Die Kreuzung wird jetzt zum Kreisverkehr umgebaut und ist fast fertig. Alles sieht schön neu aus, doch auf die Gammelstraße dahinter darf keine Straßenbaumaschine.
Es ist kurz vor Mittag. Die Asphaltmaschine hat gerade noch einmal frisches Material aus dem Kipper bekommen. Die Straßenbauarbeiter richten die Führung aus, die Kollegen verteilen das warme Material mit der Schaufel auf die Straße. Zentimeter für Zentimeter entsteht die nächste Schicht für die Straße Richtung Ahldorf. Das sind die letzten Schritte für den neuen Hirschhofkreisel.
Für Wolfgang Kronenbitter, FW-Kreisrat und bis 2018 Leiter der Verkehrsbehörde Horb, fällt damit ein Stein vom Herzen. Er sagt: „Die Hirschhofkreuzung war aufgrund der vielen Unfälle ein Unfallschwerpunkt. Der Umbau zum Kreisel hatte schon damals eine sehr hohe Priorität. Es erfüllt mich mit Freude, dass der Umbau jetzt fast fertig ist.“
Grundstückseigentümer verkaufen nicht gern
Es gibt aber auch einen dicken Wermutstropfen. Kronenbitter: „Zwischen dem neuen Hirschhofkreisel und der Straße zwischen Nordstetten und Dettensee liegt die sogenannte Taberwasenstraße. Diese Kreisstraße ist die kürzeste Verbindung aus Richtung Dettensee Richtung Ahldorf und Mühringen. Die ist zu schmal, in schlechtem Zustand. Der Ausbau dieser Kreisstraße ist aktuell nicht möglich, da ein Grundstückseigentümer der Veräußerung einer Teilfläche nicht zustimmt und damit den Ausbau zumindest verzögert. “ Das sei oft zum Verzweifeln für die Behörden.
Das gilt auch für das zweite Projekt, das Kronenbitter schon in seiner Zeit als Leiter der Verkehrsbehörde Horb ganz oben auf der Liste hatte: Die Witthau-Kreuzung. Sie verbindet Horb mit Hochdorf, aber auch Eutingen mit Talheim.
Eutingens Ex-Bürgermeister Armin Jöchle hatte dieser Redaktion geschildert, dass es auch hier daran liegt, dass die Grundstückseigentümer nicht verkaufen.
Neuer Kreisverkehr ist doch Grund zur Freude
Sein Nachfolger Markus Tideman (SPD): „Offiziell kann ich dazu nichts sagen. Der Umbau der Witthaukreuzung zum Kreisverkehr ist wegen der Verkehrssicherheit zwingend erforderlich.“ Doch warum ist das mit dem Grunderwerb so schwierig? Warum verzögert das die Projekte?
Der Straßenbaurechts-Spezialist Kronenbitter: „Wenn die Eigentümer nicht freiwillig verkaufen, dann muss man erst ein Planfeststellungsverfahren einleiten. Wenn das fertig ist, folgt das Enteignungsverfahren. Das dauert Jahre.“
Immerhin. Einen Grund zur Freude gibt es dann doch: Zwischen Ahldorf, der A 81, Mühringen und Nordstetten gibt es jetzt bald einen tollen, neuen Kreisverkehr. Laut Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe sind die Umbau-Kosten mit 950 000 Euro veranschlagt. Drei Viertel trägt das Land, ein Viertel der Landkreis. Anfang August soll der neue Hirschhofkreisel für den Verkehr freigegeben werden.
Dazu wird auch die Zufahrtsstraße aus Richtung Ahldorf neu gemacht. Kosten dafür: 250 000 Euro. Das bezahlt das Land. Und viel länger als dieses Teilstück dürfte auch die Taberwasenstraße nicht sein. Aber hier dürfen die Straßenbaumaschinen ja nicht rollen.