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Stetten am kalten Markt Zahl der Straftaten bei den Nachbarn steigt – in manchen Bereichen

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Die Zahl der Einbrüche ist im Nachbarkreis zurückgegangen. Foto: Stratenschulte Foto: Schwarzwälder Bote

Kreis Sigmaringen. Um 587 auf 29 733 ist die Zahl der Straftaten 2019 in den Landkreisen Sigmaringen, Ravensburg und Bodenseekreis, also im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg gestiegen. Die Kriminalstatistik hat Polizeipräsident Uwe Stürmer nun vorgelegt.

Mit 18 171 geklärten Straftaten sei die Aufklärungsquote zwar leicht rückläufig, liege aber mit 61,1 Prozent immer noch über dem Landesdurchschnitt, so Stürmer. Der Anstieg der Straftaten sei vor allem auf Sachbeschädigungen, Betrugsfälle und Beleidigungen zurückzuführen. Die Kriminalitätsbelastung sei von 4640 auf 4709 Straftaten pro 100 000 Einwohner gewachsen, liege aber fast zehn Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Positiv bewertet Stürmer den erneuten Rückgang bei Wohnungseinbrüchen um 27 auf 227 Delikte. Hier zahle sich die Arbeit der Schutz- und Kriminalpolizei über Landesgrenzen hinweg aus, aber auch die intensive Präventionsarbeit und gezielte Fahndungsmaßnahmen nach Einbrecherbanden.

Mit 12 524 ermittelten Tatverdächtigen – einschließlich ausländerrechtlicher Delikte –ist die Zahl gegenüber 2018 fast gleichgeblieben, dagegen habe die Zahl der Tatverdächtigen ohne ausländerrechtliche Straftaten um 122 auf 11 669 zugenommen. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren seien von 3020 auf 2876 zurückgegangen – der niedrigste Wert in zehn Jahren. Bei Jugendlichen und Heranwachsenden stünden vor allem Eigentumsdelikte, Gewalt gegen Personen und Sachen sowie verbale Gewalt und Rauschgiftdelikte im Vordergrund.

Die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen – ausländerrechtliche Verstöße nicht mitgerechnet – sei mit 3603 fast konstant geblieben, die der deutschen aber um 131 auf 8069 gestiegen.

Vergleichsweis hoch sei der Anteil ausländischer Tatverdächtiger bei der schweren Kriminalität, so Stürmer. Bei der gefährlichen Körperverletzung liege deren Anteil bei 44 Prozent, bei der gefährlichen Körperverletzung mit Waffe sogar bei über 50 Prozent.

Von 19 auf 28 zugenommen hat die Zahl der vollendeten und versuchten Tötungsdelikte, welche die Kriminalpolizei bearbeitet hat. Dafür liege die Aufklärungsquote bei 100 Prozent, so Stürmer. Zugenommen haben ferner die Sexualstraftaten – um über 20 Prozent von 408 auf 493 Fälle. Die Aufklärungsquote sei hier um zwei Prozentpunkte auf 86,4 Prozent gestiegen.

Deutlich weniger Körperverletzungen und mehr Raubdelikte

Um 52 Fälle auf 717 zurückgegangen sei die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen, während die der Raubdelikte um zehn auf 120 Fälle gewachsen sei – ebenso wie die Aufklärungsquote in den beiden Deliktbereichen: um 13 Prozentpunkte auf fast 37 Prozent. "Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum sind 2019 um 47 Fälle auf 1468 Delikte zurückgegangen", stellte Stürmer fest. Die Aufklärungsquote liege mit 83,3 Prozent ebenso hoch wie im Vorjahr.

Nach wie vor bedenklich und nicht hinzunehmen sei die Entwicklung bei den Gewaltdelikten gegen Polizeibeamte, die auch 2019 erneut um 33 auf 304 Fälle zugenommen haben, stellt der Polizeichef fest. Im Zehnjahresvergleich nahmen die Gewaltdelikte gegenüber der Polizei von 201 auf 304 Straftaten und damit um etwa 50 Prozent zu.

Erfreulicher sei die Entwicklung der Diebstahlskriminalität, die im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken sei: um 211 auf 7729 Fälle. Der erneute Rückgang der Wohnungseinbrüche um 27 auf 229 markiere die niedrigste Zahl seit 1984, ergänzt Stürmer. Dass die Täter in 100 Fällen scheiterten, sei sicher auch auf die erhöhten technischen Sicherheitsvorkehrungen an Gebäuden zurückzuführen.

Neun Personen sind an Rauschgift verstorben

Nach mehrjährigem Anstieg seien die registrierten Rauschgiftdelikte um 29 auf 2325 Fälle zurückgegangen, so Stürmer, der freilich von einer größeren Dunkelziffer ausgeht. Die meisten Drogenverfahren drehten sich um Cannabis und Amphetamine. Die Zahl der Ermittlungsverfahren bei Delikten mit neuen psychoaktiven Stoffen sei aber von 14 im Jahr 2018 auf 69 im Folgejahr massiv gestiegen. Neun Rauschgifttote 2019 – zwei mehr als im Vorjahr – waren zu beklagen. Die Prävention mit Kooperationspartnern – Kommunen, Schulen und Sozialeinrichtungen – werde deshalb weiter fortgesetzt.

Um 227 auf 6119 Fälle haben Vermögens- und Fälschungsdelikte 2019 zugenommen, was der Polizeichef auf eine Zunahme bei Waren- und Warenkreditbetrügereien zurückführt. In dieses Feld fielen aber auch Betrugsdelikte unter dem Stichwort "Falscher Polizeibeamter", die Stürmer und seine Kollegen besorgen: In 877 Fällen seien – meist betagte – Personen von Betrügern, die aus Callcentern agierten, von angeblichen Polizeibeamten oder anderen vermeintlichen Amtspersonen angerufen worden. Obwohl die Betrugsmasche inzwischen hinlänglich bekannt sei, sei es den Tätern durch psychologisch geschicktes und perfides Vorgehen in mindestens sechs Fällen gelungen, die Geschädigten um ihre Ersparnisse in der Gesamthöhe von nahezu 250 000 Euro zu bringen, so der Polizeichef.

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