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Straßberg Die Kriegsgeschichte ist nicht vergessen

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Franz Bantle vom katholischen Bildungswerk (links) und Gerhard Deutschmann vor dem Russenfriedhof Foto: Born Foto: Schwarzwälder Bote

Straßberg/Stetten a.k.M.. Der Straßberger Heimatforscher Gerhard Deutschmann hat zu einer Exkursion bei der Dreitrittenkapelle und beim "Russenfriedhof" auf dem Truppenübungsplatz Heuberg auf Initiative der katholischen Erwachsenenbildung Straßberg eingeladen. Neben der Straßberger Gruppe war auch der Schwäbische Albverein Sigmaringendorf der Einladung zu den historischen Stätten gefolgt.

Gerhard Deutschmann, Rektor im Ruhestand, widmete sich zunächst ausführlich der im 17. Jahrhundert erbauten Dreitrittenkapelle. Der Legende nach soll Christus einigen Roßbuben, die das Vieh zur Waldweide führten, erschienen sein und hatte dabei drei Tritte auf felsigem Gestein hinterlassen. Die Kunde von der Erscheinung des Herrn verbreitete sich, und als Leute, die ihre kranken Füße in die Abdrücke stellten, geheilt wurden, wurde die Kapelle gebaut, die sich zum Wallfahrtsort entwickelte. Bis vor wenigen Jahren fand am Dreifaltigkeitssonntag bei der Kapelle ein Gottesdienst statt.

Zwei der Fußabdrücke sind im Innern der Kapelle, einer neben dem kleinen Gotteshaus zu sehen. Die Kapelle ist von steinernen, ziegelgedeckten Kreuzwegstationen umgeben. In unmittelbarer Nähe der Kapelle erinnert ein Mahnmal an das Schutzhaftlager Heuberg und eine Gedenkstätte an die Soldaten der Panzerbrigade 29, die im Dienst tödlich verunglückten. Der so genannte Russenfriedhof in unmittelbarer Nähe der Dreitrittenkapelle war das nächste Ziel der Exkursion, an der sich knapp 60 Interessierte beteiligten.

Während des Ersten Weltkrieges waren im Kriegsgefangenenlager im Lager Heuberg bis zu 15000 Gefangene inhaftiert: meist Russen und Franzosen aber auch Italiener, Engländer, Serben und Rumänen. Der Friedhof des Lazaretts, der sogenannte Russenfriedhof, wurde 1915 auf Initiative der Gefangenen eingerichtet. In der Zeit von März 1915 bis Januar 1919 wurden 181 Kriegsgefangene dort beerdigt. Franzosen, Italiener und Engländer wurden nach Ende des Weltkrieges vom Russenfriedhof auf dem Heuberg in ihre Heimatländer überführt.

119 Einzelgräber russischer Gefangener sowie das Kameradengrab sind heute noch erhalten. Der sieben Meter hohe Obelisk nennt 67 russische und 43 französische Namen. Auf einem weiteren Stein sind zudem noch 17 russische Namen eingemeißelt. Die Kreuze, versehen mit kyrillischer Schrift, sind je nach Religion gestaltet. Ein Mahnmal erinnert an alle Opfer des Zweiten Weltkrieges und ein Gedenkstein an die Opfer des "Bewährungs- oder Strafbataillons 999".

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