Die letzte Anpassung der Hundesteuersatzung der Gemeinde Rangendingen liegt etliche Jahre zurück. So viel mehr werden die Vierbeiner ab Januar kosten.
So hat es der Gemeinderat am Montag parallel zur Wassergebührenanpassung nach lebhaften Diskussionen beschlossen. Die überarbeitete Satzung sieht 150 Euro für einen Hund vor. Jeder weitere Hund kostet wie gehabt den doppelten Satz des Ersthundes, also 300 Euro.
Noch tiefer in die Tasche greifen müssen Besitzer von Kampfhunden: Sie haben ab Jahresbeginn 800 Euro für den Ersthund und 1600 Euro für jeden weiteren Kampfhund zu berappen. Zum Vergleich: Vorher kostete ein „normaler“ Hund 85 Euro und 170 Euro ein Kampfhund.
In der Hundesteuer sieht Kämmerer Wannenmacher unter anderem eine Lenkungsfunktion, damit es nicht zu viele Hunde gebe. Grob 10 000 Euro jährlich fallen an indirekten Kosten an. Mit dem Geld werden zum Beispiel öffentliche Flächen und die Hundeklos von Bauhofmitarbeitern gereinigt.
Marken als Nachweis für Steuerzahlung
Die Sätze für Kampfunde, so führte Bürgermeister Manfred Haug in der Sitzung aus, seien auch in anderen Gemeinden und Städten deutlich steigend. Sechs Kampfunde von vier Besitzern sind laut Wannenmacher in Rangendingen registriert.
Siegfried Kuhn sprach den Kann-Paragraphen der Hundesteuermarken in der Satzung als Kontrollfunktion an. Am Halsband dienen die Marken als offizieller Nachweis der Steuerzahlung. Hierzu führte Haug dazu aus: „Wir gehen zuerst an die Steuer ran.“ Auf die Marken wolle man vorerst verzichten.
Aus Ausgabe von Hundesteuermarken sei mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Sie müssten jährlich ausgegeben werden. Der Bürgermeister weiß sehr wohl, dass nicht alle Hundebesitzer ihre Tiere dem Rathaus gemeldet haben. Aktuell registriert sind 300 Hunde.
Kampfhunde werden besonders teuer
Gemeinderat Reinhold Dieringer fand die von der Verwaltung vorgeschlagenen Gebühren von 120 Euro für den Ersthund und 600 Euro für einen Kampfhund viel zu niedrig. Er legte noch eine Schippe drauf. Damit es nicht noch mehr Hunde werden, so Dieringer, „muss es so sein, dass es für den Hundebesitzer wirklich merklich ist“. Und weiter: „Wenn wir die Zahl der Hunde angehen wollen, dann müssen wir das Problem an der Wurzel packen.“
Das gelinge nur, „wenn wir entsprechende Gesetzte haben, die weh tun.“ Dieringer schlug deshalb vor, die Hundesteuer nicht auf 120 Euro, sondern gleich auf 150 Euro anzuheben. Andere Kommunen würden sich bereits in diesem Bereich bewegen. Für Kampfhundebesitzer zeigte Dieringer keinerlei Verständnis: Solche Vierbeiner seien vom Charakter und Wesen her so abgerichtet, „dass sie auf andere gehetzt werden können. Ich weiß nicht, warum man solche Hunde überhaupt braucht“. Dieringer forderte, die Kampfhundesteuer auf 1000 Euro und für jeden weiteren Kampfhund 2000 Euro anzuheben.
Von 65 Euro auf 150 Euro
Der Gemeinderat folgte mehrheitlich Dieringers gestellten Antrag, die „normale“ Hundesteuer um 65 Euro auf 150 Euro und für jeden weiteren auf 300 Euro anzupassen. Beim Thema Kampfhund schlug Bürgermeister Haug einen Kompromiss vor, der vom Gemeinderat wie folgt genehmigt wurde: 800 Euro für den Ersthund und den doppelten Satz ab dem zweiten. Gemeinderätin Jessica Bürkle aus Höfendorf, befürchtete: „Dann werden viele ihren Hund ins Tierheim bringen.“
Die Kämmerei geht mit der jetzt verabschiedeten Satzung von rund 50.000 Euro an Hundesteuereinnahmen aus. Aus der Satzung herausgenommen wurde die Rasse „American Bully“. Diese, so Kämmerer Alexander Wannenmacher, sei nicht mehr in der Polizeiverordnung des Landes Baden-Württemberg über die Haltung gefährlicher Hunde gelistet.