In diesem Bereich bei Allmendshofen hätte ein Kreisverkehr gebaut werden sollen – doch dazu kommt es nun nicht. Das soll aber in der Sache nicht das letzte Wort bleiben. Foto: Roger Müller

Die Pläne für einen Kreisverkehr sind vom Tisch. Die Stadt hat jetzt aber Alternativen im Blick.

Pendler kennen das Problem: Wer im Berufsverkehr seinen Weg aus der Stadt sucht, braucht besonders auf der Abfahrt bei Allmendshofen in Richtung B 27 starke Nerven, Stau und stockender Verkehr stehen hier auf der Tagesordnung.

 

Ein Problem, das auch dem Regierungspräsidium Freiburg (RP) und der Stadt bekannt ist – und das schon seit geraumer Zeit. Seit fast zehn Jahren liegen Pläne eines Kreisverkehrs auf dem Tisch, der den Verkehrsfluss besser leiten soll.

Über die Jahre waren das RP und die Stadt daran, sich des dicht befahrenen Verkehrsknotenpunkts mit der Planung eines Kreisels anzunehmen. Gebaut werden sollte eigentlich im Jahr 2021. Doch verschiedene Faktoren führten dazu, dass der Bau damals nicht startete. Die Hauptgrundstücksfläche, auf der der Kreisverkehr entstehen sollte, befindet sich zwar im Eigentum des Landes Baden-Württemberg und der Stadt, allerdings gibt es auch Flächen, die sich in Privatbesitz befinden. Und dieser notwendige Zukauf von Grundstücksflächen kam aufgrund gescheiterter Verhandlungen nicht zustande.

2023 hat das Regierungspräsidium dann den vorläufigen Stecker gezogen: Aufgrund Personalmangels und zu weniger Kapazitäten des Regierungspräsidiums war man der Ansicht, dass das Bauprojekt derzeit nicht notwendig ist. Die Absage des RP kam bei der Stadtverwaltung damals jedoch nicht gut an: Die Stadtverwaltung schätze die Situation anders ein und betrachte den Kreuzungsausbau im Bereich des Zubringers Allmendshofen und der Emil-von-Kessler-Straße nach wie vor als erforderlich, sagte Stadt-Pressesprecherin Beatrix Grüninger im August 2023.

Viel ist nicht passiert

Und wie ist die Lage heute, knapp anderthalb Jahre später? Viel ist seither nicht passiert, die Kreisverkehr-Pläne scheinen wirklich ad acta gelegt worden zu sein. „Es ist richtig, dass seitens des Regierungspräsidiums Freiburg derzeit keine dringende Notwendigkeit im Bau eines Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich des Zubringers Allmendshofen/Emil-von-Kessler-Straße gesehen wird“, so Grüninger auf Anfrage. Die Stadt resignierte – und deshalb wurden auch die Mittel für den Kreisverkehr-Neubau aus dem städtischen Haushalt gestrichen.

„Ob ein Umbau des Knotenpunktes künftig noch erforderlich ist, ist offen.“ Heike Spannagel, Pressesprecherin Regierungspräsidium Foto: Jörg-Peter Rau

Das Regierungspräsidium teilt auf Anfrage mit, dass infolge der Inbetriebnahme der ausgebauten B¦27 zwischen Donaueschingen und Hüfingen sich vor einigen Jahren die Verkehrsverhältnisse an diesem Knotenpunkt verändert hätten, so dass der Neubau eines Kreisverkehrs mittlerweile nicht weiterverfolgt werde. „Ob ein Umbau des Knotenpunktes künftig noch erforderlich ist, ist offen. Aktuell wird ein solches Projekt unsererseits auch aufgrund anderer Prioritäten nicht bearbeitet“, so RP-Sprecherin Heike Spannagel.

Die Stadt lässt verlauten, dass man an einer anderen Lösung arbeite. Wie diese aussehen könnte, ist noch offen, doch „das Regierungspräsidium Freiburg und die Stadt Donaueschingen sind in gutem und vertrauensvollem Austausch, um den Kreuzungsbereich zu optimieren und damit den Außenring zu stärken. Gemeinsam wird derzeit an einer, für beide Seiten akzeptablen und vorteilhaften, Lösung gearbeitet“, so Grüninger.

673 Kilometer Strecke

Die Bundesstraße 27:
Die B27 führt von Blankenburg im Harz über Göttingen, Fulda, Würzburg, Heilbronn, Stuttgart, Tübingen, Balingen, Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und mit einem Unterbruch über die Schweizer Hauptstraße 4 bis zur Schweizer Grenze bei Lottstetten. Die B27 ist zwischen Bad Dürrheim und dem Dreieck Donaueschingen ein Teilstück der Europastraße Offenburg-Bad Dürrheim. Die Gesamtlänge der B27: 673 Kilometer – damit ist sie die drittlängste Bundesstraße Deutschlands.