Im Gasthof Adler trieb der "Briewitsch" sein Unwesen. Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatfilm: Wolfgang Born beschäftigt sich cineastisch mit dem Bischofsweg

"Wer hätte gedacht, dass im Mühltal früher Schmuggler unterwegs waren?", fragt Wolfgang Born. Der Heimatfilmer hat den Bischofswegs beleuchtet. Der Arbeitskreis Jan von Werth hatte das Thema aufgegriffen. Die Zuschauer erfahren interessante Details.

Straßberg. Die Winterlinger Bauern seien früher dazu verpflichtet gewesen, ihr Korn zu der auf württembergischen Gebiet liegenden Eselsmühle zu bringen: "Dort befand sich eine Zollstation. Um den Zoll zu umgehen, schmuggelten die Winterlinger oftmals ihr Getreide über das Mühltal zu den Mühlen ins hohenzollerische Straßberg. So umgingen sie den Zoll, der an der Zollstation hätte entrichtet werden müssen": Es sind diese interessanten Informationen, die Wolfgang Born seinen Zuschauern vermittelt.

Im großen Mühltal erfahren die Wanderer von der eiszeitlichen Entstehung der Region. Die im Jahre 1605 erstmals urkundlich erwähnte Untere Mühle suchten jahrhundertelang Bauern aus Straßberg, Kaiseringen und Frohnstetten auf. Der Luiboldfelsen ist Teil des Bischofsweges und neben dem Stangenfelsen einer der schönsten Aussichtspunkte Straßbergs. Auf dem Burgweg gingen, so Filmemacher Born, "viele früher wohl mit bangem Herzen hinauf zur Obrigkeit". Der ursprüngliche Verbindungsweg von der alten Ortsmitte hinauf zur Burg führte über die Schmeie zur Burghalde hinauf.

In Borns Dokumentation hat auch die Sage über den Straßberger Dorfgeist "Briewitsch" ihren Platz. "Der Sage nach soll der Wirt des ehemaligen Gasthofs zum Adler – "Briewitsch" genannt – ein großes "Schlitzohr" gewesen sein. Nach seinem Tod sei der Sarg vor dem Haus gestanden und vom Leichenwagen abgeholt worden. Als der Wagen aus dem Hof gefahren sei, habe der Briewitsch aus dem oberen Giebelfenster herunter gerufen: "Meinen Leib habt ihr, aber meine Seele kriegt ihr nicht." Fortan habe er auf dem Dachboden Fässer gerollt und gespukt. Man ließ einen Pater kommen, der das Haus aussegnete und den Spuk vertreiben sollte. Der Pater stellte eine geöffnete Schnapsflasche auf den Dachboden und wartete bis der Geist des Briewitsch drin war. Schnell verschloss er mit einem Korken die Flasche. Diese wurde im Ziegeltal in einer Höhle vergraben. Dort soll sie heute noch liegen, damit der Geist des Briewitsch ja nicht mehr wiederkehrt. Die Narrenzunft der Ziegelwäldler hat 1994 den Briewitsch – allerdings nur an der Fasnet – wieder zum Leben erweckt. Nun treibt er während der fünften Jahreszeit wieder sein Unwesen.

Warum wurden Straßberger manchmal "Felsa-Abender" genannt? Auch darauf hat Born eine Antwort: Auf der Burghalde stehen viele Felsen, von denen auch heute noch immer wieder Felsstücke abgehen und ins Tal stürzen. Dort ungefähr soll sich ein Felsen befunden haben, den die Straßberger angebunden haben, um den Absturz und großen Schaden zu verhindern.

Über die alte Steige, "die Straße am Berg, die vielleicht der Namensgeber für Straßberg ist", führt der Rundweg zurück zum Ausgangspunkt: zur Straßberger Burg. Ebenfalls in der Nähe des Bischofswegs befindet sich die "Doppelgrotte", eine weitere Sehenswürdigkeit mit einer zu Urzeiten bewohnten Höhle, wie Untersuchungen ergaben.

Born dankte dem Straßberger Arbeitskreis Jan von Werth für das Ausschildern des heimatgeschichtlich interessanten Wanderwegs.