Beate Hiller mit Luca und Emilia im Garten der Rominger-Einrichtung Foto: Peter Michael Petsch

Die Stiftung Rominger Kita und Kindergarten hat zwei Millionen Euro investiert und damit die 136 Jahre alte Einrichtung im Stuttgarter Süden auf Hochglanz gebracht. Sie entspricht nun den neuen Brandschutzbedingungen und bleibt Eltern und Kindern weiterhin erhalten.

Die Stiftung Rominger Kita und Kindergarten hat zwei Millionen Euro investiert und damit die 136 Jahre alte Einrichtung im Stuttgarter Süden auf Hochglanz gebracht. Sie entspricht nun den neuen Brandschutzbedingungen und bleibt Eltern und Kindern weiterhin erhalten.

Stuttgart - Seit Januar 2013 sind die Vorstände der Stiftung Rominger nunmehr selbst verantwortlich für das Vermögen, das auf die Initiative von Johannes Rominger zurückgeht. Der Kaufmann, der ein Haushaltswarengeschäft an der Königstraße führte, wollte den verwahrlosten Kinder in der Möhringer Straße eine Heimat geben, die ihre Familien, meist Fabrikarbeiter, tagsüber nicht bieten konnten. 1878 eröffnete er eine Krippe, deren Trägerschaft er in die Hände einer Stiftung legte und die seit den vergangenen 136 Jahren Romingers Gedanken fortführte.

Seit 2006 ist die Buchhändlerin Beate Hiller ehrenamtliche Stiftungsvorsitzende und wurde nach noch nicht einmal drei Jahren mit einem unabänderlichen Umstand konfrontiert: „Die Einrichtung wäre 2015 geschlossen worden, wenn wir die Sanierung nicht begonnen hätten.“ Das aber kam weder für sie noch für ihre Vorstandskollegen in Frage – trotz der Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro.

Vor allem am Brandschutz lag’s, dass die Bau- und Genehmigungsbehörden Konsequenzen forderten. Die Evangelische Kirchenpflege, damals noch mit der Verwaltung des Finanz- und Vermögenshaushalts der Stiftung Rominger betraut, hat die Planungen und das folgende Genehmigungsverfahren zwar noch begleitet, musste zum 1. Januar 2013 dann das Zepter aber auf Wunsch der Stiftung zurückgeben. Kämmerer Hermann Beck war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreiche.

Jetzt also tragen Beate Hiller, der Kinderarzt Eberhard Schilling und Waltraud Dawood als Vorstandsgremium die Verantwortung und leisten die Arbeit, die weit über den Verwaltungsakt hinausgeht, zum Beispiel die vorübergehende Trennung der derzeit zehn Kindergruppen und 140 Kinder während des Umbaus. „Wir brachten die Krippenkinder in der Kita des Klinikums in der Bismarckstraße unter und die Großen zwischen drei und sechs Jahren im Waldheim Bruderrain“, erzählt Hiller, immer noch dankbar für das große Entgegenkommen von allen Seiten. Damit Eltern mit zwei Kindern nicht beide Einrichtungen ansteuern mussten, war ein Pendel-Bus eingesetzt.

Dann wurde das Haus geräumt: Eingelagertes unterm Dach hervorgezerrt, Akten aus 136 Jahren Krippen- und Kindergartenbetrieb gesichert, Mobiliar eingelagert oder vorübergehend ins Freie ausgelagert. „Zwischendurch lagen schon mal die Nerven blank“, sagt Waltraud Dawood.

Was daraus geworden ist, kann sich sehen lassen. Im ehemaligen Kindergarten wurden die Räume hell modernisiert und für Krippenkinder bereitgestellt. Es gibt ein Atelier und Bewegungsräume und zusätzliche Fluchtwege im Haupthaus. Dort wurden im zweiten Stock die ehemaligen Mansardenzimmer der Ordensschwestern zu Gruppenräumen umgebaut, und unterm Dach, das früher roh und unisoliert war, haben die Erzieherinnen, die pädagogische Leiterin der Einrichtung, Tanja Renkl-Evers, und die Hauswirtschafterinnen Arbeits-, Ruhe- und Konferenzräume. Täglich wird frisch gekocht für die Kinder, die von 7 bis 17 Uhr betreut werden. Deshalb riecht es am Vormittag öfter mal verlockend nach Sauerkraut, Pudding oder Gebackenem. Kein Wunder, dass die Frage aufkommt: „Essen wir noch vorm Mittagsschlaf?“

„Wir müssen unsere Stiftung wieder ins Gespräch bringen und Einlagen einwerben“, sagt Beate Hiller. Denn abseits von den Sanierungskosten warte auch noch der Garten auf Erneuerung. Krippe und Tagheim sind auch ohne ihr Zutun begehrt: „Wir haben 200 Kinder auf der Warteliste“, bestätigt die Pädagogin Tanja Renkl-Evers.

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