Ein Abend der Singer-Songwriter: Der britische Superstar James Bay begeisterte 1300 Fans, sein Support war Dominik Büchele aus Herbolzheim.
Entspannter hätte der Auftakt der Marktplatzkonzerte des Stimmen-Festivals wohl nicht sein können. Denn die Zutaten für einen legeren Sommerabend waren vorhanden: Zwei Singer-Songwriter, beide 34, es weht ein laues Lüftchen, und auf dem Marktplatz herrscht keine enge Druggede.
Der Name des Künstlers eher unbekannt
5000 Menschen passen auf den Platz, 1300 waren da. Das eher überschaubare Interesse beim ersten Konzertabend liege wohl daran, dass zwar einige Lieder von James Bay international bekannt sind, der Name des Künstlers aber in Deutschland nur wenigen etwas sage, vermutet Ingmar Lorenz, Pressesprecher des Burghofs.
In England ein absoluter Superstar
In seiner Heimat England jedenfalls ist der Sänger, Songwriter, Gitarrist und Produzent ein Superstar. Immerhin brachte ihm dort 2014 sein Album „Chaos in Calm“ mit den beiden Superhits „Let it go“ und „Hold back the river“ dreifach Platin sowie Grammy-Nominierungen ein und fortan eroberte er bei ausverkauften Tourneen vor Millionen-Publikum die Bühnen dieser Welt.
Doch es gibt sie auch in Lörrach, die hartgesottenen Fans, die in der ersten Reihe jedes Wort mitsingen, kreischen, schon fast ausrasten.
Ein ganz lässiger Typ
Der gut gelaunte James Bay mit Hut interagiert und scherzt mit dem Publikum. Er gibt sich völlig lässig, wirft zwischendurch seine Jacke weg, tänzelt und lächelt immer wieder. „You know it“ („Ihr kennt es“) sagt er bei „Let it go“ und die Fans stimmen textsicher mit ein, vor allem beim Refrain. Der Brite begeistert mit seiner außerordentlich großen Range – in seinen hohen und tiefen Tönen. Und in den tiefen erzeugt er sogar Gänsehaut.
Besondere Momente an den Instrumenten
Er und seine Band beeindrucken auch mit instrumentaler Virtuosität. Gleich mehrmals widmen sie sich mehrere Minuten lang nur ihren Instrumenten, geben dem Gitarrensound viel Raum. Es ist einfach herrlich anzusehen, wie sie die Bühne rocken, sich in jeden Ton reinknien. Besonders ist auch der Moment, wenn Bay allein im Scheinwerferlicht auf der Bühne steht und nur seine Stimme und seine Gitarre wirken lässt. Er wechselt schnell zwischen den tiefen und hohen Tönen, als gäb es nichts Leichteres. Dabei kann er laut und leise.
Dann animiert er wieder zum Klatschen und Springen und erfreut sich daran, dass sich die Fans immer mehr eingrooven, und auch er selbst heizt immer mehr auf.
James Bay ist gerne in Lörrach
Er lobt die Fans, den wunderschönen Marktplatz und sagt: „Ich bin gerne hier.“ Bei „Hold back the river“ ist das Publikum dann nicht mehr zu halten, denn diesen Megahit kennt hier wirklich jeder. Doch das war schon das große Finale. Zugabe: Fehlanzeige. Warum? Weiß keiner.
Und noch eine Frage bleibt an diesem Abend offen: Warum nicht noch viel mehr Hits dieses lässigen Songwriters in Deutschland Bekanntheit erreicht haben? Immerhin hatte er einige mit viel Ohrwurm-Potenzial auf seiner Setlist.
Der Support kommt aus Südbaden
Zuvor hatte Dominik Büchele aus Herbolzheim Support geleistet. Da gibt es einige Parallelen zu James Bay: Er ist auch 34 und hat ebenso eine raue, kratzige Stimme, die unter die Haut geht. Auch seine Songs bleiben im Ohr. Ein amüsanter Nebenschauspielplatz: Ein Lörracher spielt aus dem Fenster oberhalb der Eisdiele Mona Lisa mit seiner Gitarre mit.