Guido Wolf und die CDU dominieren bei der Wahl in Hüfingen. Die AfD liegt deutlich über dem Landesschnitt. Bürgermeister und Räte äußern sich zum Wahlergebnis.
Knapp zwei Stunden, nachdem die Wahllokale ihre Pforten geschlossen hatten, ist in Hüfingen und den Ortsteilen bereits die letzte Stimme ausgezählt und gemeldet.
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat auf den letzten Metern nochmals viele Wählerinnen und Wähler mobilisiert. So auch in Hüfingen. Für eine Wahl auf Landesebene beachtliche 70 Prozent aller wahlberechtigten Hüfinger verschaffen ihrer Stimme am Sonntag Gehör. „Das zeigt, dass unsere Demokratie funktioniert“, freut sich Bürgermeister Patrick Haas über die starke Beteiligung.
Mit Blick auf das Hüfinger Ergebnis hebt Haas die 23 Prozent der AfD besorgt hervor. „Mich schmerzt das ein bisschen“, sagt er. Gleichzeitig möchte er nicht urteilen und sagt, man müsse das Ergebnis akzeptieren. Für den Bürgermeister ist es nun auch in Hüfingen die große politische Aufgabe, wieder für mehr Solidarität untereinander zu sorgen. Persönlich tut ihm auch weh, dass der bisherige FDP-Landtagsabgeordnete Niko Reith mit seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. „Ich glaube, wir verlieren damit jemanden, der sich im Landtag sehr für die Region eingesetzt hat.“
Reith fährt in Hüfingen starkes Ergebnis ein
Reith konnte in Hüfingen immerhin ein starkes Ergebnis bei den Erststimmen einfahren. 13,4 Prozent der Hüfinger hatten für ihn gestimmt. Damit hat er das Ergebnis seiner Partei bei den Zweitstimmen mehr als verdoppelt (6,4 Prozent). Die Liberalen verlieren im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2021 über zehn Prozentpunkte.
Die SPD hat die fünf Prozent auf Landesebene gerade so geschafft. In Hüfingen landen die Genossen sogar nur bei 4,9 Prozent der Zweitstimmen, halbieren damit fast das magere Ergebnis von der vorangegangenen Landtagswahl (7,35 Prozent).
Kerstin Skodell, Fraktionssprecherin der SPD im Hüfinger Gemeinderat, nennt das Abschneiden „ernüchternd“. Ihre Partei habe es in Baden-Württemberg immer schwer, „diesmal hat uns der Fokus auf Özdemir und Hagel aber nochmal massiv geschadet“. Dennoch stehe vor der SPD einiges an Arbeit, die ihre Partei nun unbedingt angehen müsse.
Etwas gemischte Gefühle hat Markus Leichenauer, Sprecher der CDU-Gemeinderatsfraktion, beim Blick auf das Wahlergebnis. „Ich freue mich über die deutliche Zustimmung für Guido Wolf“, sagt er. Wolf hat mit 36,1 Prozent der Erststimmen in Hüfingen fast 14 Prozentpunkte mehr als der zweitplatzierte Kay Rittweg von der AfD. Grünen-Kandidat Jens Metzger kommt auf 17,5 Prozent Stimmanteil.
CDU liegt deutlich vor den Grünen
Während die Hochrechnungen am Abend von einem leichten Vorteil für die Grünen gegenüber der CDU landesweit ausgehen, ist das Bild in Hüfingen also ein anderes. Auch bei den Zweitstimmen liegt die CDU mit 32,5 Prozent deutlich vor den Grünen (23,1 Prozent), die drei Stimmen mehr als die AfD einfahren konnten.
„Ich sehe das gelassen“, sagt Peter Albert, der für die Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU) im Hüfinger Gemeinderat ist. Der Wahlkreis Donaueschingen-Tuttlingen sei eben konservativer, als die Wählerschaft in den größeren Städten. Er freut sich in erster Linie über die Aufholjagd von Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir. „Vor Monaten sah es deutlich schlechter aus.“ Beim Wahlkampf mit dem Grünen-Kandidat Jens Metzger habe Albert aber bemerkt, dass viele sich erst spät entschieden haben. „Das Abschneiden der AfD in Hüfingen ist sehr kritisch zu sehen“, erklärt Albert beim Blick auf die restlichen Ergebnisse.
Geschockt schaut Michael Steinemann vom Freien Forum auf das Ergebnis der AfD im Wahllokal St. Verena, wo die Partei bei den Urnenwählern fast 36 Prozent der Stimmen erhalten hat – ihr bestes Ergebnis im Hüfinger Stadtgebiet. „Wir müssen hinterfragen, wie das passieren kann“, sagt Steinemann.
AfD mit stärkerem Ergebnis als auf Landesebene
Die Partei liegt bei den Zweitstimmen in Hüfingen (23 Prozent) zwar hinter dem Kreisergebnis (26,7 Prozent), aber dennoch klar über den landesweit etwa 19 Prozent. „Wir müssen fragen, warum solche Wähler in Hüfingen überrepräsentiert sind. Auch vor dem Hintergrund, dass die AfD hier in der Stadt nicht wirklich vertreten ist.“
Die Hochburgen
Beste Ergebnisse
Wahlsieger sind in Hüfingen die CDU und ihr Kandidat Guido Wolf. In Fürstenberg zeigt sich diese Dominanz besonders deutlich. Hier kommen Wolf bei den Erststimmen auf 53,1 Prozent und seine Partei bei den Zweitstimmen auf 51,6 Prozent. Die Grünen konnten ihr bestes Ergebnis im ersten Briefwahlbezirk einfahren (27,5 Prozent). Die AfD sammelte die meisten ihrer Stimmen hingegen an der Wahlurne, besonders im Wahllokal in der Kindertagesstätte St. Verena, wo die Partei auf 34,7 Prozent der Stimmen kommt.