Besucher und Bewohner von Bad Wildbad müssen derzeit massive Einschränkungen in Kauf nehmen. Die Mobilfunkanbieter wollen bald Abhilfe schaffen. Zumindest provisorisch.
In weiten Teilen der Bad Wildbader Kernstadt kämpfen viele Einwohner und Besucher mit einem großflächigen Ausfall des mobilen Internets. „Es nervt einfach nur noch. Zu Hause null Empfang und ständig die Einblendung ‚Sie sind offline, bitte überprüfen Sie ihre WLAN-Verbindung‘“, ist nur einer von vielen Kommentaren von betroffenen Nutzern in den sozialen Medien zu diesem Thema.
Betroffen sind vor allem Nutzer der Mobilfunkanbieter von Vodafone und O2, zu dem auch weitere Netzanbieter wie Freenet, Alditalk und viele weitere gehören. Aktuell nicht von Störungen betroffen scheinen Kunden von der Telekom zu sein.
Antennen demontiert
Nachgefragt bei der Bad Wildbader Stadtverwaltung, teilt Bürgermeister Marco Gauger mit: „Die Antennen der Mobilfunkanbieter am Schornstein des Fernheizwerks der Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH am Meisternhang wurden demontiert. Der Grund dafür sind Sanierungsmaßnahmen. Aktuell kommt es daher vielerorts zu Engpässen beim Mobilfunkempfang.“
Auch Vodafone bestätigt den derzeitigen Ausfall. So schreibt Volker Petendorf, Konzernsprecher bei Vodafone, auf Nachfrage unserer Redaktion: „Vodafone musste am 25. Juni 2025 eine Mobilfunkstation in 75323 Bad Wildbad planmäßig außer Betrieb nehmen, da dieser Standort (an der Adresse: ‚Alte Steige 68‘) vom Vermieter gekündigt wurde.“ Dies sei ein ganz normaler und alltäglicher Vorgang. Von dieser Maßnahme ist auch O2 betroffen: „Aufgrund des geplanten Abrisses eines Kamins in Bad Wildbad, den O2 Telefónica bisher als Mobilfunkstandort genutzt hat, mussten unsere Netztechniker die Antennen zum 30. Juni 2025 abbauen“, teilt Telefónica-Pressesprecherin Kenza El Fassi mit.
Bei Vodafone werde der Mobilfunkverkehr „seitdem weitgehend über die umliegenden Stationen geführt“, schreibt Petendorf weiter. Dennoch ließen „sich die von Ihnen beschriebenen Einschränkungen nicht ganz vermeiden“.
Zweistufiger Plan
Mit einem „Zwei-Stufen-Plan“ will das Unternehmen die zuvor gewohnte Versorgung mit Mobilfunk (mobiles telefonieren und mobiles Breitband) wieder herstellen: Im ersten Schritt habe man den Funkturmdienstleister Vantage Towers damit beauftragt, „schnellstmöglich einen mobilen Funkmast nach Bad Wildbad zu bringen“, so Petendorf weiter. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück laufe auf Hochtouren – so habe etwa am Montag eine aussichtsreiche Ortsbegehung stattgefunden. „Sobald das geeignete Grundstück dafür unter Dach und Fach ist, wird der mobile Mast per LKW dorthin gebracht und aufgestellt. Anschließend werden wir ihn frequenztechnisch in das bestehende Mobilfunknetz im Landkreis Calw integrieren und für die Vodafone-Kunden in Betrieb nehmen“, teilt der Vodafone-Sprecher weiter mit. Sobald diese Station aufgebaut sei, „benötigen wir im Normalfall etwas zwei Wochen bis zur Inbetriebnahme“ – inklusive Anbindung an das weltweite Telekommunikationsnetz und frequenztechnische Einbindung in die bestehenden Mobilfunknetze im Landkreis Calw und Umgebung.
Im zweiten Schritt habe man „Vantage Towers damit beauftragt, einen dauerhaften Mastneubau zu errichten. Die Planungen hierfür laufen auf Hochtouren“. Der mobile Mast, der demnächst in Betrieb gehen soll, bleibe so lange bestehen, bis der dauerhafte Standort eingeschaltet ist.
Vorübergehende Einschränkungen
Nicht ganz so ausführlich äußert sich El Fassi für ihr Unternehmen. Bei Kunden vor Ort könne es „leider zu vorübergehenden Einschränkungen bei der mobilen Telefonie und Datennutzung kommen, was wir sehr bedauern“. Die Netztechniker verfolgten das Ziel, „schnellstmöglich einen geeigneten Ersatzstandort zu finden, damit unsere Kundinnen und Kunden wieder wie gewohnt reibungslos surfen und telefonieren können“, so El Fassi weiter. Parallel prüfe man auch die Errichtung einer temporären Standortlösung.
Dies bestätigt auch der Bad Wildbader Bürgermeister: „Die Leistung soll durch neue Anlagen wieder dauerhaft verbessert werden, wann genau war allerdings noch nicht zu hören.“ Bis es soweit ist, könnten Ersatzanlagen aufgestellt werden. „Bei der Stadtverwaltung liegen dazu Anfragen vor, die wir gerne so kurzfristig es geht ermöglichen“, so Gauger abschließend.