Foto: Susanne Grimm

Mittelalterfest in Heuberggemeinde erfreut sich großer Beliebtheit. Buntes Programm für Jung und Alt.

Stetten a. k. M. - Großartige Stimmung und eine einzigartige Atmosphäre haben das sechste Stettener Spectaculum geprägt. Es lockte wieder Scharen von Besuchern aus nah und fern an.

Einzig Petrus schien nicht ganz so erfreut, denn er sparte, insbesondere in den Nächten, nicht mit Regengüssen und Gewittern. So musste die gut besuchte "Nacht der Balladen" mit den Musikbands "Wendrsonn" und "Versengold" wegen eines heftigen Gewitters abgebrochen werden.

Die Wetterunbilden trübten allerdings das Mittelalterspektakel nur wenig, denn es gab viel zu viel zu sehen, zu hören und zu genießen. Auf vier innerhalb der "Stadtmauern" errichtete Bühnen ging die Post ab: Stetten war zur Zeit der dem Fest zugrunde liegenden Hochzeit von Schlossherr Ritter Joachim von Hausen ein befestigter Ort mit Mauern und Toren, was ein Kanzleiprotokoll aus dem Jahr 1598 der Herren von Hausen belegt. In halbstündiger Folge präsentierten Gruppen wie "G’hörsturz", "Ranuculus" oder die "Vogelfreien" ihr Können, unterhielten mit Musik und Kunststücken das Publikum und banden oftmals den einen oder anderen verblüfften Zuschauer in das Geschehen mit ein. Da konnte es schon mal passieren, dass ein nichts ahnender Gast mit einem Mal Bestandteil einer Jonglage wurde und ihm zur Gaudi der Umstehenden die Keulen um die Ohren flogen.

Am Samstag um 16 Uhr eröffnete Fritz Pfeiffer, seines Zeichens Vorsitzender des Fördervereins attraktive Region Stetten am kalten Markt offiziell das Spectaculum und stellte dabei die Gruppierungen vor. Angeführt vom örtlichen Fanfarenzug, marschierten diese unter dem Beifall des zahlreichen Volks bei der Pfeiffer-Bühne nahe des Schlossplatzes auf.

Natürlich fehlte auch die Hochzeitsgesellschaft nicht. Angeführt vom "Brautpaar" Joachim dem Jüngeren von Hausen und seiner Angetrauten Ursula von Stadtion schritt die adlige Gesellschaft huldvoll dem gemeinen Volk zuwinkend durch das Publikum.

Auch diesmal – wie schon vor vier Jahren – stellte wieder der örtliche Gospelchor "GloryFires" die Hochzeitsgesellschaft nach. Wie vor gut 400 Jahren hatten sich weitgereiste Gäste am Originalschauplatz eingefunden: so beispielsweise zwei freche Frauen aus Leipzig, die unter dem Namen "maniArena" ein Wandertheater gegründet haben und mit ihrer Schau nach eigener Aussage durch die Lande "vagabundieren". Auch das Quintett "Viesematente" aus Eischleben kam von weit her, um mit Schalmei, Sackpfeife, Flöten, Trommeln und "anderen derben Geräuschs" die Älbler zu erfreuen.

Natürlich bereicherten auch Einheimische mit ihren Beiträgen das Fest, zum Beispiel die Gruppe "Poesie und Habermus" aus Glashütte, auch unter dem Namen "Los Carinos" bekannt. Die äußerst anpassungsfähige Gruppe versteht sich auf gereimte zeitgenössische Satire mit viel Lokalkolorit.

Aus dem Nachbarkreis kamen die "Mittelalterfreunde Zollernalb", deren Ziel es ist, das Leben im Mittelalter möglichst authentisch darzustellen. Dazu gehört nicht nur eine ausgewachsene Sau am Spieß zu braten, sondern auch Kleidung manuell oder Stoffe am Webrahmen herzustellen.

Sowohl Besuchern als auch Teilnehmern machte das Fest großen Spaß, ebenso dem neuen Stettener "Lehnsfürsten" Maik Lehn, der seit gut anderthalb Jahren als Bürgermeister das einstige Schloss derer von Hausen in Besitz genommen hat.

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