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Straßberg Die Ökumene liegt ihm am Herzen

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Pfarrer Andreas Heid fühlte sich in der "kleinen, aber heimeligen" Kirche in Straßberg besonders wohl. Foto: Schwarzwälder Bote

Als Pfarrer Andreas Heid im Herbst 2017 mit einem zunächst noch etwas reduzierten Dienstauftrag auf der "Hochalb", wie er die Region nennt, kam, ahnte er noch nicht, dass daraus drei erfüllte und prägende Jahre werden sollten.

Straßberg/Winterlingen. "Auf der Fahrt von Winterlingen hinab zu meiner Wohnung in Ebingen erfüllt mich seit Tagen der Abschiedsschmerz, wenn ich auf das malerische Dorf unter der Burg hinabschaue", sagt der gebürtige Reutlinger etwas wehmütig. Er hat diese Tage damit verbracht, seine Besitztümer in Umzugskartons zu verstauen: "Beim Zusammenpacken sind mir Dankeskarten und viele Fotos aus den vergangenen Jahren durch die Hände gegangen", sagt der 52-Jährige, "da hat sich naturgemäß etwas Wehmut eingestellt."

2017 war Heid in die evangelische Kirchengemeinde gekommen, um Pfarrer Ernst Nestele in Winterlingen und Straßberg zu unterstützen. Nun heißt es weiter ziehen: Am 15. September tritt Heid eine leitende Pfarrstelle in Fürnsal-Oberbrändi im Evangelischen Kirchenbezirk Freudenstadt an. Seine letzte Woche auf der Alb ist geprägt von gemischten Gefühlen. Der Pietist blickt mit einem "weinend-traurigen" und einem "lachend-erwartungsvollen" Auge auf diesen Abschied: Trauer empfinde er, weil er viele "bereichernde und wertvolle Beziehungen" zurücklasse, aber er empfinde freudige Erwartung angesichts des neuen Lebensabschnitts, der jetzt für ihn und seine Frau Birgit beginne.

In Straßberg und Winterlingen hat Andreas Heid den "familiären Charakter" der dortigen Kirchengemeinden schätzen gelernt, wie er berichtet: "Beim großen Mitarbeiterfest im Frühjahr 2019 konnte man den Pulsschlag der Gemeinschaft deutlich hören: Jung und Alt, Winterlinger, Straßberger, Harthauser, Benzinger kamen zum Mitarbeiterabend." Gemeinsam den Glauben zu leben und bei Unternehmungen wie Gemeindeausflügen und Wanderungen auch ganz konkret miteinander unterwegs zu sein: solche Erinnerungen nimmt der Gemeinschaftsmensch aus seiner Zeit in Winterlingen und Straßberg mit. Sehr zu schätzen weiß er auch, dass die Gottesdienste entgegen dem bundesweiten Trend auf der Alb stets gut besucht waren. "Der Gemeindegesang im Gottesdienst und die erwartungsvollen Gesichter waren der Rückenwind, der mich an den Altar und auf die Kanzel getragen hat."

Als Segen empfindet Heid "die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Ökumene, die in Zeiten des Mitgliederrückgangs der beiden großen christlichen Kirchen immer wichtiger wird". Er denkt Heid gerne an die ökumenischen Begegnungstage unter dem Zeltdach im Sommer 2018 zurück. Auch die zahlreichen Seniorennachmittage in Straßberg, Harthausen und Winterlingen hat er in guter Erinnerung. Als mit der Gemeinschaftsbewegung in Württemberg verbundenen Protestanten gefiel ihm besonders, dass die landeskirchlichen Gemeinschaften wie der CVJM und die Süddeutsche Gemeinschaft, in die Gemeindearbeit vor Ort bestens integriert und personell involviert sind.

Die sonntäglichen Gottesdienste in der "heimeligen Straßberger Kirche" sollten nach dem Willen des Pfarrers vor allem einen Zweck erfüllen: "Den Menschen die Tür ins Vaterhaus Gottes weit aufzumachen". Das war ihm auch in der Kinderkirche wichtig: "Die Tür zur Kirche blieb auch nach dem Gottesdienst für Kinder und Jugendliche weit offen".

Die Zusammenarbeit mit Pfarrer Ernst Nestele und mit den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen aus Straßberg und Winterlingen war von einem freundschaftlichen und theologischen Miteinander geprägt; Heid hat sie als sehr bereichernd empfunden. Neben der Tätigkeit in der Kirchengemeinde Winterlingen-Straßberg nahm er außerdem Aufgaben im Kirchenbezirk Balingen wahr: in der Rufbereitschaft der Notfallseelsorge am Klinikum Sigmaringen, im Freitagabend-Bibellesekreis in Onstmettingen sowie im Konfirmandenunterricht und der Konfirmation in Burladingen im Frühjahr 2019. Schließlich war er nach dem Weggang der Bitzer Pfarrerin Bärbel Danner für eine Übergangsphase vertretungsweise verantwortlicher Pfarrer in Bitz.

Nach diesen abwechslungsreichen Aufgaben auf der Alb erwartet Andreas Heid, der auch schon in Tuningen, Schorndorf und Remshalden tätig war, auf seinem weiteren Weg wieder eine Stelle als Gemeindepfarrer. Und so freut er sich privat auf schöne Wanderungen und Radtouren im Schwarzwald – ohne zu vergessen, was er an der Alb hatte.

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