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Stipendiat aus Schiltach 18-Jähriger ist eins von 53 "Talenten im Land"

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Christian Corosu hat im Auswahlverfahren überzeugt. Foto: Corosu

Der 18-jährige Christian Corosu aus Schiltach hat beim Bewerbungsverfahren für das Förderprogramm "Talent im Land" überzeugt. Wie es dazu kam, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Schiltach - "Zuerst hatte ich Zweifel, ob ich genommen werde", sagt Christian Corosu aus Schiltach. Offenbar unbegründet: Der 18-Jährige ist einer von 53 Stipendiaten des aktuellen Jahrgangs bei "Talent im Land".

Das Stipendienprogramm fördert begabte Schüler aus Baden-Württemberg, die auf dem Weg zum Abitur Hürden zu überwinden haben, heißt es in einer Presseinformation.

Integration, Fremdsprachen und Meinungsfreiheit zählen zu den Interessen

Auf diese Förderung bewarb sich Corosu beworben - erfolgreich. Der 18-Jährige kam 2014 aus seinem Heimatland Italien nach Deutschland und besuchte zunächst die Werkrealschule. "Ich konnte überhaupt kein Deutsch, als ich gemeinsam mit meiner Familie nach Deutschland kam. Zu Beginn fiel es mir auch wirklich schwer und ich habe auch in der Schule nicht geredet, sondern immer nur zugehört.", erinnert er sich. Irgendwann habe es dann aber "Klick" gemacht und "ich habe gemerkt, dass ich die Sprache einfach lernen muss", erzählt er und lacht.

Nach seinem Abschluss an der Werkrealschule Alpirsbach habe er sich dann dazu entschlossen, auf das Wirtschaftsgymnasium nach Freudenstadt zu wechseln. Wie es dazu kam, dass sich Corosu auf das Stipendium beworben hat? "Mein Klassenlehrer hat mich damals darauf hingewiesen, dass es das gibt und hat mich gefragt, ob das nicht etwas für mich wäre. Da waren es allerdings nur noch zwei Tage bis zum Anmeldeschluss. Abends habe ich mir das Ganze dann genauer angeschaut und mich beworben, auch wenn ich wirklich skeptisch war, ob ich das wirklich schaffen könnte", erzählt er.

Bereits in der zehnten Klasse hat Christian Corosu den Landespreis für soziales Engagement erhalten. Er habe als Schulwegbegleiter auf die jüngeren Schüler achtgegeben, war in der Theater-AG und auch als Klassensprecher tätig. Ebenfalls habe er sich Zuhause um seine jüngeren Geschwister gekümmert und im Haushalt mitgeholfen. In seiner Freizeit zeichnet er gerne und singt. Wichtige Themen und Interessen sind für den 18-Jährigen Integration, Fremdsprachen und Meinungsfreiheit.

Mehrere hundert Bewerber

Dann habe er sich den mehreren Bewerbungsphasen gestellt. "Anfangs waren es glaube ich mehrere hundert Bewerber. Es gab unterschiedliche Aufgaben für die Bewerbung und die dritte Bewerbungsphase bestand aus einem persönlichen Gespräch, zu dem ich eingeladen wurde", erinnert er sich an den Ablauf. Dort sei er auf alle weiteren Bewerber getroffen, die es in die dritte Phase geschafft hatten. "Wir mussten in unterschiedlichen Gruppen und auch allein verschiedene Aufgaben erfüllen", sagt Corosu.

Eine Weile nach diesem Gespräch habe er dann die Zusage bekommen und erfahren, dass er einer der 53 Stipendiaten ist. "Ich habe mich sehr gefreut. Aber ich dachte trotzdem, dass es viele andere besser gemacht hatten als ich", zeigt sich der Schüler bescheiden. Für die Zukunft hat Corosu bereits eine "grobe Vorstellung". Er könnte sich etwa gut vorstellen, Jura oder Psychologie zu studieren. "Egal was war, wie schwer es in der Schule war oder so - ich habe immer weitergemacht, weil ich es nicht einsehe, nicht die selben Chancen haben zu sollen wie sie andere haben", erklärt er. Dennoch habe er "nie das Gefühl vermittelt bekommen, nicht akzeptiert zu werden", ist Christian Corosu dankbar.

Das von der Baden-Württemberg-Stiftung und der Josef-Wund-Stiftung getragene Stipendienprogramm "Talent im Land" fördert begabte Schüler aus Baden-Württemberg, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft auf ihrem Weg zum Abitur Hürden zu überwinden haben, heißt es in einer Mitteilung.

Aktuell 53 Stipendiaten

Der aktuelle "Talent im Land"-Jahrgang zählt insgesamt 53 Geförderte (38 weiblich und 15 männlich), die eine vielfältige Gruppe darstellen: 20 Schüler sind in Deutschland geboren, unter den 15 anderen Geburtsländern sind Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, Kosovo, Frankreich, Italien, Nigeria und der Senegal. Die Altersspanne reicht von 13 bis 19 Jahren.

Vier Schüler haben keinen Migrationshintergrund - 32 Stipendiaten sind dagegen innerhalb der vergangenen sechs Jahre nach Deutschland zugewandert.

Die Förderung der Stipendiaten hat am 1. September 2020 begonnen und beinhaltet ein monatliches Stipendium, persönliche Beratung sowie Stipendiatentreffen - ­die aufgrund von Corona anders stattfinden als geplant, Seminare und weitere Bildungsangebote. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei Bedarf Mittel für Nachhilfe in den Hauptfächern, Zuschüsse zu Klassenfahrten und zu außerschulischem Engagement zu beantragen.

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