In Langenschiltach sind bereits flächendeckend LED-Lichter bei der Straßenbeleuchtung im Einsatz. Die anderen Stadtteile sollen folgen. Foto: Helen Moser

Es klingt paradox, ist aber so: Die flächendeckende Umrüstung der St. Georgener Straßenbeleuchtung auf LED beginnt voraussichtlich später als vorgesehen. Gleichzeitig hoffen Verwaltung und Gemeinderat, schon früher als geplant fertig zu sein.

Es verhält sich in St. Georgen mit der Straßenbeleuchtung nicht anders als in vielen anderen Kommunen: Rund 27 Prozent des kommunalen Stromverbrauchs, wurde im vergangenen Oktober in einer Sondersitzung des Gemeinderats berichtet, entfallen auf diesen Bereich – ein großer Brocken.

 

Da liegt es nur nah, hier anzusetzen, um auch langfristig Energie zu sparen. Auch das ist in der Stadt keine neue Idee: Bereits 2021 beschloss der Gemeinderat, die Straßenbeleuchtung in St. Georgen samt Ortsteilen flächendeckend auf LED umzurüsten. Als Pilotprojekt wurden in Langenschiltach bereits sämtliche Leuchten ausgetauscht.

Die anderen Ortsteile sollten nun möglichst schnell folgen. In den Haushalt für das Jahr 2023 hatten Stadtverwaltung und Gemeinderat zu diesem Zweck bereits 600 000 Euro eingestellt – „optimistischerweise“, wie Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte. Denn beim Einstieg in die Planungen wurde ihn zufolge schnell klar: „Das Thema können wir in diesem Jahr ganz getrost zur Seite legen.“

Rund 70 Prozent Ersparnis erwartet

Der Grund: Die Mühlen der Förderung mahlen langsam – etwa zehn bis 14 Monate müsse man derzeit auf eine Förderzusage für die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung warten, erklärte Daniel Lupfer von Netze BW den Ratsmitgliedern. Umso wichtiger sei es, nun möglichst schnell den Förderantrag zu stellen – und zwar für die Umrüstung auf dem gesamten Stadtgebiet, nicht für die ursprünglich geplante sukzessive Umrüstung.

Für die Maßnahme winkt dann eine Förderung von bis zu 55 Prozent – allerdings nur, wenn mindestens 50 Prozent der aktuell verursachten Treibhausgase eingespart werden. Das sollte nach Angaben von Daniel Lupfer in St. Georgen kein Stolperstein sein: Anhand der Daten, welche die EGT als Betreiberin der St. Georgener Straßenbeleuchtung zur Verfügung gestellt hat, rechnet die Netze BW mit einer Energieersparnis von etwa 70 Prozent. Doch zunächst stehen Investitionen an: Gut 75 000 Euro wird allein die Planung der Maßnahme voraussichtlich kosten. Hinzu kommen dann die eigentlichen Arbeiten.

Gemeinsam mit der Netze BW wird die Stadtverwaltung nun, dem Willen des Gemeinderats entsprechend, in die Planung einsteigen und so schnell wie möglich einen Förderantrag stellen. Voraussichtlich, erklärte Daniel Lupfer in der Sitzung, werde der im August bei der zuständigen Bundesgesellschaft Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) eingehen.

Die Umsetzung könnte dann schnell gehen

Nach dem Förderzuschlag, auf den man wohl rund ein Jahr warten wird, geht es an die Feinplanung und Ausschreibung der Maßnahme – und schließlich an deren Umsetzung.

Letztere dürfte am wenigsten Zeit in Anspruch nehmen: Werden zwei oder drei Trupps eingesetzt, können alle Leuchten innerhalb von rund zwei Wochen ausgetauscht werden, erklärte Daniel Lupfer in der Sitzung. Mit der Fertigstellung rechnet die Stadtverwaltung nach aktuellem Stand noch im Jahr 2025.