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Stetten am kalten Markt Digitales Lernen als Vorstoß in die Zukunft

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Englischstunde in Lerngruppe 10 mit Lernbegleiterin Montalbano: Die Lernpartner bereiten sich auf die anstehende Abschlussprüfung vor. Foto: Montalbano Foto: Schwarzwälder Bote

Die endgültige Entscheidung über die Notwendigkeit der Schulschließung wegen der Coronavirus-Pandemie war zwar zunächst ein Schock, doch für die Gemeinschaftsschule Schulzentrum Stetten a. k. M. kam sie keineswegs überraschend.

Stetten a. k. M.. Bereits in der Woche vor der Schulschließung Mitte März hat die Schule eine "Task-Force" unter der Leitung von Konrektor Jürgen Lebherz etabliert, die den Übergang des gesamten Schulbetriebes in eine ungewisse Karenzzeit regeln soll.

"Die Organisation, ein Schulsystem mit drei verschiedenen Abschlusszielen und insgesamt vier Niveaustufen funktionsfähig in die verordnete Auszeit zu überführen, war eine enorme Herausforderung", berichtet Annemarie Ziegler vom Schulzentrum. "In erster Linie sollte die räumliche Trennung unter einer gelingenden Fortführung des Schulbetriebs mit einfachen Strukturen fortgeführt werden."

Am letzten gemeinsamen Unterrichtstag vor der Schulschließung nahmen die Schüler von ihren Lehrern alle wichtigen Informationen für den Unterricht von zu Hause aus in ihrer Postmappe mit. Über die Internetseite der Schule werden aktuelle Meldungen, welche die gesamte Schulgemeinschaft betreffen, bekannt gegeben. Von dort aus können die Schüler auch auf die Marerialbörse zugreifen, wo Lehrer die Arbeitspläne und Unterrichtsmaterialien für die Karenzzeit bereitstellen. Zudem haben die Schüler die Möglichkeit, an Videotreffen und Lernchats über die Schulcloud teilzunehmen, damit sie Rückfragen zum behandelten Unterrichtsstoff stellen zu können.

Neben wichtigen Adressen und Ansprechpartnern erhalten die Schüler dort auch praktische Hinweise für das Lernen zu Hause, beispielsweise zur Zeiteinteilung und Tipps gegen Motivationsflauten.

Auch Schulsozialarbeiter Tobias Buck hatte alle Hände voll zu tun: Er versorgt die Schüler mit virtuellen Betreuungsangeboten; eine Krisenhotline für Notfälle wurde eingerichtet.

Die Ausnahmesituation war am letzten Schultag allen bewusst

"An diesem letzten Schultag am 16. März sprach keiner von Ferien", so Ziegler: "Die Ausnahmesituation war allen bewusst und die letzten gemeinsamen Stunden wurden für eifrige Fragen über die kommenden Wochen genutzt." Nach drei Wochen Home-Office fiel eine erste Bilanz über diese so neue und manchmal auch aufregende Zeit überwiegend positiv aus: Schüler und Lehrer organisieren den Unterricht erfolgreich von zuhause aus, treffen sich zu festgesetzten Zeiten via Videochat im Internet und schicken ihre Arbeitsergebnisse und Korrekturen fleißig via E-Mail hin und her. Wobei die Lehrer ein besonderes Augenmerk darauf legten, die Lerneinheiten so abwechslungsreich und motivierend wie möglich zu gestalten. "Ab und zu gibt es daher auch mal Spaßangebote: Die Schüler können neben den schriftlichen Arbeitsaufträgen auch bei virtuellen Sportangeboten mitmachen."

Dass das digitale Lernen erfolgreich verläuft, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage unter den Stettener Schülern: Mehr als 70 Prozent der Schüler erreichen demnach eine wünschenswerte Lernleistung, lediglich bei einem Viertel müsse sich das persönliche Engagement noch verbessern. Die "Lernpartner", wie die Schüler an der Gemeinschaftsschule genannt werden, stünden überwiegend im steten Austausch mit ihren "Lernbegleitern" und signalisierten Zufriedenheit mit Umfang und Schwierigkeitsgrad des Lernstoffes.

Rektor Klaus Flockerzie ist voll des Lobes für das Lehrerkollegium. Sie hätten mit viel Kreativität ein vielfältiges und größtenteils motivierendes Onlineangebot für die Schüler geschaffen. Die Lehrer stehen auch untereinander in ständigem Austausch. Auch hier wird das Motto der Gemeinschaftsschule – miteinander und voneinander lernen – großgeschrieben: technisch besonders versierte Kräfte helfen ganz selbstverständlich denjenigen, die im Dschungel von Apps und Downloads noch schwer zurechtkommen, und leiten sie per Telefon und E-Mail an.

"Das Schulzentrum kann gestärkt aus der Krise hervorgehen"

Insgesamt könne das Schulzentrum aus der Corona-Krise gestärkt hervorgehen: Schüler und Lehrer seien in der Karenzzeit mit dem digitalen Unterricht vertraut geworden, der in den nächsten Jahren wohl eine immer größere Relevanz erhalten wird – da ist sich der Stettener Rektor sicher.

Auch die Eltern seien an der Situation gewachsen: Der Zwang, vorübergehend in die Rolle der Lernbegleiter zu schlüpfen, fördere die Auseinandersetzung mit der schulischen Situation ihrer Kinder und fördere bei diesen Selbstmanagement und Motivation.

Was möchte die Schule aus der Krise mitnehmen? Wie die Lehrer und Schüler wünscht sich die Schulleitung, für den weiteren gemeinsamen Bildungsweg die mediale Plattform der Schule auszubauen, auf der vielleicht schon bald neben der Materialbörse eine virtuelle Bibliothek und Tools für das interaktive Lernen zugänglich gemacht werden könnten. "Eine unterrichtsbegleitende Wissensdatenbank mit professioneller Web-Betreuung könnte den Lernprozess unserer Lernpartner überzeugend vorantreiben", weiß Klaus Flockerzie und hofft, dass die Schule von den beiden Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Sigmaringen Andrea Bogner-Unden (Bündnis ’90/Die Grünen) und von Klaus Burger (CDU) die dafür dringend notwendige finanzielle Unterstützung erhält.

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