Obwohl es Versickerungsflächen an der Schmeie wie hier bei Kaiseringen gibt, reichen sie bei starkem und lang andauerndem Regen oft nicht aus, wie das Hochwasser Anfang Juni gezeigt hat. Der Gemeinderat wird deshalb aktiv. Foto: Born

Überflutungsschutz: Gemeinderat befürwortet Gesamtkonzept für Straßberg und Kaiseringen. Fachbüro plant.

Straßberg - Es eilt. Dennoch kann die Gemeinde Straßberg nichts übers Knie brechen in Sachen Hochwasserschutz, denn vor einem Gesamtkonzept muss die Hochwassergefahrenkarte fertig sein, die das Ingenieurbüro Winkler und Partner aus Stuttgart erstellt.

 

Zwei Fliegen mit einer Klappe hat der Gemeinderat Straßberg in Sachen Hochwasserschutz in seiner Sitzung am Dienstag geschlagen: Einstimmig haben die Räte das Stuttgarter Ingenieurbüro Winkler und Partner damit beauftragt, die Möglichkeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Straßberg und Kaiseringen zu untersuchen. Gleichzeitig nutzen die Straßberger damit geballte Kompetenz, denn das Fachbüro erstellt zurzeit im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen hydraulische Berechnungen als Grundlage für die Hochwassergefahrenkarte für das Einzugsgebiet obere und mittlere Donau, zu dem auch die Region an den Flüsschen Schmeie und Schmiecha gehört.

Die Böden waren nicht mehr aufnahmefähig

Letztere hat von Albstadt her Anfang Juni große Wassermengen gebracht. Und obwohl es bereits Überflutungsgebiete an der Schmeie gibt, stand das Hochwasser in Straßberg und Kaiseringen, zumal von unten auch das Grundwasser drückte: Die Böden waren nicht mehr aufnahmefähig.

Im Auftrag des Zollernalbkreises erstellen Winkler und Partner momentan auch ein hydrologisches Modell für das Einzugsgebiet von Schmeie und Schmiecha. Es soll den Fachleuten zeigen, welche Wassermengen in welchen Situationen zu erwarten sind. "Wir untersuchen alle Stufen von Niederschlag", betonte Diplom-Ingenieur Armin Binder in der Sitzung. "Das reicht von 15 Minuten bis zu 72 Stunden Regen."

Genau das – die Frage, wie hoch das Wasser steigen kann – sei es, was die Anwohner interessiere, betonte Binder. Er machte deutlich, dass sich Schäden besser vermeiden ließen, je besser jemand auf ein Hochwasser vorbereitet sei. "Da baut man im Keller dann schon gar keinen Computerraum."

Bürgermeister Manfred Bopp wünscht sich für seine Gemeinde ein Gesamtkonzept für beide Gemeindeteile, in dem auch Potenzial für weitere Versickerungsflächen aufgezeigt wird.

Das Büro Winkler und Partner soll deshalb dem Gemeinderat mindestens drei Vorschläge – gerne auch mehr – machen und zudem die Kosten für die Maßnahmen schätzen. Berücksichtigen soll es dabei die Durchflussmengen an den Brücken. Der Gemeinderat kann sich dann unter den Vorschlägen für einen oder mehrere entscheiden, ehe Winkler und Partner an die Detailplanung geht. Was die Kosten für die entsprechenden Maßnahmen betrifft, so hofft Bopp auf einen Zuschuss aus Tübingen.

Die ersten Untersuchungen des Fachbüros sind vergleichsweise preisgünstig: 12.740 Euro hat der Gemeinderat dafür freigegeben. u Kommentar