Eigentlich hätte die St. Georgener-Straße in diesem Jahr von Grund auf saniert werden sollen.
Die Planung des Landkreises für die Kreisstraße lautete so: Der Belag hätte von der jüngst abgeschlossenen Baustelle für den Radweg nach St. Georgen beim Maurerhäusle bis in die Ortsmitte erneuert werden sollen.
Da die Deckschicht abgetragen worden wäre, hätte auch die Gemeinde gehandelt: „Die Wasserleitungen in der St. Georgener-Straße sind alt“, sagt Bürgermeister Michael Moosmann. Daher wollte die Gemeinde diese Leitungen erneuern, zumal man immer wieder mit Rohrbrüchen und Wasserverlusten zu kämpfen hat.
Aber daraus wird nun erst einmal nichts. Grund ist die Sperrung des Bernecktals, die kürzlich begonnen hat und das ganze Jahr über andauern soll. In dieser Zeit soll ein Abwasserkanal von Tennenbronn bis zur Kläranlage Schramberg gebaut werden. Die Kläranlage Tennenbronn soll 2030 stillgelegt werden. Eine Sanierung wäre zu kostspielig gewesen.
Bernecktal ist „schuld“
Da die Umleitung über Hardt und die St. Georgener-Straße führt, wurde das Hardter Großprojekt um ein Jahr verschoben. Sonst wäre voraussichtlich viel Verkehr durch Wohngebiete geflossen.
Die Baustelle im Bernecktal musste angegangen werden, um sich Zuschüsse für die Sanierung der Kläranlage zu sichern. Dieser Zuschuss ist auch im Interesse der Gemeinde Hardt, denn das Abwasser aus Hardt wird in der Kläranlage Schramberg aufbereitet.
Immerhin bleibt nun ein Jahr mehr zur Vorbereitung auf die Großbaustelle an der St. Georgener-Straße. „Für die Hausanschlüsse werden wir viel Zeit brauchen“, warnt Michael Moosmann. Geplant sind zwischen März und Oktober/November 2027 mehrere Bauabschnitte – zunächst von Edeka Hammer bis zur Abzweigung Schultheißenweg und dann weiter bis zu den letzten Häusern von Hardt am Ortsausgang.
Die gesamte Länge, auf der Wasserleitungen verlegt werden, beträgt etwa einen Kilometer.
Der Abwasserkanal ist im Gegensatz zu den Wasserleitungen intakt, wie die jüngsten Befahrungen ergeben hätten, so Moosmann. Lediglich an der Abzweigung zum Obertischneckweg gebe es eine defekte Stelle, die in diesem Zuge mit erledigt werde.
Aufwendige Hausanschlüsse
Für die Leitungserneuerungen stehen 700 000 Euro im Haushalt der Gemeindewerke Hardt. Zuschuss gibt es für eine solche Maßnahme keinen. Wie teuer die Hausanschlüsse die ganze Maßnahme machen, zeigt ein Vergleich mit dem Leitungsbau vom Ortsschild in Richtung Sulgen bis zum Friedrichsberg: Dort wurden für zwei Kilometer Strecke lediglich 150 000 Euro fällig, da sich dort weniger Häuser befinden.
Kein Teer enthalten
„Die Anwohner der St. Georgener-Straße kommen auch während der Bauphase zu ihren Häusern“, beruhigt der Bürgermeister. Bei Bedarf müsse dann mit Stahlplatten gearbeitet werden.
Eine gute Nachricht gibt es noch: Bohrungen haben ergeben, dass im bisherigen Straßenbelag kein Teer enthalten ist. Dieser hätte sonst von der Gemeinde als Sondermüll entsorgt werden müssen – zum vierfachen Preis wie herkömmlicher Straßenbelag.