Kaiseringen ist durch seine topographische Lage schlecht mit Mobilfunk versorgt. Im gegenüberliegenden Waldstück soll ein Richtfunkmasten nun Abhilfe schaffen. Foto: Schwarzwälder Bote

Mobilfunkversorgung: Zwei neue Masten für Straßberg und Kaiseringen

Die Bewohner von Straßberg und Kaiseringen können hoffen, dass sie in absehbarer Zeit eine gute Mobilfunkversorgung bekommen – Baubeginn ist allerdings erst im Jahr 2022.

Straßberg. Eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung in Straßberg und Kaiseringen zeichnet sich ab. Schon in der vormaligen Sitzung hatte Bürgermeister Markus Zeiser den Gemeinderat darüber informiert, dass der Betreiber Vodafone in beiden Orten jeweils einen Mobilfunkmasten aufstellen wolle.

Während die Gemeinde was Internetverbindungen angeht mit 400 bis 1000 MB vergleichsweise gut ausgestattet ist, hakt es aus topographischen Gründen an vielen Stellen mit der Mobilfunkversorgung – obwohl die Gemeinde laut Zeiser in den vergangenen Jahren nichts unversucht gelassen habe, um die Situation zu verbessern. "Neben Mobilfunkanbietern und verschiedenen Behörden haben wir unsere Volksvertreter bei jeder Gelegenheit auf die Problematik hingewiesen", so der Bürgermeister.

Hoffnung sei aufgekeimt, als die 5G-Lizenzen versteigert wurden. Durch sie seien Mobilfunkanbieter gezwungen, "weiße Flecken" weitestgehend mit mindestens LTE, also 4G, zu versorgen.

Die Verwaltung habe seit anderthalb Jahren mit mehreren Anbietern nach geeigneten Standorten für Funkmasten gesucht und sei in Straßberg an der Buosteige fündig geworden, in Kaiseringen aber an mehreren Stellen gescheitert. In einem Waldstück habe sie aber nun einen geeigneten Standort gefunden. Von der Buosteige aus könne die gesamte Gemeinde bei stabiler Netzabdeckung versorgt werden.

Auftraggeber für die beiden Richtfunkmasten ist die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, auch als O2 bekannt. In deren Auftrag waren Marcel Hofbaur, Akquisiteur bei der whitespot GmbH aus Heroldsberg, und Ralf Königmaier, Inhaber von Akquicon aus Dinkelscherben, im Gemeinderat. Zeiser ging auf die beiden Flächen ein, die völlig unproblematisch und weit genug weg von Gebäuden seien: "Ein Glücksfall für eine große Versorgungssicherheit", kommentiert er. Dem pflichteten Hofbaur und Königmaier bei, zumal es angesichts der Topographie und viel Wald nicht einfach gewesen sei, gut geeignete Standorte zu finden.

Ging die Verwaltung von 40 Meter hohen Richtfunkmasten aus, korrigierten die beiden Vertreter diese Angaben. Der Mast in Straßberg wird 45 Meter, der in Kaiseringen 55 Meter hoch. Für beide muss noch ein Stromanschluss verlegt werden.

Ob die Masten nun mit Stahlgitter oder Schleuderbeton errichtet werden: Die Fundamente müssen dieselbe Abmessung haben – in der Erde zwölf mal zwölf Meter groß; sichtbar sind dann sechs mal sechs Meter. Als Baubeginn ist März 2022 anvisiert. Hofbaur und Königmaier betonten, dass bei solchen Maßnahmen bei allen Anbietern nachgefragt werde, sei es doch das Ziel, dass jeder Netzanbieter einen Mast nutzt, zumal die Baukosten auf rund 400 000 Euro pro Mast geschätzt werden.

Um Genehmigungsanträge stellen zu können, soll die Gemeinde mit Telefónica Germany einen Mietvertrag über 15 Jahre abschließen. Dafür beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung einstimmig. Straßberg erhält monatlich 225 Euro Pacht pro Mast, was einer Jahresmiete von 2700 Euro entspricht.

Bürgermeister Markus Zeiser sprach von einem Riesengewinn für Straßberg. Helmut Hartmann wurde noch deutlicher: "Ich bin zuversichtlich, dass Kaiseringen mit der schlechtesten Verbindung in Deutschland dann auch eine gute Versorgung bekommt", meinte der dort ansässige Unternehmer augenzwinkernd.

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