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Stetten am kalten Markt Kliniken für den Ernstfall gewappnet

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So stellte sich der Digitalkünstler Corona vor – ob das Virus s wirklich so bunt ist? Foto: ©peterschreiber.media – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Die Zahl der Coronainfektionen imKreis Sigmaringen steigt. Derzeit gibt es 111 Infizierte, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 80,2. Landrätin Stefanie Bürkle, Vertreter von Gesundheitsamt, Gemeindetag und SRH Kliniken gaben einen Überblick über die Lage im Landkreis.

Sigmaringen. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr hatte Landrätin Stefanie Bürkle die Pressevertreter nicht ins Landratsamt eingeladen; stattdessen gab eine Telefonkonferenz Aufschluss über die aktuelle Situation im Landkreis Sigmaringen. Derzeit gelten 111 Personen als infiziert, am Montag kamen zehn neue Fälle hinzu. Seit März haben sich 1111 Menschen im Kreis mit dem Virus infiziert. Wenngleich die Sieben-Tage-Inzidenz mit 80,2 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner noch unter dem Landesdurchschnitt von 116,7 liegt, ist höchste Pandemiestufe bereits erreicht.

Wie Landrätin Bürkle darlegte, will die Kreisverwaltung nun auf Mittel zurückgreifen, die sich während der ersten Welle im Frühjahr bewährt haben. Der Verwaltungsstab tagt einmal die Woche; außerdem findet einmal wöchentlich eine Telefonkonferenz mit den Bürgermeistern im Landkreis statt. Derweil herrscht im Gesundheitsamt Hochbetrieb. 57 Mitarbeiter, darunter einige, die in anderen Abteilungen rekrutiert wurden, sind mit der Ermittlung der Kontaktpersonen der Infizierten beschäftigt. Im Oktober wurden insgesamt 988 enge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt; im Durchschnitt hatte jeder Infizierte etwa zehn enge Kontaktpersonen; der mit den meisten Kontakten brachte es auf 66. Sollten die Fallzahlen weiter steigen, müssten weitere Kräfte zur Kontaktverfolgung eingesetzt werden. Der Landkreis hat, wie zu erfahren war, bereits einen Antrag gestellt, dass Mitarbeiter anderer Landesbehörden abgeordnet werden sollen. Auf die Bundeswehr wurde bisher noch nicht zurückgegriffen.

Das Geschehen wird immer diffuser

Indes wird das Infektionsgeschehen immer diffuser. In nur einem Drittel der Fälle lasse sich die Infektionskette vollständig nachvollziehen, erklärte Susanne Haag-Milz, die Leiterin des Gesundheitsamts: "Wir müssen damit rechnen, überall auf Infizierte zu treffen", lautet ihre deutliche Warnung.

In den SRH-Kliniken bereitet man sich derweil auf ein erhöhtes Aufkommen von Covid-19-Patienten vor, berichtete Jan-Ove Faust, Geschäftsführer der SRH Kliniken im Landkreis Sigmaringen. Noch sei die Lage nicht kritisch; derzeit würden fünf Patienten mit einer Covid-19-Diagnose im Krankenhaus behandelt, keiner davon auf der Intensivstation. Vier Beatmungsplätze werden für sich verschlechternde Covid-Fälle freigehaten.

15 Beatmungsplätze im ganzen Landkreis

Insgesamt stehen 15 Beatmungsplätze im Landkreis Sigmaringen zur Verfügung, fünf weitere können im Notfall mit Beatmungsgeräten ausgestattet werden. Der Ärztliche Direktor der SRH-Kiniken im Landkreis, Georg von Boyen, ergänzte, dass die Kliniken in der Region im Vergleich zur ersten Welle nun besser vernetzt seien und sich gegenseitig in Sachen Intensivbetten unter die Arme greifen könnten. Allgemein sei man gut vorbereitet. Es wurde ein Eskalationsstufenmodell aktiviert; derzeit steht die Ampel auf Gelb.

Die Pandemiebeauftragte Stefanie Ullrich-Colaiacomo gab einen überblick über die Testsituation. Derzeit gibt es im Landkreis Sigmaringen 60 Coronaabstrichstellen, 17 Schwerpunktpraxen und eine Fieberambulanz. "Wir kommen mittlerweile an unsere Grenzen, gerade in den Praxen wird es eng", warnt Ullrich-Colaiacomo und kritisiert die sich ständig verändernden Testregeln und die hohen Ansprüche an die Testmenge. Mittlerweile warte man bis zu fünf Tage auf ein Testergebnis. Sie empfiehlt, die Ressourcen zu schonen und sich nur testen zu lassen, wenn die typischen Symptome wie Fieber, Husten und Geschmacksverlust auftreten.

Jochen Spieß, der Vorsitzende der Bürgermeisterkonferenz im Kreis Sigmaringen, bedauert es, dass das gesellschaftliche Leben heruntergefahren werden muss, registriert aber immerhin eine breite Akzeptanz. Das Augenmerk liege derzeit auf der Offenhaltung der Kindergärten und Schulen.

Abschließend apellierte Landrätin Bürkle an die Bürger, sich an die neuen Coronaregeln und die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen zu halten. "Wir sind dankbar, dass das Land die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung erlassen hat, solange die Gesundheitsversorgung in den Krankenhäusern und Praxen noch gewährleistet werden kann." Gleichzeitig stellt sich der Landkreis auf eine längere Dauer der Pandemie ein: "Wir alle brauchen einen langen Atem."

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