Rudi Allgaier beim Beobachten der Störche Foto: Krafczyk

Beim kürzlichen Storchentreff im „Hellas“ erfuhren Freunde der gefiederten Gesellen wieder eine ganze Reihe interessanter Infos und Entwicklungen. Unter anderem konnte nachgewiesen werden, dass das Haslacher Storchenpaar „seiner“ Stadt treu geblieben ist. Auch die Gesamtzahlen offenbarten Interesse.

Nun ist die schon oft gestellte Frage nach den Störchen in Deutschlands bislang höchstem Nest beantwortet. Die Storchenexperten Franz Trautwein (Biberach) und Rudi Allgaier (Haslach), die derzeit im fast gesamten Kinzigtal von Hausach bis Ortenberg unterwegs sind, um Ringnummern abzulesen und Details zu den jeweiligen Störchen zu erhalten, haben unlängst die Nummern der Haslacher Störche festgestellt. Damit ist bewiesen, dass es das Haslacher Storchenpaar ist.

 

Störche bleiben „Heimat“ Haslach verbunden

Beim jüngst gut besuchten Storchentreff im „Hellas“ (Storchen) erfuhren die Storchenfreunde durch Allgaier, dass das Männchen die Nummer DER AY 622 und das Storchenweibchen die Nummer DER A 6315 aufweisen. Somit ist der Beweis erbracht, dass das Paar seinem Nest auf dem großen Kirchturm in rund 61 Metern Höhe treu geblieben ist.

Im benachbarten Riegel (am Kaiserstuhl) folgt das nächste hoch gelegene Nest, auf einem ausgedienten Schornstein der ehemaligen Brauerei Riegeler. Es hat nach Auskunft der Gemeindeverwaltung eine Höhe von 58 Metern, folgt also dem Haslacher Nestbau in kurzem Abstand.

Inzwischen dürfte beim Haslacher Storchenpaar die Brutzeit so ziemlich zu Ende gehen. Die Blicke der Storchenfreunde schweifen derzeit immer wieder hinauf zum Nest- auch mit Sorge, denn die derzeitige kühle, recht nasse Witterung war nicht sonderlich günstig für die Brutzeit und für eventuell dann schlüpfende Jungstörche. Es dauert ungefähr 32 Tage, bis die Eier ausgebrütet sind und die Storchenjungen schlüpfen. Wenn alles in der Brutzeit gut gegangen ist, schlüpfen circa 80 Gramm schwere, winzige Jungstörche, die dann schon Stunden später beim Geklapper der Eltern mitmachen. So bleibt es bis zu dem Moment, wo die Storchenfreunde um Rudi Allgaier, Rainer Krüger und Hubert Schultis entsprechende Beobachtungen machen, noch recht spannend. Die Spannung steigt insbesondere, wenn es darum geht, von geeigneten Aussichtspunkten die Anzahl der geschlüpften Jungstörche festzustellen. Im Augenblick aber sei, so Allgaier, noch nichts Auffälliges zu beobachten. Um solche und weitere Informationen ging es beim Treffen der Storchenfreunde.

Storchen-Populationen im Kinzigtal wachsen

So wusste Allgaier auch über die derzeitige Storchen-Population im Kinzigtal zu berichten. Inzwischen haben sich in Ortenberg, Zell am Harmersbach und Hausach Storchenkolonien etabliert. Unter den Gästen befanden sich auch Franz Trautwein (Biberach) und Karl- Heinz Nock (Zell a. H.), der über die ständig wachsende Storchenkolonie in Zell berichtete, wo inzwischen 17 Storchenhorste bestehen. Im Kinzigtal seien zwischen Ortenberg und Hausach inzwischen 37 Horste auszumachen. Das mache deutlich, dass Zell derzeit Spitzenreiter in der Ortenau sei.

Nock machte in seinen Ausführungen klar, dass diese Entwicklung, die manchen inzwischen gar zur Plage würde, die nicht von Menschen gemacht sei, durch diese allerdings werde die rückläufige Zahl der Amphibien begünstigt.

Die Natur, so Nock, werde alles regeln und solange das Nahrungsangebot für den Weißstorch stimme, so lange sei auch gewährleistet, dass er in Kinzig- und Harmersbachtal ansässig bleibe. Der für die Zeller Störche im Ehrenamt Tätige rief die Gemeinden dazu auf, die Bemühungen um den Weißstorch nicht alleine den Ehrenamtlichen zu überlassen. Diese dürften in ihren Bemühungen nicht alleine gelassen werden, denn der Storch gehe alle etwas an. Nock sprach auch die Vermutung aus, dass 2024, bedingt durch Kälte und Nässe der vergangenen Zeit, kein so gutes Storchenjahr sein werde.

Jahresausflug

Der Jahresausflug ist für Samstag, 15. Juni, geplant. Eingeladen sind wieder Storchen- und Hansjakobfreunde. Die Fahrt nach Waldshut- Bad Säckingen und über den Eichener See zur Storchenstation Holzen bietet für alle Teilnehmer wieder reichlich Abwechslung. So wird es in Waldshut zum Thema Hansjakob eine Stadtführung geben, dort hatte der Haslacher einst die Stelle des Vorstands an der höheren Bürgerschule inne. Am Eichener See geht es um einen periodisch erscheinenden See. In Holzen bei Kandern dreht sich dann alles um den Weißstorch.