Der Fokus des FC Holzhausen richtet sich nach dem verdienten Ausscheiden im WFV-Pokal nun auf den Schlussspurt in der Verbandsliga.
„An so einem Tag muss alles passen – das war uns vorher klar“, sagte Holzhausens Cheftrainer Daniel Seemann nach dem Abpfiff des Pokal-Duells mit den Stuttgarter Kickers. „Nach dem 1:1 hatte ich kurz das Gefühl, dass heute dieser Tag sein kann“, gab der 34-Jährige einen Einblick in seine Gefühlswelt nach dem Ausgleichstreffer durch Enrico Huss zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff. In den folgenden 55 Minuten wurde jedoch deutlich: Es war nicht „dieser Tag“.
Kein Paralleluniversum
Dennoch konnten alle Beteiligten aufseiten der Gastgeber erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen. Auch wenn der 5:1-Endstand Bände spricht, hat sich der Verbandsligist bei seinem Spiel des Jahres extrem teuer verkauft. In einem Paralleluniversum hätte man gut und gerne eine frühe Führung erzielen können. Oder es hätte beim Stand von 1:1 in die Kabine gehen können. Oder der 19-jährige Kickers-Stürmer Marlon Faß hätte einen schlechten Tag erwischen und seine Torchancen vergeben können.
2750 Zuschauer
Doch all das passierte nun mal nicht. Jovan Djermanovic erzielte nicht das frühe 1:0. Und der überragende Marlon Faß erzielte nicht nur das 2:1 kurz vor der Halbzeitpause, sondern war mit vier Toren am Ende der Mann des Tages. Und dennoch waren Zufriedenheit und Stolz die überwiegenden Emotionen der Holzhausener, die vor einer fantastischen Kulisse von 2750 Zuschauern eine couragierte Leistung gezeigt hatten.
„Die Jungs dürfen stolz sein. Es darf nicht jeder ein WFV-Pokal-Halbfinale bestreiten“, betonte auch Daniel Seemann nach dem Schlusspfiff. „Wenn man Balingen und Ravensburg ausschält, dann wird die Hypothek nun mal nicht kleiner“, zollte der Übungsleiter des FCH dem an diesem Tag schlichtweg zu starken Gegner den wohl verdienten Respekt. „Jetzt haben wir seit Freitag in der Liga und seit heute im Pokal Gewissheit“, so Seemann weiter. „Wir wollen jetzt unbedingt den zweiten Platz sichern und dann über die Relegation den Aufstieg schaffen.
Gute Ausgangslage
Während sich die Kickers also mental bereits auf das Pokalfinale gegen die SG Sonnenhof Großaspach am 23. Mai einstellen können, gilt der volle Fokus des FC Holzhausen nun dem Schlussspurt in der Verbandsliga. Der Vorsprung des Tabellenzweiten auf den TSV Oberensingen beträgt aktuell sieben Punkte. Außerdem hat die Seemann-Elf ein Spiel weniger absolviert sowie das leicht bessere Torverhältnis. Die Ausgangslage für einen Platz in der Relegation könnte also kaum besser sein.
Man hat sein Schicksal in den nächsten Wochen also selbst in der Hand. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ist der FCH zu Gast beim TSV Weilimdorf. Danach folgt mit dem Heimspiel gegen den fünftplatzierten SV Fellbach der vermeintlich härteste verbleibende Test. Die restlichen Gegner – der FC Rottenburg, der VfR Heilbronn, der FC Esslingen und die TSG Tübingen – stecken allesamt tief im Abstiegskampf und sind dementsprechend auf dem Papier klare Außenseiter. Trotz des Ausscheidens im Pokal ist die Saison für den FC Holzhausen also nicht lange nicht vorbei.