Relativ ähnlich sahen Murat Isik und sein Pendant Pascal Reinhardt das Finale um den WFV-Pokal. Der Einsatz von Simon Klostermann hätte ein zu großes Risiko dargestellt.
Die obligatorische Pressekonferenz lief gerade ein paar Momente, da wurde sie auch schon „gecrasht“. Mehrere Spieler des neuen Pokalsiegers kamen in den Raum gestürmt und verpassten ihrem Coach Pascal Reinhardt eine saftige Bierdusche. Während bei der SG beste Laune herrschte, war die Laune bei Balingens Murat Isik verständlicherweise eine andere.
Der 49-Jährige räumte ein: „Die Enttäuschung ist riesig. Wir wollten dieses Finale natürlich unbedingt gewinnen. Ich finde wir haben eine gute 1. Halbzeit gespielt und hatten durch Jan Ferdinand zwei tolle Chancen.“
Risiko bei Klostermann
Dass der scheidende Stürmer in der Startelf stand, hing sicherlich auch mit der Blessur von Simon Klostermann zusammen. Dieser stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, machte sich auch warm, kam aber nicht zum Einsatz. Isik erklärte: „Es wäre mit einem Risiko verbunden gewesen. Für 20-30 Minuten hätte es reichen können, aber eben nicht ohne Risiko. Das Spiel heute war wichtig, aber wir haben noch die Aufstiegsspiele und wollen in die Regionalliga. Dort soll er top-fit sein.“
Ein weiteres „Sorgenkind“ ergab sich mit Keeper Dennis Klose, der vor dem 0:1 gepatzt hatte. In der 1. Halbzeit wurde er noch an der Hand behandelt, zehn Minuten vor dem Ende musste er wegen Oberschenkelproblemen vom Feld. „Er hat einen Stich im Oberschenkel gespürt. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes“, konnte Isik noch nicht all zu viel sagen. Über den ersten Gegentreffer sagte er: „Das 0:1 hat uns gekillt und das 0:2 dann den Stecker gezogen. Großaspach ist der verdiente Sieger.“
Reinhardt lobt Tasdelen
Dies sah auch Reinhardt so. Er gab zu Protokoll: „Das Tor hat uns enorm gut getan. Balingen hat dann ungewöhnlich viele lange Bälle gespielt. Wenn man gegen so einen Gegner in der 2. Halbzeit praktisch nichts zulässt, ist das schon gut.“
Dass er den überragenden Mert Tasdelen als ersten Akteur vom Feld nahm, war indes auch erzwungen. „Er hat eine enorme Qualität und auch gegen den Ball im letzten Jahr einen großen Schritt gemacht. Er hat ein leichtes Ziehen gespürt, deswegen mussten wir ihn rausnehmen“, so Reinhardt. Seine Mannschaft feierte in den Katakomben noch lautstark – auch Schlagersängerin Vanessa Mai war bei dem großen Jubel dabei.