Die Störche in Dietingen haben Trauriges erleben müssen. Foto: Öhler

Die Dietinger Störche haben das Brutgeschäft abgebrochen und das Storchennest um Himmelfahrt verlassen. Die Storchenfreunde sind traurig.

Dietingen - Die Brutzeit dauert normalerweise 32 Tage. Mit großer Neugier wurden Jungstörche erwartet. Doch nachdem die Eier ausgebrütet waren, haben die Storcheneltern zwei Küken aus dem Nest geworfen. Die leblosen Storchenküken wurden beerdigt.

Bis Christi Himmelfahrt

Die Störche waren dann noch eine Woche bis Christi Himmelfahrt im Nest. So entstand bei den Storchenfreunden der Eindruck, dass das Brutgeschäft fortgesetzt wurde. An Himmelfahrt haben die beiden Störche jedoch das Storchennest verlassen. Es sind zwar zwischenzeitlich kurzzeitig Störche im Nest gesichtet worden und es waren auch Störche auf den wenigen Heuwiesen und auf Feuchtwiesen bei Maria Hochheim und auf dem Tierstein zu sehen. Doch die Freude über die Störche und die Hoffnung auf den Nachwuchs musste aufgegeben werden.

Einst viele Feuchtgebiete

Während der ganzen Zeit des Storchenaufenthalts stellten die Storchenfreunde fest, dass die Störche auch wegen der andauernden Trockenheit zunehmend massive Probleme hatten, genügend Nahrung zu finden. Anfangs waren noch für die Störche Würmer aus den Wiesen zu entnehmen. Später war der Boden so hart, dass kein Schnabel mehr an die wenig ergiebigen Futterquellen vordringen konnte.

Die Zeiten der Kindheit von Albert Scheible (Erwachsenenbildung Dietingen) seien lange vorbei, so Scheible, wo die Gemarkung noch etliche Feuchtgebiete entlang des Wetterbachs und in Talauen hatte und Frösche quakten.

Blick nach Winzeln

Nach Rücksprache mit Storchenkenner Emil Moosmann und der Recherche im Internet erfuhren die Storchenfreunde, dass an etlichen Orten in Deutschland die andauernde Trockenheit zur gleichen Reaktion der Störche geführt habe. Gerade an Standorten, wo seit mehr als zehn Jahren regelmäßig Jungstörche geschlüpft seien und überlebt hätten.

Scheible: "Wenn Störche merken, dass sie für sich selber kaum Nahrung finden und den Nachwuchs nicht versorgen können, dann greifen sie aus Selbsterhaltung zu diesem dramatischen Schritt, die Jungen aus dem Nest zu werfen."

In Winzeln seien zwei gesunde Jungstörche im Aufwachsen. Doch in Winzeln gebe es seit Jahren größere Flächen von Feuchtgebieten und Biotope an Heimbach und Eschach und auch nicht intensiv bewirtschaftete Fluren, wo Störche Frösche, Würmer, Mäuse, Heuschrecken und andere Fleischnahrung fänden.

Später Nestaufbau

In Winzeln seien im vergangenen Jahr die Jungstörche aus Gründen des Wetters (Kälte und Regen) gestorben. In Dietingen war nach dem späten Nestaufbau und der drängenden Zeit für 32 Tage Brutzeit und die folgenden 60 Tage Aufzucht die Zeit sehr knapp. Mitte August müssen die Jungstörche für die große Reise des Vogelzuges eben fit sein.

Es gibt noch Vogelfutter

Vogelfutter über den Sommer gibt es bei Josef Scheible. Die Erwachsenenbildung hat noch Restbestände gelagert: etwa 60 Säcke Vogelfuttermischung seien im Vorrat. Es bestehe die Möglichkeit, bei Josef Scheible anzurufen, um einen persönlichen Ausgabezeitpunkt abzusprechen, Telefon 0171/5 22 89 07, oder bei Albert Scheible, Telefon 0151/29 11 63 82.

Auf Anmeldung könne sichergestellt werden, dass jeder Futterinteressent seinen Bedarf abholen könne.