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Straßberg Linderhof-Areal liegt brach

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Große Aufregung herrschte vor Jahren wegen dieser Immobilie. Mittlerweile ist über die Sache buchstäblich Gras gewachsen. Foto: Schwarzwälder-Bote

Straßberg/Albstadt - Gras wächst an dem Ort, dessentwegen vor Jahren die Wogen der Aufregung hochschlugen: 2008 wollte angeblich die NPD das marode Gasthaus Linderhof kaufen. Kreis und Kommunen erwarben das Anwesen.

Wo früher die Gaststätte sowie die "Pony-Bar" und das "Colibri" standen – Lokalitäten, die einen gewissen Ruf genossen – , gedeiht nun Wiesenflora. Nur noch das Schild einer Baufirma erinnert an den Abbruch. Seither hat sich dort nichts mehr getan.

Den leer stehenden Gasthof an der Straße zwischen Ebingen und Straßberg hatte der frühere Eigentümer René Diethelm zu einem Hotel umbauen wollen. 2006 reichte er ein Baugesuch ein, welches das Landratsamt in Balingen im April 2008 ablehnte.

Interesse der NPD alarmiert die Kommune

Kurz darauf, im Juni 2008, veranstaltete die rechtsextreme NPD eine "Sonnwendfeier" auf dem 18 000 Quadratmeter großen Gelände. Der Straßberger Bürgermeister Manfred Bopp war wie die gesamte Öffentlichkeit alarmiert, als Jürgen Schützinger, Mitglied des NPD-Landesvorstands, im Juli mitteilte, dass die Partei die Absicht habe, das Anwesen für 538 000 Euro zu kaufen und dort ein Schulungszentrum einzurichten. Einen Monat später lud die NPD die Medien in den Innenhof des Gasthauses ein, und Generalsekretär Peter Marx erklärte im Beisein Schützingers und der NPD-Funktionärin Edda Schmidt aus Bisingen, die Bundespartei sehe sich nicht in der Lage, das Projekt des Landesverbandes zu unterstützen. Zeitgleich wurde bekannt, dass die rechtsextreme Partei an mehreren Orten mit Scheinangeboten zum Immobilienkauf aufgetreten war. Daraufhin hatten Kommunen die Gebäude und Grundstücke gekauft – zum Teil zu überhöhten Preisen.

In Straßberg und Umgebung erhob sich Protest gegen die Pläne der NPD. Wenige Tage nach dem Pressegespräch gaben Landrat Günther-Martin Pauli und der Straßberger Bürgermeister bekannt, der Landkreis, die Stadt Albstadt und die Gemeinde Straßberg hätten das Anwesen zum Preis von 387 000 Euro von Diethelm erworben – aus Bopps Sicht war dies gerechtfertigt: NPD-Vertreter hatten offenbar schon Schlüssel zum alten Gasthaus besessen. Die wurden alsbald überflüssig: Bagger rückten an, um die Gebäude abzubrechen.

Auf der Suche nach Nutzungsmöglichkeiten

Und dann? 2009 unterbreitete Bopp dem Kreistag den Vorschlag, das Gelände für die Erzeugung regenerativer Energie zu nutzen und eine Photovoltaikanlage zu installieren. Auch die Albstadtwerke waren nach Angaben ihres Geschäftsführers Detlev Vogel an einem solchen Projekt interessiert. Doch kam man schnell von den Photovoltaikplänen ab – die Fläche sei dafür schlichtweg zu klein, so Vogel, deswegen wäre eine solche Anlage unwirtschaftlich. Stattdessen wollte er dort eine Anlage zur Gasproduktion aus Biomüll auf diesem Gelände errichten, das verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße 463 und einer Gasleitung liegt. "Das wurde im Landratsamt nicht weiter verfolgt", sagt Vogel heute. Auf Anfragen reagierte die Behörde mit einer knappen schriftlichen Stellungnahme, wonach der Landkreis mögliche Nutzungen für die Erzeugung regenerativer Energien "unterstützt"; auch habe man "bereits vor einiger Zeit den Albstadtwerken angeboten, das Grundstück für ein solches Vorhaben zu nutzen".

Nun sei die Kreisverwaltung gefordert, sagt der Chef der Albstadtwerke: Man hätte dort nach seiner Ansicht vor zwei bis drei Jahren ein "Leuchtturmprojekt" verwirklichen können. Nur ein Problem gebe es: "Die Müllmenge des Zollernalbkreises reicht nicht", doch könne man Bioabfall aus dem Nachbarkreis Tübingen dazu nehmen. Wenn man die "Energiewende" ernst nehme, seien solche Projekte zwingend.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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