Als das Ergebnis der Stichwahl bekannt wurde, gab es Applaus für den neuen Bürgermeister Matthias Stepan. Foto: Wolfgang Krokauer

Schömberg hat gewählt. Matthias Stepan ist neuer Bürgermeister in Schömberg. Bekommt der neue Mann einen guten Draht zu den Gemeinderäten?

Bei der Stichwahl für einen neuen Bürgermeister in Schömberg hat Matthias Stepan (43) aus Maisenbach-Zainen 63,9 Prozent der Stimmen bekommen. Auf Michael Hopf (44) aus Schömberg entfielen 36,1 Prozent. Stepan wurde damit zum Nachfolger von Matthias Leyn gewählt, der zum 31. März aus dem Amt ausscheidet. Leyn war erst 2023 als einziger Kandidat für weitere acht Jahre wiedergewählt worden.

 

Das eindeutige Ergebnis hat so manchen überrascht. Auch Stepan selbst hatte gedacht, dass es knapper werden könnte. Bei einem zweiten Wahlgang stelle sich stets die Frage, ob es gelinge, die eigenen Wähler noch einmal zu mobilisieren, gab er am Wahlabend zu bedenken. Das sei ihm offensichtlich gelungen.

Der stellvertretende Bürgermeister von Schömberg, Udo Bertsch (von links), und der stellvertretende Landrat Frank Wiehe gratulierten Matthias Stepan zum Wahlsieg. Stepan kam in Begleitung seiner Frau Amy und seinen beiden Kindern Maximilian und Johannes am Wahlabend ins Rathaus. Foto: Wolfgang Krokauer

Udo Bertsch, Fraktionsvorsitzender der UWV, freute sich über das Ergebnis: „Ich bin sehr zufrieden. Schömberg hat einen neuen und motivierten Bürgermeister. Das ist die Hauptsache.“ Er wäre mit beiden zufrieden gewesen, machte Bertsch deutlich.

Qualifizierte Bewerber

Schömberg habe das Glück gehabt, dass die Bewerber so qualifiziert gewesen seien und dieses Amt auch wollten, so Bertsch: „Die Glücksgemeinde kann sich doch glücklich schätzen.“

Jörg Krax, Fraktionsvorsitzender der MUZ, war überrascht, wie deutlich das Ergebnis ausfiel. Er hatte eher ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Großer Vorsprung

Der MUZ-Fraktionschef findet es gut, dass nicht etwa 100 Stimmen den Ausschlag gegeben hätten. Wegen seines großen Vorsprungs habe der neue Bürgermeister noch einmal eine ganz andere Legitimität. Dann gebe es auch keine Diskussionen darüber, was bei einer höheren Wahlbeteiligung passiert wäre. Diese war mit 47,2 Prozent nicht sehr hoch. Zwei Wochen zuvor waren es noch 61 Prozent.

Nicht gleich Pflöcke einschlagen

Die MUZ-Fraktion sei gespannt auf Stepan, so Krax weiter. Jetzt gelte es, dass sich beide Seiten auf die jeweils andere einstellten.

Seine Fraktion werde dabei nicht gleich Pflöcke einschlagen. Er freue sich auf den neuen Bürgermeister, so Krax. Spannend werde es, wie die Sitzungen unter Stepan abliefen.

Fairer Wahlkampf

Gemeinderat Friedbert Stahl gratulierte Stepan im Namen der CDU-Fraktion zur Wahl: „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Stepan.“ Stahl bedankte sich aber auch bei den unterlegenen Kandidaten Michael Hopf und Steffen Uwe Hoffmann: „Der Wahlkampf war fair und eine klare Ansage für gelebte Demokratie.“ Jetzt gelte es, mit Stepan die notwendigen Maßnahmen anzugehen: „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.“ Schade fand Stahl die relativ geringe Wahlbeteiligung.