Die Gemeindeverbindungsstraße Herzogenweiler – Tannheim wird saniert. Foto: Stadt VS

Die Gemeindeverbindungsstraße von Tannheim – Herzogenweiler weist schon lange Schäden auf. Die Verwaltung möchte sanieren. Aber lohnt sich das?

Risse, Unebenheiten, extreme Spurrinnen, massive Absackungen und weitere Beschädigungen sind nach Angaben der Stadtverwaltung auf der Gemeindeverbindungsstraße TannheimHerzogenweiler festzustellen. Dies beeinträchtige die Verkehrssicherheit, den Winterdienst und den Fahrkomfort. Also soll jetzt saniert werden. Aber es gibt Widerstand.

 

Das wurde in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses deutlich. Denn: Die Sanierung kostet die stattliche Summe von 650 000 Euro für eine Instandsetzung auf drei Kilometern Länge. Eine Sanierung beziehungsweise ein Ausbau sei dringend erforderlich. Bürgermeister Detlev Bührer sprach in der Sitzung einen Mailverkehr an, den es zu diesem Vorhaben mittlerweile gibt und der offenbar kritischer Natur ist.

Er unterstrich daher die Dringlichkeit des Vorhabens. Die schlechte Bewertung habe außerdem das inzwischen eingesetzte System Vialytics bestätigt. „Ich bin selber die Straße abgefahren, und die ist schon sehr beschädigt“, warb Bührer für die Beschlussempfehlung. Und er war nicht der einzige. „Wir waren mit dem Fahrrad vor Ort“, berichtete Andreas Flöß für die Freien Wähler.

„Keine Luxussanierung“

„Es handelt sich nicht um eine Luxussanierung“, argumentierte Silvie Lamla, Leiterin des Amtes für Grüngut und Tiefbau. Durch die Sanierung werde lediglich der Bestand wiederhergestellt. In den vergangenen zwei bis drei Jahren habe die Stadt die Sicherungsmaßnahmen deutlich erhöhen müssen, damit die Straße befahrbar bleibe.

Auf Nachfrage von Armin Schott (Grüne), was die Verkehrszählung dort ergab, hatte sie die Zahlen parat: 100 Fahrzeuge am Tag, davon 15 Schwerverkehr, was auf die Busverbindung zurückzuführen sei. Außerdem laufe dort der Verkehr zum Kindergarten, und Rettungsfahrzeuge wie die Feuerwehr müssten die Straße benutzen können.

100 Fahrzeuge pro Tag

Schott meinte mit Blick auf die angespannte Haushaltslage, ob das Geld für die Sanierung nicht an anderer Stelle besser angelegt sei. Die Straße weise eine geringe Verkehrsdichte auf. „Ist eine Sanierung für 650 000 Euro dort angemessen?“ Fraktionskollegin Ulrike Salat kritisierte, dass Diskussionen aus dem Ältestenrat des Gemeinderates an die Öffentlichkeit gegeben worden seien.

„Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass die Sanierung jetzt endlich angegangen werden soll“, sagte Andreas Neininger, Ortsvorsteher in Herzogenweiler. Da spreche er auch für die Ortschaften Tannheim und Pfaffenweiler. Der schlechte Zustand der Gemeindeverbindungsstraße sei immer wieder angemahnt worden. Es handele sich nicht um eine Abkürzung sondern um eine Straße. „Die Straße ist samt Unterbau kaputt, und das ist fachlich belegt.“ Daher sei er von der Kritik an dem Vorhaben „wahrlich irritiert“. Eine große Mehrheit stimmte schließlich für die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße (14 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, eine Enthaltung).