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Straßburg Rasant von Straßburg nach Paris

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Der TGV fährt ab 3. Juli von Stuttgart über Straßburg in Rekordzeit nach Paris und zurück. Foto: Weißbrod Foto: Lahrer Zeitung

Straßburg/Paris - In weniger als zwei Stunden von Straßburg nach Paris: Am 3. Juli wird das letzte Teilstück der TGV-Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet. Auch in der Ortenau erhofft man sich davon Vorteile für Tourismus und Wirtschaft.

Nach der Arbeit noch schnell zu einem Konzert in die französische Hauptstadt? Oder spontan das Finale der Fußball-Europameisterschaft am Ort des Geschehens erleben? Mit den Hochgeschwindigkeitszügen TGV und ICE, die bis zu 320 Stundenkilometer erreichen, ist dies möglich. Am 3. Juli soll der verbleibende Teil der Strecke in Betrieb genommen werden.

Planmäßig fährt der Zug die 416 Kilometer in einer Stunde und 48 Minuten – rund 30 Minuten kürzer als bislang. Ursprünglich war geplant, den abschnitt bereits im April zu eröffnen. Ein Unfall bei einer Testfahrt im November hatte jedoch zu Verzögerungen geführt. Ganz ausgeräumt sind die Folgen des Zwischenfalls noch nicht. Wie Georg Graf von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) mitteilt, wird die endgültig Fertigstellung der Strecke wohl bis Jahresende dauern. Bis dahin bestehe im Abschnitt zwischen Wendenheim und Saverne noch ein etwa 20 Kilometer langer eingleisiger Abschnitt. Dadurch benötigen einige der bis zu 20 täglich verkehrenden Zugpaare knapp zwei Stunden, da sie den Gegenverkehr abwarten müssen.

Die Kosten des rund 106 Kilometer langen Teilstücks belaufen sich auf etwa zwei Milliarden Euro. Diese werden vom französischen Staat, 16 Gebietskörperschaften, der Eisenbahnnetz-Betriebsgesellschaft RFF sowie durch Unterstützung des Großherzogtums Luxemburg und der Europäischen Union getragen. Die Fahrpreise sollen sich moderat erhöhen.

Durch die schnellere Verbindung als bisher verspricht man sich in der Ortenau Vorteile, insbesondere in den Bereichen Tourismus und Wirtschaft. "Wir erhoffen durch die schnelle TGV-Verbindung eine weitere Zunahme der französischen Gäste in der Ortenau", sagte Sandra Bequier, Tourismusbeauftragte des Kreises.

Zwischen 2010 und 2015 hat sich die Anzahl der Übernachtungen französischer Gäste von 101 000 auf 156 000 erhöht. Von 2008 bis 2014 wurde die Zahl der Passagiere in den TGVs zwischen Paris und Straßburg um 44 Prozent gesteigert, heißt es in einer Mitteilung von Alleo, dem Tochterunternehmen der Deutscher Bahn und ihrem französischen Pendant SNCF, das die Vermarktung der Hochgeschwindigkeitsstrecke seit ihrer Eröffnung 2007 verantwortet.

"Natürlich ist es mit der nun verringerten Fahrtzeit auch für die Ortenauer sehr attraktiv, nach Paris zu fahren, sowohl als Tagesausflug als auch für einen Kurztrip – das gilt aber auch umgekehrt", sagte Bequier.

"Gerade die touristisch ausgerichteten Kommunen der Ortenau können von dieser Verbindung profitieren. Denkbar sind speziell auf Paris ausgerichtete Kampagnen", sagte Dominik Fehringer, der ab 1. Juli Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Ortenau ist.

Der Eurodistrikt sieht Verbesserungsmöglichkeiten, das Tourismus-Angebot in der Ortenau noch stärker auf der französischen Seite bekannt zu machen. "Deshalb werden wir demnächst einen deutsch-französischen Veranstaltungskalender für unser gesamtes Gebiet auf unserer Webseite schaffen", so Marc Gruber, Pressesprecher des Eurodistrikts.

Zugverbindung aus der Ortenau nach Straßburg bleibt gleich

Für die Zugverbindung aus der Ortenau nach Straßburg ergeben sich durch die kürzere Reisezeit nach Paris, Bahnhof Gare de l’est, keine Veränderungen. "Die Abfahrtszeiten ändern sich nur in Paris", sagte Graf von der NVBW.

Vertreter der regionalen Wirtschaft versprechen sich ebenfalls Vorteile. "Frankreich hat für den Südlichen Oberrhein eine enorm wichtige Bedeutung. Wir wissen von rund 280 Mitgliedsfirmen aus der Ortenau, die Handelsbeziehungen zu Frankreich unterhalten. Mehr als 80 haben eine Niederlassung in Frankreich, gerade in Paris. So ist die neue TGV-Hochgeschwindigkeitsstrecke natürlich ein Gewinn", sagte Steffen Auer, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein.

"Paris ist der neuralgische Knoten Frankreichs, in dem viele Entscheidungen fallen. Schnell vor Ort zu sein, kann nur von Vorteil für all jene sein, die sich auf dem französischen Markt platzieren", sagte Fehringer.

 
 
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