Ab Herbst wird eine Druckleitung für Abwasser aus Erlaheim und Binsdorf gebaut. Außerdem ist ein neues Regenrückehaltebecken geplant, das gegen Biber abgesichert werden muss.
Der geplante Umbau der Kläranlage Binsdorf/Erlaheim war das Hauptthema des Geislinger Ausschusses für Umwelt und Technik in dessen jüngster Sitzung. Als „Strukturverbesserung“ wird diese im Beamtendeutsch bezeichnet, „Stilllegung“ würde man im Alltag dazu sagen.
Zum Ende des Jahrzehnts soll die Anlage am Keinbach nur noch als Pumpwerk arbeiten. Auch das Abwasser aus den beiden kleinen Ortsteilen soll dann – wie bereits seit 1977 jenes aus der Kernstadt Geislingen – beim Zweckverband in Balingen gereinigt werden.
Die von der baden-württembergischen Landesregierung vorangetriebene Zentralisierung der Abwasserreinigung beschäftigt Geislingen seit 2020. Dieses Jahr geht es nach langen Vorbereitungszeit an die baulichen Veränderungen.
Rückhaltebecken
Erster Schritt ist ein Retentionsbodenfilterbecken am Riedbach zwischen Hummel- und Ellenberg. „Das ist im Grund in 80 bis 90 Meter langes, 30 Meter breites Becken mit Schilf drin“, erklärte Stadtbaumeister Markus Buck.
Ein ähnliches gibt es unweit der Kläranlage nahe Engstlatt bereits. Bei Starkregen fängt es auf, was aus dem Kanal überläuft, wenn dieser die Wassermengen nicht mehr fassen kann.
Dieses Wasser darf nicht in den Bach, sondern muss in dem Becken versickern und dadurch sauber werden. Das verhindert auch, dass in die Balinger Kläranlage noch mehr „Fremdwasser“ gelangt, das gar nicht gereinigt werden müsste.
Das neue Becken wird nahe des alten Betonbassins gebaut, bereits an der Grenze zu Ostdorf. Die dort stehenden Bäume werden gefällt. Am vorgesehenen Standort ist noch ein weiterer Termin mit der Naturschutzbehörde vorgesehen.
Weil in diesem Bereich Biber leben, muss das Becken so gebaut werden, dass die Tiere seine Funktion nicht beinträchtigen können. Beispielsweise könnten sie sich darunter durchgraben.
Baubeginn im Herbst
Mit der Planung soll das Ingenieurbüro beauftragt werden, das bereits die „Strukturverbesserung“ begleitet. Das Honorar beträgt knapp 66 000 Euro, dafür gibt es Geld aus der Landesförderung.
So viel kostet auch der Stromanschluss für das neue Pumpwerk beim Parkplatz an der Kreisstraße 7121 auf den Erlaheimer Feldern. Dorthin gelangt Abwasser aus dem Keinbachtal durch eine neue Druckleitung die ab Herbst für geschätzt 1,6 Millionen Euro gebaut werden soll.
Ab „Weiherle“ in vorhandenen Kanalrohren
Von diesem Knotenpunkt geht es zusammen mit Abwasser aus Rosenfeld bis zum Galgenkreuz, dem höchsten Punkt der Leitungsstrecke. „Ab da läuft des den Buckel runter bis in unsere Kanäle“, erklärte der Geislinger Bauamtsleiter.
Der Anschluss erfolgt im Gewerbegebiet Weiherle, von dort geht es durch vorhandene Rohre weiter in Richtung Engstlatt. Die gemeinsam genutzten Druckleitungen und das Pumpwerk zahlen die Städte Rosenfeld und Geislingen anteilig der jeweils anfallenden Abwassermengen.
Frage zur Stromversorgung
Gemeinderat Lothar Müller wollte wissen, ob es am Gibt es am Galgenkreuz sichtbare Installationen gebe. Laut Buck wird ein unterirdischer Übergabeschacht von der Druck- auf die Fallleitung gebaut, aber nichts oberirdisch. Derzeit untersucht ein Geologe das Gelände, durch das die neuen Leitungen verlaufen.
Gemeinderat Torsten Acker wollte wissen, ob der Strom, der auf der geplanten Freiflächen-Fotovoltaikanlage Häsenbühl erzeugt wird, direkt für die Pumpwerke genutzt werden kann. Das ist laut Buck nach derzeitigem Stand nicht möglich.