Null Punkte zu Hause, dazu drei Gegentore in einer Halbzeit – das kennt man von den Stuttgarter Kickers nicht. Wie schätzen die Beteiligten nach dem 1:3 in der Fußball-Regionalliga gegen Eintracht Frankfurt II die Lage ein?
Die Stuttgarter Kickers verlieren vor 6530 Zuschauern im Gazi-Stadion auf der Waldau nach 16 ungeschlagenen Regionalligaspielen in Serie gegen Eintracht Frankfurt II mit 1:3 (0:3). Wir haben die Stimmen der Protagonisten.
Mustafa Ünal (Kickers-Trainer): „Wir haben keinen Grund nervös zu werden. Wir sind und bleiben der Aufsteiger und spielen eine herausragende Saison. Die kann man nicht zerstören. Wir können uns nur die Krone aufsetzen, mehr nicht. Wenn wir es schaffen, bis zum Ende vorne dabei zu bleiben, dann schaut man, ob es geht oder nicht. Dann haben wir schon alle Erwartungen übertroffen. In dieser Liga kann jeder kicken, wir sind nicht der FC Bayern der Liga, das sollte auch mal jedem klar sein. Wir müssen in jedem Spiel an unsere Grenze gehen. Wir stehen deshalb ganz vorne, weil wir die Mannschaft sind, die am häufigsten als Einheit an ihre Grenze gekommen ist, nicht weil wir die Mannschaft sind, die den teuersten Kader und die besten Spieler hat. Aber klar, wir wollen das Maximale rausholen und dann schauen wir mal, was am Ende herauskommt.“
Kristjan Glibo (Eintracht-Trainer): „Wir wussten, dass wir heute eine top Leistung brauchen gegen eine sehr starke Mannschaft, die seit 16 Spielen ungeschlagen war. Mein Team war abgezockt und hat sich in alles reingeworfen. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise wie wir gespielt haben und mit der Einstellung. Dafür ein Riesenkompliment an meine junge und auch ersatzgeschwächte Mannschaft. Die Kickers haben ein top Team, klasse Fans, sie werden ihren Weg gehen.“
Marc Stein (Kickers-Sportdirektor): „Wir sind denkbar schlecht ins Spiel gekommen. Danach hat die Mannschaft nicht alles so investiert, wie wir es gewohnt sind. Es wäre gut gewesen, wenn wir nur mit einem 0:1-Rückstand in die Pause gegangen wären. Doch dann hat die Mannschaft kurz vor der Halbzeit den Kopf verloren. Nach dem Wechsel hat sie dann ihr eigentliches Gesicht gezeigt und sich klar gesteigert. Das macht Mut. Es war klar, dass wir nicht alle Spiele gewinnen können. Jetzt müssen wir am Karsamstag in Hoffenheim schauen, dass es wieder in die andere Richtung geht.“
Rainer Lorz (Kickers-Präsident): „Solche Spiele gibt es halt. Frankfurt war bissig, spielerisch sehr stark und hatte einen top Torwart. In der ersten Halbzeit hat bei uns nichts gepasst. Wir werden jetzt aber sicher nicht wegen einer Niederlage nervös.“
Nico Blank: „Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles versucht und auch eine Reaktion gezeigt, aber es sollte an diesem Tag einfach nicht sein. Das 1:3 fiel zu spät.“
Felix Dornebusch: „Die Enttäuschung ist groß, keine Frage. Drei Gegentore sind wirklich etwas ganz Ungewohntes für mich und unsere Mannschaft. Aber die spielerisch starke Eintracht hat unsere Fehler clever und abgezockt genutzt. Unsere starke zweite Halbzeit gibt aber Mut für die nächste Partie in Hoffenheim. Die TSG hat, wie Frankfurt auch, sehr gute Einzelspieler, doch im Hinspiel haben wir sie bei unserem 1:0-Sieg gut beherrscht. In der Hinrunde hatten wir gegen Balingen, Aalen und in Frankfurt auch keine gute Phase und haben danach unsere Erfolgsserie gestartet. Das ist auch jetzt unser großes Ziel.“
Niklas Kolbe: „Wir haben verdient verloren, weil unsere individuellen Fehler bestraft wurden. Nach der Pause haben wir voller Leidenschaft die Tugenden gezeigt, die uns als Mannschaft und als kompletten Verein auszeichnen.“
Christian Mauersberger: „Lange Zeit fehlten heute irgendwie ein paar Prozent. Ich hatte den Eindruck wir können spielen, spielen, spielen – und treffen nicht. So eine Phase mit zwei Spielen hintereinander ohne Sieg müssen wir jetzt durchstehen und in Hoffenheim die richtige Reaktion zeigen.“