicht mehr in die bestehenden Hallen passen. Probleme gibt es auch bei den Hallendächern, bei denen es im Winter Schwierigkeiten gibt die Schneelast zu tragen.

Auch die bestehenden Sozialräumlichkeiten an der Max-Eyth-Straße entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards. So fehlen Toiletten und Waschräume für Frauen komplett. Der komplette Bau ist also nur auf männliches Personal ausgelegt.

Es gibt in dem fast 60 Jahre alten Gebäude nur Sozialräume für Männer. Foto: Repple/Landkreis Calw

Es gibt also einiges zu tun an der alten Straßenmeisterei. Beim Landratsamt hat man sich nun dazu entschlossen, sich als Erstes um die Belegschaft zu kümmern und die Sozialräumlichkeiten zu sanieren, teilte Andreas Knörle gegenüber der Redaktion mit. Wann gebaut wird und was das Ganze kosten soll, darüber konnte Knörle noch keine Angaben machen. Fest stehe, dass man eine Baustelle nach der anderen erledige.

Nein zu Erweiterung der Straßenmeisterei in Nagold

Nach den Worten von Knörle wolle man sich in den nächsten Monaten und Jahren auf eine Sanierung der Bestandsgebäude beschränken und die Substanz verbessern. Eine Erweiterung des Standortes schloss Knörle zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus – auch wegen der angespannten Haushaltslage des Landkreises.