Stiftung Warentest lobte unter anderem die einfache Handhabung: Der Insektenstichheiler „Heat it“ wird an das Smartphone gesteckt. Mithilfe einer App wird die gewünschte Temperatur ausgewählt und „Heat it“ auf den Stich aufgelegt, um den Juckreiz zu mindern. Foto: Moritz Thumann

Christof Reuter aus Friesenheim ist einer der vier Gründer der Kamedi GmbH in Karlsruhe. Die Firma vertreibt das medizinische Produkt „Heat it“, das den Juckreiz bei Insektenstichen durch Wärme mindert. Das überzeugte nun auch Stiftung Warentest.

Aus dem einstigen Studentenprojekt am Karlsruher Institut für Technologie ist inzwischen eine Firma mit 20 Mitarbeitern geworden: Seitdem unsere Redaktion 2021 das letzte Mal über „Heat it“ berichtet hatte, haben das Produkt und die zugehörige Firma Kamedi „eine ganz schöne Reise hinter sich“, resümiert Christof Reuter im Gespräch mit unserer Redaktion.

 

Damals, 2021, war Reuter bei der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ zu Gast, um Geld für die Entwicklung der damals einjährigen Firma zu erhalten. Zu einem Deal mit den Investoren war es nicht gekommen, dem Erfolg des Produkts und der Firma tat das jedoch keinen Abbruch. Mit anderen Investoren hatten die vier Gründer keine Probleme die Finanzierung zu stemmen, seitdem hatte die Firma eine erfolgreiche Saison nach der anderen, berichtet der 31-Jährige unserer Redaktion.

2024 verkaufte die Firma den millionsten Insektenstichheiler

Seit 2021 führen Reuter sowie Armin Meyer und Lukas Liedtke die Firma als Geschäftsführer im Hauptberuf. 2024 wurde das millionste Gerät verkauft. „Wir hatten bislang zwei größere Produktupdates. Das Produkt kommt auf dem Markt super gut an. Wir haben viele Kunden, die durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf uns aufmerksam geworden sind“, berichtet Reuter unserer Redaktion.

Auch Stiftung Warentest hat „Heat it“ überzeugt: In einem aktuellen Vergleich von 14 Insektenstichheilern belegt das Gerät den ersten Platz – und geht aus dem Test als einziges Produkt ohne jegliche Mängel hervor. Besonders die zuverlässige Wirkung, die intuitive Handhabung und die exzellente Verarbeitung seien gelobt worden.

Firma setzt auf „Made in Germany“

„Da ich für die technische Entwicklung verantwortlich bin, fand ich es schön, das Produkt bei der Stiftung Warentest nun auch extern getestet zu sehen“, freut sich Reuter über das sehr gute Ergebnis, das „Heat it“ erzielt hat.

Dieses sei in seinen Augen kein Zufall: Bewusst hat sich die Firma Kamedi dazu entschieden, dass ihr Gerät „Made in Germany“ sein soll .„Wir machen die komplette Endmontage in Karlsruhe und auch die technische Entwicklung – und waren mit der Entwicklung immer zufrieden “, betont Reuter.

Neue Märkte sollen erschlossen werden

Erhältlich ist das Produkt nicht nur über das Internet, sondern auch im Einzelhandel, etwa in Apotheken, Elektronik- oder in Autogeschäften. Aktuell ist die Firma dabei, das Produkt stärker international zu vermarkten, etwa in den USA und in Asien, um dort neue Märkte zu erschließen. Auch an einem Nachfolgeprodukt arbeite man schon – das ist aktuell jedoch noch geheim. Die Erfolgsgeschichte der Firma Kamedi scheint also noch lange nicht abgeschlossen zu sein.

So funktioniert es

Wirkprinzip:
Statt auf chemische Inhaltsstoffe setzt „Heat it“ auf das medizinisch belegte Prinzip der Hyperthermie, um den Juckreiz und den Schmerz bei einem Insektenstich zu mindern: Die betroffene Hautstelle wird kurzzeitig auf circa 51 Grad erhitzt. Auf diesen Wärmeimpuls reagieren die Nerven der Haut. Nach dem Stand der Forschung werde davon ausgegangen, dass dies die Reizweiterleitung reduziert. „So kann das Jucksignal nicht mehr richtig übermittelt werden und das Bedürfnis, sich zu kratzen, verschwindet“, erklärt die Firma Kamedi auf ihrer Homepage.

Anwendung:
Das Gerät ist mobil über das Smartphone anwendbar: Es wird per USB-C oder Lightning an den Smartphone-Ladeanschluss gesteckt und über die zugehörige App gesteuert. Die Temperatur und Behandlungsdauer lassen sich über zwölf Modi individuell anpassen. So sei die Behandlung auch für empfindliche Haut oder Kinder geeignet. Nach kurzem Aufheizen wird die Kontaktfläche des „Heat it“ auf den Stich aufgelegt. Je nach Einstellung in der App dauert die Behandlung laut Firmenhomepage vier, sieben oder neun Sekunden und erreicht eine Temperatur zwischen 47 und 52 Grad. Die App gibt Rückmeldung, sobald die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Mit einem vollen Smartphone-Akku sind laut der Firma etwa 1000 Anwendungen möglich.