Mit atemberaubenden Aufnahmen und eindrucksvollen Berichten fesselt Hans Kammerlander sein bergbegeistertes Publikum bei der Eventreihe story VS.
Was treibt einen Menschen auf die höchsten Gipfel der Welt? Kaum jemand könnte diese Frage besser beantworten als Bergsteigerlegende Hans Kammerlander, der 13 der 14 höchsten Berge der Welt bestiegen hat.
Bei der Eventreihe story VS nahm er am Samstagabend sein (berg-)begeistertes Publikum in schwindelerregende Höhen mit. In den fast vollständig besetzten Reihen der Neuen Tonhalle durften die Zuhörer bequem mit einem Getränk in der Hand und ohne den Rucksack packen zu müssen, Expeditionen mit Höhen und Tiefen miterleben.
Titel des multimedialen Events: „Bergsüchtig – Nach Wänden, Graten, Gipfeln“. Die gespannte Stille im Saal, die sich mit bewunderndem Raunen und ehrfürchtigem Tuscheln abwechselte, ließ auch den Laien spüren: Hier steht eine Legende und einer der erfolgreichsten Höhenbergsteiger unserer Zeit auf der Bühne.
„Bergsucht“ seit Kindesalter
Bei Hans Kammerlander begann die „Bergsucht“ schon im Kindesalter. Mit acht Jahren, berichtet er, bestieg er heimlich seinen Hausberg in Südtirol. Der 3059 Meter hohe Große Moosstock belohnte ihn mit einem grandiosen Ausblick und veränderte das Leben des Bergbauernbuben grundlegend.
Die Zuhörer merkten ihm an, dass er gerne an die Jugendgeschichten und die folgenden alpinen Touren zurückdenkt: „Die ersten Gipfel waren einfach ganz besonders“. Aus der Anziehungskraft der Berge entwickelte sich für ihn in den folgenden Jahren eine Art Wettlauf. Nach dem Matterhorn, der Eiger-Nordwand und den Grandes Jorasses war dem jungen Talent klar: „Jetzt folgen nur noch die ganz hohen Gipfel.“
Messner öffnet Türen
Kammerlanders Idol Reinhold Messner blieb das Ausnahmetalent nicht verborgen, und so öffnete er ihm 1982 mit der Einladung, gemeinsam den Cho Oyu (im westlichen Teil des Himalaya) zu besteigen, Tür und Tor zur höchsten Liga der Berggipfel. Nepal hatte es Kammerlander, der bis dato noch nie geflogen war und keine Fremdsprache sprach, besonders angetan. Er verliebte sich in die Kultur und die Menschen und unterstützt dort noch heute Projekte für Kinder.
Harte Lektionen
Bei allen eindrucksvollen Aufnahmen, glücklichen Gipfelmomenten, Freundschaften mit Sherpas und spektakulären Skiabfahrten nach den Besteigungen wurde immer wieder deutlich: Hans Kammerlander fehlte es nie am nötigen Respekt und allein im Zelt bei der Besteigung des Mount Everest stellte auch er sich die Frage: „Warum machst du sowas eigentlich freiwillig?“
Der heute 69-Jährige ließ in seinen schnörkellosen, manchmal fast beiläufigen Schilderungen auch die schwierigen Momente nicht aus. In den Videoaufnahmen spürte das Publikum die Zermürbung, wenn er umkehren musste, erlebte Auseinandersetzungen mit Trägern in Pakistan, stöhnte erschrocken auf bei Aufnahmen schwarzer, erfrorener Zehen und fieberte mit bei den zahlreichen Anläufen, mit dem K2 den Berg aller Berge zu bewältigen.
Hans Kammerlander verlor auf seinem Weg Gefährten und Freunde an die Berge, die so immer wieder auch zu einem Feindbild für ihn wurden. Doch die Anziehungskraft überwog am Ende immer und nach allen Rückschlägen lernte er vor allem eines: nach vorne zu schauen.