Viele Straßen im Kreis Rottweil sind sanierungsbedürftig. Um das zu ändern, hat der Kreistag 2026 eine Million Euro zusätzlich eingeplant. Diese Straßen kommen jetzt zum Zug.
Mit 321 Kilometern sind rund 54 Prozent der Straßen im Landkreis Rottweil Kreisstraßen. In deren Ausbau und Unterhaltung fließen in diesem Jahr rund 5,4 Millionen Euro. Auf Initiative der Fraktionen FWV und CDU hat der Kreistag beschlossen, dass damit rund eine Million Euro mehr in die Straßen investiert wird als ursprünglich geplant. Jetzt steht fest, welche Straßen zusätzlich zu den bisher geplanten zum Zug kommen.
Zusätzlich will sich das Straßenbauamt eine Instandsetzungsmaßnahme auf der Landesstraße 419 für das Regierungspräsidium, das diese, personell bedingt, 2026 und womöglich auch im Folgejahr nicht umsetzen könnte, übernehmen, erklärte Straßenbauamtsleiter Martin Osieja im Kreisausschuss für Umwelt und Technik. Dabei handelt es sich um die etwa vier Kilometer lange Strecke zwischen Waldmössingen und Beffendorf.
Kreis übernimmt fürs Land
Die Investitionskosten, die das Land zu tragen hat, liegen dabei zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Euro. Die Investition könne nur dadurch sichergestellt werden, dass das Straßenbauamt die Maßnahme in diesem Jahr umsetzt, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Der Landkreis erhalte für die Umsetzung einen Verwaltungskostenzuschlag von rund 120 000 Euro.
Bereits eingeplant war die Instandsetzung der „Wasserturmstraße“ K5522 zwischen Beffendorf und Wisoch-Kreisverkehr für rund 1,5 Millionen Euro. Das könnte sich jedoch ändern, sollte die Stadt Oberndorf die darunterliegende Wasserleitung nicht sanieren wollen, wie später im Ausschuss diskutiert wurde.
Zwei Maßnahmen kollidieren
Ebenfalls eingeplant war die K 5531 Ortsdurchfahrt Hardt (rund 600 000 Euro insgesamt, die Hälfte davon 2026 eingeplant). Die Gemeinde will die Wasserleitung erneuern, der Landkreis die Fahrbahn instandsetzen. Vorgesehen war, diese Maßnahme abschnittsweise 2026 und 2027 umzusetzen.
Allerdings werde die Stadt Schramberg in diesem Jahr im Bernecktal (L175) eine Abwasserleitung verlegen. Dadurch werde die L175 für mehrere Monate gesperrt und die Ortsdurchfahrt Hardt Teil der Umleitungsstrecke sein.
Die Maßnahme in der Zeit auszuführen, in der die Bauarbeiten im Bernecktal stattfinden werden, sei aus Verwaltungssicht aber nicht sinnvoll, so die Verwaltung.
Eine weitere Strecke ist die K5526 Rötenberg – Winzeln zwischen den Knotenpunkten 014 und 015 (Kosten: 250 000 Euro). Die K5547 Ortsdurchfahrt Lackendorf sollte 2025 schon instandgesetzt werden (Kosten: rund 400 000 Euro), aber zunächst sollten durch die Gemeinde zwei Bushaltestellen barrierefrei umgebaut werden, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Zusätzliche Vorschläge
Martin Osieja hatte nun zusätzliche Vorschläge für Straßen, die mit den durch das Gremium bewilligten Mitteln von einer Million Euro instandgesetzt werden können, in den Ausschuss mitgebracht.
Die Kosten seien eine erste Schätzung, ohne bisher Erkenntnisse mittels Bohrkern oder Ähnlichem gewonnen zu haben. Bei später höheren Kosten könnten die 300 000 Euro, die 2026 für die Ortsdurchfahrt Hardt eingestellt sind, verwendet werden, so der Hinweis der Verwaltung.
Hier sind die weiteren 2026 geplanten Instandsetzungsmaßnahmen: K5528 Moosenmättle – Lauterbach (100 000 Euro), K5540 Kreisverkehr Alba – Kreisverkehr Inkom (300 000 Euro), K5540 Kreisverkehr Alba – Ortsdurchfahrt Zimmern (200 000 Euro) und K5562 Dietingen – Knotenpunkt K5552/K5562 (400 000 Euro).
Der Kreistagsausschuss segnete alles wie vorgeschlagen einstimmig ab.