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Straßberg Keine großen Einnahmen zu erwarten

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Klaus Richert, Wolfgang Maier und Eugen Seybold stellten die Zahlen aus dem Forst vor. Foto: Schwarzwälder Bote

Im Straßberger Gemeindewald ist für das kommende Jahr ein Holzeinschlag von 3400 Festmetern geplant. Das Betriebsergebnis sorgt durch schlechte Preise für einen Abmangel von rund 18 0000 Euro.

Straßberg. Die Forstwirtschaft war ein Schwerpunktthema der Gemeinderatsitzung am Dienstagabend in der Schlossgartenhalle. Der Leiter der Forstamt-Außenstelle Albstadt, Klaus Richert, und Eugen Seybold von der Albstädter Forstverwaltung sowie Revierleiter Wolfgang Maier informierten das Gremium ausführlich.

Klaus Richert stellte den Hiebs- und Kulturplan 2021 vor, der in einer zehnjährigen Einrichtung festgelegt ist. Zur Halbzeit erfolge in der Regel eine Zwischenprüfung, die heuer von der Forstdirektion Freiburg vorgenommen wurde. Das Ergebnis im Straßberger Gemeindewald sieht gut aus: Die von der Gemeinde vorgegebene Nutzung ist mit einem Hiebsatz von 8,1 unter der Leitung von Wolfgang Maier gut umgesetzt worden. Der Hiebsatz werde auch für die restlichen vier Jahre beibehalten. Auf sechs Hektar erfolge noch eine klimatolerante Bepflanzung.

Der Straßberger Gemeindewald besteht zu 66 Prozent aus Laubholz und zu 34 Prozent aus Nadelholz. Auffällig ist eine hohe Altersklasse von mehr als 120 Jahren. Der Kultur- und Nutzungsplan 2021 sei nicht einfach aufzustellen gewesen. "Der Wald ist in der Krise, eine schnelle Besserung ist nach mehreren Trockenjahren nicht in Sicht", erklärte Richert. Allerdings hielten sich die Schäden durch Borkenkäfer und Stürme im Zollernalbkreis und damit auch in Straßberg in Grenzen. Nichtsdestotrotz ist der Holzmarkt am Boden: "Der Privatwald ist genauso betroffen wie jener der Kommunen, das Geld fehle an allen Ecken", erklärt Richert das Dilemma. Die Preise für Fichte mit hundert Euro aus guten Zeiten lägen heute bei fünfzig Prozent, bei Laubholz sei es etwas besser. Da die lagernden Massen an Schad- und Käferholz gigantisch groß seien, "tut man sich sehr schwer, einen ordentlichen Haushalt hinzubekommen", meinte Richert. Für das kommende Jahr sei eine Gesamtnutzung von 3400 Festmetern und Kultursicherungsarbeiten auf 3,9 Hektar geplant. Auf 10,2 Hektar sollen Jungbestände gepflegt werden; Schlagpflegearbeiten sind auf rund 5,2 Hektar vorgesehen.

Weiter sei geplant, an die 1000 Douglasien als klimaneutrale Bäume zu pflanzen, was nur bei entsprechender Feuchtigkeit im Frühjahr möglich sei. Gearbeitet werde auch mit der Naturverjüngung: "Was uns die Natur gibt, ist besser", so Klaus Richert.

Alles steht und fällt mit den Holzpreisen

Amtsrat Eugen Seyboldt schloss sich den Worten Richerts an und ging ausführlich auf den Entwurf des Haushaltsplanes 2021, aufbauend auf dem Holzmarkt mit all seinen Unwägbarkeiten, ein. Bei dem festgelegten Gesamteinschlag seien Holzerlöse von 185 200 Euro zu erwarten. Weitere Einnahmen resultieren aus Anteilen der Jagdverpachtung und der Waldarbeiterhütte. Insgesamt sieht der Ergebnishaushalt Einnahmen von 193 220 Euro vor.

Dagegen stehen Gesamtausgaben von 202 920 Euro mit Schwerpunkten für Holzernte – 109 520 Euro – sowie Revierleitung und Wirtschaftsverwaltung – 42 700 Euro. Die Wegeunterhaltung wird aufgrund der angespannten Situation etwas zurückgenommen. Dafür sind 12 000 Euro vorgesehen. Die bringt ein planerisches Negativergebnis von 9700 Euro, dazu kommen Ausgaben über 8300 Euro aus den Sozialfunktionen, was im Gemeindewald Straßberg ein Defizit von 18 000 Euro ergibt. Weil durch leicht anziehende Preise höhere Einnahmen möglich sein könnten, wäre ein finanzieller Ausgleich oder eine schwarze Null denkbar, meinte Seybold.

Gemeinderat Marvin Faust meinte sogar, er könne mit einem strahlenden Gesicht im Wald unterwegs sein, da dieser in Straßberg in einem guten Zustand sei. Dem schloss sich Bürgermeister Markus Zeiser an: "Wir haben eine deutlich bessere Situation als viele andere".

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