In Hochdorf nisten Störche. Experte Hartmut Polet machte nun die örtlichen Grundschüler mit den Eigenheiten ihrer neuen Nachbarn vertraut.
Erstmals nisten Störche im Landkreis Calw. Auf einem Strommast im Nagolder Stadtteil Hochdorf hat sich ein Storchenpaar ein Nest für den Nachwuchs eingerichtet. Seit 18. Mai können in dem Horst drei Storchenküken über eine Webcam beobachtet werden.
Damit die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Hochdorf mehr über Störche erfahren, ergriff Schülermutter Nadja Seeger die Initiative, den Storchenexperten Hartmut Polet aus Sulz mit einem Vortrag über Störche in die Schule zu holen. Organisiert wurden die Veranstaltung für alle fünf Klassen während der Unterrichtszeit von Klassenlehrerin Carolin Jäckle. Teilgenommen hat auch die Ortsvorsteherin von Hochdorf, Bianca Katz.
Der ehrenamtlich für das Landesamt für Umwelt und den Naturschutzbund Deutschland (NABU) tätige Weißstorchenbetreuer Polet brachte für die drei Vorträge vor den Grundschülern jede Menge Anschauungsmaterial mit – Fotos, Steckbriefe von Störchen und ein lebensgroßes Präparat eines Weißstorchs. Filmmaterial ergänzte seinen auf Grundschüler ausgerichteten Vortrag über die als Glücks- oder Fruchtbarkeitssymbol, aber auch Frühlingsbringer geltenden Störche.
Hintergründe des Beringens
Er erklärte anschaulich und ergänzte durch ein Video das Beringen der Jungstörche, bevor sie nach acht Wochen flügge werden. Der Ring, so Polet, gibt Auskunft über die verantwortliche Vogelwarte und diene der Vogelforschung. Beim Beringen werden die Jungtiere auch gewogen. Außerdem säubert der Storchenspezialist ihre Schnäbel.
Die Grundschüler hörten, dass die Jungstörche von ihren Storcheneltern mit Nahrung versorgt werden, die mit einem Gewicht von maximal drei Kilogramm in deren Kropf transportiert wird. Der gelernte Starkstromelektriker Polet informierte auch über die Brandgefahr für Storchennester auf Strommasten und darüber, dass Störche manchmal aus dem Nest fallen und vom Fuchs gejagt werden.
Die Männchen sind größer
„Störche dürfen zur Aufzucht nicht mit nach Hause genommen werden, das Vogelschutzzentrum in Mössingen kümmert sich um die Störche“, erklärte Storchenbetreuer Polet. Er informierte darüber, dass man männliche von weiblichen Störchen aufgrund ihrer um rund 40 Zentimeter die Storchenweibchen überragenden Größe und des längeren Schnabels unterscheiden könne. Er erzählte über deren Art, sich fortzubewegen und dass Störche nicht mehr vom Aussterben bedroht seien.
Er sprach auch darüber, dass nicht mehr alle Störche im Winter bis nach Afrika fliegen und erst im Januar zurückkommen. Teilweise flögen sie bis Spanien oder Portugal, wobei auch bei diesen Flügen Hochspannungsmasten für die Störche eine todbringende Gefahr bedeuten.
Störche fahren Traktor
Im Anschluss an den Vortrag von Hartmut Polet hatten die Grundschüler Gelegenheit, ihre Fragen zum Thema Storch zu stellen. Dabei interessierte die Schulkinder auch die Sage rund um Störche, die Babys bringen sollen. Dass Störche im Schnitt bis zu 30 Jahre alt werden können, war die Antwort auf eine weitere Frage aus den Reihen der Grundschüler.
Lustig fanden die Kinder auch, dass Störche auf Traktoren fliegen und sich vom Bauern über die Äcker fahren lassen. Schulleiterin Almut Sekulic bedankte sich bei Hartmut Polet für den beeindruckenden Vortrag mit einem Präsent.
Information
Die Hochdorfer Störche
können über die Webcam auf der Internetseite „evang-hochdorf.de“ in ihrem Horst beobachtet werden.