Die wirtschaftliche Lage im südbadischen Handwerk ist derzeit angespannt. Foto: Leonie Asendorpf/dpa

Die Stimmung in vielen südbadischen Betrieben ist aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage gedämpft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kammer.

Die allgemeine Wirtschaftslage belastet das Handwerk weiterhin. Das Jahr 2025 war geprägt von Investitionszurückhaltung, Auftragsrückgängen in der Industrie, zum Jahresende hin vorsichtiger werdenden Verbrauchern sowie weiter fallenden Fertigstellungen im Wohnungsbau.

 

In der Konsequenz sahen sich im vierten Quartal 2025 viele Handwerksbetriebe mit sinkenden Aufträgen und geringerer Kapazitätsauslastung konfrontiert. Das geht aus der vierteljährlichen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Freiburg hervor.

Umsatzentwicklung zeigt ein negatives Bild

Das zeigt die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Freiburg. Der Konjunkturindikator – der Saldo aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen – lag zum Jahresende bei plus 17,4 Punkten. Damit schneidet das südbadische Handwerk weiterhin besser ab als das Handwerk landesweit, das lediglich einen Wert von +10,0 Punkten erreicht.

Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten demnach 55 Prozent der Betriebe als gut, 14 Prozent berichteten von einer schlechten Situation. Die Erwartungen für die ersten Monate des neuen Jahres bleiben verhalten: 19 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 23 Prozent mit einer Verschlechterung der Geschäftslage. Insgesamt bewegen sich die Erwartungen damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Auch die Umsatzentwicklung zeigte im vierten Quartal 2025 ein negatives Bild. Zwar meldeten 23 Prozent der Betriebe steigende Umsätze, 27 Prozent verzeichneten jedoch Rückgänge. Für die kommenden Monate erwarten 24 Prozent steigende und 29 Prozent sinkende Umsätze.

Die Auftragslage hat sich weiter abgeschwächt. Während 31 Prozent der Betriebe von einem rückläufigen Auftragseingang berichteten, konnten nur 19 Prozent ein Plus verzeichnen. Auch der Ausblick bleibt gedämpft: 26 Prozent rechnen mit einer sinkenden Nachfrage, 21 Prozent mit steigenden Aufträgen. Entsprechend ging der Anteil der Betriebe mit nahezu voller Auslastung leicht zurück, während mittlere Auslastungen zunahmen.

„Die Zahlen zeigen weiterhin akuten politischen Handlungsbedarf“, betont Kammerpräsident Christof Burger. Die Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes sei ein wichtiges Signal. Kritisch sei allerdings, dass der Bürokratieabbau nicht verbindlicher geregelt wurde. „Weniger Bürokratie, verlässliche Programme und faire Wettbewerbsbedingungen müssen spürbar werden. Daran wird sich jede Landesregierung messen lassen müssen.“