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Straßberg Marktkaufleute wegen Corona in verzweifelter Lage

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Krämer- und Jahrmärkte finden derzeit weitestgehend nicht statt. (Symbolfoto) Foto: (dpa)

Straßberg - Beschicker der Krämermärkte wie die Gut Strickmoden GmbH in Straßberg haben ein riesiges Problem: Während Wochenmärkte laufen und Menschen ins Ausland reisen dürfen, finden Krämer- und Jahrmärkte weitestgehend nicht statt.

Thomas Bareiß hat es nicht leicht: All den Unmut von Marktbeschickern für Krämer- und Jahrmärkte – Bernhard und Beate Gut, ihr Neffe Tobias Gut, Max Fauler und das Ehepaar Giuseppe und Monika Angeletti haben sich bei "Gut Strickmoden" in Straßberg versammelt – bekommt der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Zollernalb/Sigmaringen und Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium auf seiner Sommertour ab.

Vor allem aber haben es die Marktbeschicker gerade nicht leicht: Statt in der weiten Region auf Krämer- und Jahrmärkten ihre Stamm- und die Laufkundschaft mit Kleidung zu versorgen, sitzen sie zu Hause und warten darauf, dass die Corona-Verordnung gelockert wird. "Wir wollen nicht Hilfspakete, sondern arbeiten", betonen sie.

Hohe Hürden für Krämer- und Jahrmärkte

Dass die Hürden für Krämer- und Jahrmärkte coronabedingt so hoch sind, dass bis ins nächste Jahr hinein schon die Märkte abgesagt wurden, verstehen die Betroffenen nicht angesichts der Tatsache, dass Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen dürfen und Wochenmärkte gar seit Beginn der Coronavirus-Pandemie öffnen durften. "Wir sind der rollende Einzelhandel", sagt Beate Gut und zeigt ein Schild, mit dem die Kunden auf den ganz wenigen Märkten, die sie seit Juni wieder besuchen, auf die Regeln am Stand hingewiesen werden: Mund-Nase-Schutz wird dringend empfohlen, obwohl keine Lebensmittel verkauft werden. Mindestabstand ist Pflicht und Menschenansammlungen nicht drin.

Exemplarisch hat die Familie, die auf der Schwäbischen Alb selbst produziert und selbst mit Maske am Stand steht, einen aufgebaut, damit Bareiß – er ist mit Bürgermeister Markus Zeiser und dem CDU-Kreis- und Gemeinderat Gerhard Teufel gekommen – sich selbst überzeugen kann: Kleiderständer teilen die Fläche so auf, dass zu viel Nähe unmöglich wird. "Zudem handeln wir nicht in geschlossenen Räumen, die Aerosole können nach oben entweichen", betont Max Fauler.

"Wir haben quasi Berufsverbot"

Ihn und seine Kollegen ärgert, dass sie im Hinblick auf Corona-Regeln mit den Schaustellern, die Fahrgeschäfte auf Jahrmärkten betreiben, über einen Kamm geschoren werden, obwohl das Gedränge auf Volksfesten mit der Situation bei Märkten nicht vergleichbar sei. Gleichwohl haben beide Berufsgruppen – schon weil der Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute sie eint – zusammen demonstriert, und auch Bernhard Gut war dabei in Berlin, in München, fährt am Donnerstag nach Stuttgart und hat sich die Finger bereits blutig geschrieben an den baden-württembergischen Sozialminister Mann Lucha. Nun ruhen die Hoffnungen auf Thomas Bareiß, dem es lieber wäre, wenn mehr vor Ort – passend zur jeweiligen Situation – geregelt werden dürfte anstatt zentral in Berlin oder Stuttgart. "Wir müssen den unteren Ebenen etwas zutrauen", betont er.

Seine Hinweise auf die bisherigen Hilfen des Staates trösten die Marktkaufleute nicht. "Wir haben quasi Berufsverbot", sagt Max Fauler. "Man hat laufende Kosten und nach drei Monaten kommt nichts mehr." Die Hilfspakete seien "löblich" – in anderen Ländern habe es keine gegeben –, "aber es reicht nicht." Noch einen wichtigen Aspekt bringt er ins Spiel: Märkte lebten von Traditionen. Fänden sie zu lange nicht statt, seien die Stammkunden weg. Und Tobias Gut fügt hinzu: "Die Einzelhändler stellen ja auch Kleiderständer raus vor den Laden."

"Wenn Wochenmärkte offen sind, müssen auch Krämermärkte öffnen dürfen", sagt Thomas Bareiß. "Das ist eine ganz einfache Sache." Wie einfach, das wir sein Einsatz auf Bundes-, Landes- und Regierungspräsidiums-Ebene nun zeigen. Und zwar schnell – so hoffen die Betroffenen. "Wenn nicht bald gelockert wird, werden noch mehr Märkte abgesagt", sagt Beate Gut. "Manche schon jetzt für tief im Jahr 2021." Für die Marktleute zählt jeder Tag.

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